Leuth (Nettetal)

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51.3358333333336.225277777777840Koordinaten: 51° 20′ 9″ N, 6° 13′ 31″ O

Leuth
Stadt Nettetal
Wappen von Leuth
Höhe: 40 m ü. NN
Fläche: 13,21 km²
Einwohner: 1783 (31. Dez. 2006)
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 41334
Vorwahl: 02157
Karte

Lage con Leuth in der Stadt Nettetal

Leuth, ein Stadtteil von Nettetal im Kreis Viersen in Nordrhein-Westfalen und ein Grenzdorf bei Venlo (Niederlande) ist ein staatlich anerkannter Erholungsort. Die Netteseen (Poelvenn, Schrolick, Wittsee) gehören zu Leuth und prägen gemeinsam mit dem Heide- und Waldgebiet Venloer Heide das Ausflugsgebiet in Nettetal und die vom Königsbach gespeiste „Kälberweide“ mit 3,5 ha Wasserfläche. Der Autobahngrenzübergang „Schwanenhaus/A 61“ und der alte Grenzübergang „Schwanenhaus“ gehören ebenso zu Leuth so wie der „Grüne Grenzübergang Tor 9“.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1251. Das dörfliche Bild des bis ins 19. Jahrhundert bäuerlich geprägten Ortes ist weitgehend erhalten. Der Ortskern Kircheninsel ist mit Kirche, Pfarrhaus, altem Rathaus und Neyenhof denkmalgeschützt.

Leuth bildete Jahrhunderte die Südgrenze des Herzogtum Geldern (Amt Krickenbeck) zum Herzogtum Jülich. Leuth gehörte bis 1930 zum Bistum Münster und zum Kreis Geldern, heute zum Bistum Aachen bzw. Kreis Viersen. Die Geschichte des Ortes ist mit der Geschichte der Herren von Krickenbeck, später Grafen von Schaesberg, eng verbunden. Die Herren von Krickenbeck regulierten bereits im 13. Jahrhundert den Nettelauf. An der Nette ließen sie die Leuther Wassermühlen errichten. Gut erhalten ist die „Leuther Mühle“.
siehe auch Burg Alt Krickenbeck

Ein bemerkenswertes Bauwerk in Leuth ist die katholische Pfarrkirche St. Lambertus mit Kirchhof, eine dreischiffige Backsteinhallenkirche mit polygonalem Chor (Vincenz Statz, 1860/61) und vorgestelltem Westturm des 15. Jahrhunderts (1650/51 neu ummantelt). Sie ist Mittelpunkt des kircheninselartigen Kerns von Leuth zusammen mit den unmittelbar benachbarten Hofanlagen und den umgebenden Frei- und Wegeflächen (Kirchhof, Fußwegen) und hat eine wichtige Silhouettenwirkung über den Ortskern hinaus. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war der Kirchhof die Begräbnisstätte für Leuth. 1850 wurde, wie in dieser Zeit auf Grund neuer hygienischer Bestimmungen üblich, ein neues Friedhofsgelände außerhalb des alten Ortskerns erworben und schließlich 1860 auch in Gebrauch genommen. Als Zeugnisse der alten Friedhofsnutzung befinden sich noch mehrere Grabsteine des 17. und 18. Jahrhunderts auf dem Kirchhof. Der Kirchhof ist umgeben von einer zu großen Teilen noch alten Backsteinmauer, die auch den von der Johannes-Finken-Straße auf den Chor zuführenden Fußweg begleitet. Teile des Kirchhofes sowie der Fußweg von der Johann-Finken-Straße zum Kirchhof besitzen ein Kieselsteinpflaster; die Treppenstufen an diesem Fußweg sind aus Blaustein.

Ebenfalls erwähnenswert ist das ehemalige Rathaus/Bürgermeisteramt von Leuth in der Dorfstr. 83. Es handelt sich um ein zweigeschossiges Backsteingebäude in fünf Achsen mit Holzblockgewänden und dunkelgrau gedecktem Krüppelwalmdach in städtebaulich hervorragender Lage unmittelbar neben der Kirche, am Zusammentreffen der Straßen Locht, Hampoel und Dorfstraße. In der mittleren Achse befindet sich ein Tordurchgang mit Blausteintreppe zum dahinterliegenden Kirchhof. Eine seitliche Tordurchfahrt vermittelt zum Nachbargebäude Dorfstraße 84, mit dem zusammen es einen kleinen "Platz" rahmt.

