Ley-Linie

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Als Ley-Linien (auch Heilige Linien) werden von einigen Schriftstellern die Anordnungen von Landmarken, wie beispielsweise Megalithen, prähistorischen Kultstätten und Kirchen bezeichnet.

Karte von zwei britischen Ley-Linien (A. Watkins, 1922)[1]

Der Name leitet sich von Aufreihungen englischer Ortschaften mit der Endungen -leigh bzw. -ley (altenglisch für „Lichtung, Rodung“) ab. Ihre Existenz wurde zum ersten Mal 1921 von dem britischen Hobby-Archäologen Alfred Watkins postuliert.

Erklärungsversuche hierzu sind wissenschaftlich umstritten:

  • Alfred Watkins vermutete u.a. alte Handelspfade, "Old Straight Tracks"[1] mit kürzester Sichtverbindung.
  • Ein Erklärungsversuch lautet, diese Linien wiesen auf ein prähistorisches System der Landesvermessung hin, das auf astronomischen und religiösen Grundlagen beruhe.
  • Auch gibt es Theorien, die auf angeblichen Kraftfeldern oder Erdstrahlungen beruhen; diese Theorien beinhalten häufig Wasseradern und Energielinien (vergleichbar der Meridiane der Erde), siehe Geomantie. 1969 brachte der Schriftsteller John Michell "Ley lines" mit spirituellen und mystischen Theorien in Verbindung und revitalisierte die Thematik.[2]
80 Vier-Punkt-Verbindungen von 137 zufällig verteilten Punkten

Dagegen gab es mehrere Studien, die zu dem Ergebnis kamen, dass Ley-Linien lediglich auf statistisch zu erwartenden Verteilungen von Punkten basieren.[3] Analysen der Punkteverteilungen ergaben, dass es keine signifikante statistische Abweichung gibt, die auf die Existenz von tatsächlichen Ley-Linien schließen lässt.[4]

Der Archäologe Richard J. C. Atkinson zeigte als Beispiel anhand der Position von Telefonzellen hypothetische „Telefonzellen-Linien“ (telephone box leys) auf, um zu demonstrieren, dass das Vorhandensein von Verbindungslinien zufälliger Natur ist und dass solche Linien keine absichtlichen Artefakte sind – insbesondere, da ja bekannt ist, dass Telefonzellen nicht unter solchen Gesichtspunkten verteilt worden seien.[5]

Ley-Linien in fiktionalen Werken[Bearbeiten]

Verschiedene Fantasy-Schriftsteller verwenden Ley-Linien in ihren Werken, wo sie meist als Strömungen magischer Energie beschrieben werden, die Magie-Anwendern als Kraftquellen dienen. Dazu gehören etwa Harry Turtledoves Darkness-Reihe, Robert Asprins Dämonen-Serie, Kim Harrisons Rachel-Morgan-Reihe, Michael Scott in Die Geheimnisse des Nicholas Flamel, Diana Gabaldon in der Highland-Saga oder Robert N. Charrettes Shadowrun-Roman Wähle deine Feinde mit Bedacht. Auch im populären MMORPG "Guild Wars 2" finden Ley-Linien Erwähnung innerhalb der fortlaufenden "lebendigen Geschichte" dieses Online-Spiels.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Alfred Watkins, Early British Trackways, 1922
  2. John Michell, The View Over Atlantis, 1969, Sago Press.
  3. Matthew Johnson: Archaeological Theory: An Introduction, 2. Auflage. Wiley-Blackwell, Chichester 2010, ISBN 978-1405100151, S. 4–5.
  4. David G. Kendall: A Survey of the Statistical Theory of Shape. In: Statistical Science. Jg. 4, Nr. 2 (Mai 1989), S. 87–99.
  5. Clive L. N. Ruggles: Ley lines. In: Ders.: Ancient astronomy: An encyclopaedia. ABC-CLIO, 2005, ISBN 1851094776, S. 224–226