Lex mercatoria

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Als Lex mercatoria bezeichnet man in der Rechtswissenschaft zunächst ein im Mittelalter entstandenes Gewohnheitsrecht der Handelsleute, das auf grenzüberschreitende Rechtsgeschäfte angewandt wurde, z.B. in Zeiten der deutschen Hanse von 13. bis 17. Jahrhundert.[1] Darüber hinaus bezeichnet es in neuerer Zeit (auch als new law merchant) die Gesamtheit der internationalen Handelsbräuche. Ob die lex mercatoria als eigenständiges Recht der Rechtswahl fähig ist und welche Rechtsnatur sie hat, ist im internationalen Privatrecht lebhaft umstritten.[2]. Mit der Realität und Wirkungsweise der neuen lex mercatoria, insbesondere im Rahmen internationaler Schiedsgerichtsbarkeit, hat sich zunehmend auch die Rechtssoziologie beschäftigt[3].

Literatur[Bearbeiten]

Rechtsgeschichte

  •  Frank Eichler: Lex Mercatoria – das englische Marktrecht des Mittelalters: mit den Quellentexten und ihren Übersetzungen. Mauke, Hamburg 2008, ISBN 978-3-931518-73-8.

New law merchant

  •  Norbert Horn: Transnationales Handelsrecht: zur Normqualität der lex mercatoria. In: Festschrift für Karsten Schmidt zum 70. Geburtstag. Schmidt, Köln 2009, ISBN 978-3-504-06039-8, S. 705–724.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beispiel ist das „Little Red Book of Bristol“ aus dem späten 13. Jhd. http://www.trans-lex.org/000008
  2. Dafür z.B. Prof. Berger: http://www.trans-lex.org/000002
  3. vgl. Volkmar Gessner/Ali Cem Budak (Hrsg.) Emerging Legal Certainty: Empirical Studies onn the Globalization of Law. Ashgate: Dartmouth 1998 (Oñati International Series in Law and Society)