Interessant ist auch das zweigeschossige Backstein-Wohnhaus (Pfarrhaus) in der Johann-Finken-Str. 2, mit seitlichem eingeschossigem Wirtschaftsflügel mit Krüppelwalm nach vorne zur Straße, so dass sich vor dem Haus ein kleiner Wirtschaftshof erstreckt, in den auf der anderen Seite ein Vorbau des Haupthauses mit Zinnen als Dachabschluss ragt.

Johann-Finken-Str. 4 (Neyenhof) Eingeschossiges Hallenhaus des 18. Jahrhunderts aus Backstein, an der Rückseite mit einer Putzfassade der Jahrhundertwende. Im Osten zwei korbbogige Einfahrten und die alte Fensteraufteilung, sie wurden im Zuge von Umbaumaßnahmen der 1980er Jahre wiederhergestellt. Langgestreckter Baukörper, der den Fußweg zur Kirche begleitet, hat ein großflächiges, markantes Satteldach. Sie sind Zeugnis einer landschaftstypischen Hausform, das zusammen mit dem Pfarrheim und der Kirche den östlichen Teil des Kirchenbereichs prägt. Nach Henrichs/Finken war der Hof 400 Jahre lang Leibbesitz der Leuther Pfarrer.

Ein bereichsprägendes Gebäude, bei dem der Denkmalwert geprüft werden muss, befindet sich in der Dorfstr. 81. Es ist ein großes zweigeschossiges, in sieben Achsen breit gelagertes Gebäude in städtebaulich bedeutender Lage gegenüber der Kirche, ein wichtiger Blickpunkt für die sich hier treffenden Straßen Locht, Dorfstraße, Buscher Weg. Ein breites Geschossgesims betont an der Fassade zusätzlich die Horizontale. Das Satteldach ist nach einer Restaurierung in den 1980er Jahren durch zwei straßenseitige Dachflächenfenster in seiner Geschlossenheit beeinträchtigt. Nach örtlichen Quellen war es um 1870 "Hotel zur Post" und wurde um 1880 als Pferdepoststation genannt. Rückwärtig befinden sich noch ältere Wirtschaftsgebäude, wahrscheinlich einer Hofanlage des 18. Jahrhunderts.

Rund um die sakralen Bauwerke des Ortes, fand am 9. September 2007 der Tag des offenen Denkmals statt.

Eingemeindung[Bearbeiten]

Leuth wurde am 1. Januar 1970 nach Nettetal eingemeindet.[1]

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Leuth, Kirche

Das 1955 verliehene Wappen der früheren Gemeinde Leuth geht auf das Leuther Schöffensiegel des 17. Jahrhunderts zurück und zeigt den Pfarrpatron St. Lambertus mit der Lilie der Herren von Krickenbeck.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Grundschule, Kindergarten, kath. Pfarrkirche, Volksbank, Sparkasse, Spiel- und Bolzplätze, Fußballplatz, Sporthalle, mehrere Restaurants/Gaststätten, Hotel „Leuther Mühle“, Ferienwohnungen.

Tourismus[Bearbeiten]

Große Teile eines der ältesten Naturschutzgebiete Nordrhein-Westfalen, NSG „Krickenbecker Seen“ gehören zu Leuth. Aber nicht nur das an Fauna und Flora artenreiche Feuchtgebiet zwischen Kleinem de Wittsee, Schrolick und Poelvenn ist sehenswert. Auch die „Venloer- und Groote Heide“ zwischen Leuth, Herongen und Venlo mit dem über tausend Hektar großen Bereich des ehemaligen Fliegerhorst Venlo-Herongen ist Geschichts- und Erholungsraum. Der 1941 gebaute Tower wurde unter niederländischen Denkmalschutz gestellt. Auch auf deutscher Seite sind Ruinen ehemaliger Wärmehallen und Hangar erhalten und Rollwege noch gut erkennbar. In den Jahren (1941 bis 1945) als Nachtjagdflugplatzgebiet genutzt, ist das Gebiet ein großer deutsch-niederländischer Erholungsraum für Spaziergänger, Radfahrer, Rollerskater, Segel- und Modellflieger.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Leuth ist gut erreichbar über die A 61 und die A 40 bzw. B 221. Mehrere gut ausgeschilderte Fahrradrouten erschließen von Leuth aus sowohl das niederländische Maastal wie auch die Ausflugsgebiete zwischen Nette, Niers und Maas.

Gewerbe[Bearbeiten]

Logistikunternehmen, Treppenbau, Küchen- und Schlafzimmerfabrikation, Gärtnereien, Bauernläden sowie die Rodi-Petfood Gruppe, ein international bekannter Heimtier-Nahrungsmittelhersteller, sind hier ansässig.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 115.

Weblinks[Bearbeiten]