Li Zongren

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Li Zongren

Li Zongren (chinesisch 李宗仁Pinyin Lǐ Zōngrén, W.-G. Li Tsung-jen; 德鄰Délín, Te-lin; * 13. August 1890 in Guilin, Guangxi; † 13. Januar 1969 in Nanjing) war ein chinesischer Kriegsherr und Präsident der Republik China.

Leben[Bearbeiten]

Li wurde im Dorf Xixiang (西鄉村) bei Guilin (Provinz Guangxi) geboren. Sein Vater Li Beiying (李培英) war Lehrer; Li Zongren war der zweitälteste von fünf Jungen und drei Mädchen. Im Jahr 1910 trat Li dem Kuomintang-Vorläufer Tongmenghui bei.

Ab 1925 war Li der Führer einer Gruppe von Kriegsherren, die die Provinz Guangxi beherrschten. Die Guangxi-Armee unter Li und Bai Chongxi war eine der wichtigsten Stützen für die Nordexpedition der Kuomintang zwischen 1926 und 1928. Trotzdem wurde Li in die Nanjing-Regierung von Chiang Kai-shek nicht eingebunden; das Verhältnis zwischen Chiang und Li blieb immer gespannt.

Zwischen 1937 und 1945 beteiligte Li sich am Chinesisch-Japanischen Krieg.

Am 28. April 1948 wurde Li durch die Nationalversammlung der Republik China zum Vizepräsidenten gewählt, nachdem er vorher Chiangs Protegé, Sun Fo, ausgeschaltet hatte. Als im Januar 1949 Chiang aufgrund von Niederlagen gegen die Kommunisten als Präsident formell zurücktrat, wurde Li sogar amtierender Präsident, ohne jedoch über wirkliche Macht zu verfügen. Chiang regierte weiterhin über seinen Parteiapparat und über seine Beziehungen zu hohen Funktionären in der Armee. In seiner Funktion als Präsident der Republik China bemühte Li sich um Verhandlungen mit den Kommunisten, was Chiang ablehnte; die Rivalität zwischen Li und Chiang wurde somit noch größer.

Im Jahr 1949 floh die Regierung der Republik China nach Taiwan; Li flog in die USA, um medizinische Behandlung zu suchen. In seiner Funktion als amtierender Präsident der Republik China besuchte Li den amerikanischen Präsidenten Truman und bezeichnete Chiang als Diktator und Usurpator. In den 1950er- Jahren wurde Li auf Chiangs Betreiben seiner Ämter enthoben. Ab da sympathisierte Li mit der kommunistischen Führung in Beijing; mit der Unterstützung von Zhou Enlai kehrte er 1965 in die Volksrepublik China zurück.

Literatur[Bearbeiten]

  • Li Zongren, Te-kong Tong: The memoirs of Li Tsung-jen [Li Zongren]. Westview Press u. a., Boulder CO 1979, ISBN 0-89158-343-2, (Studies of the East Asian Institute of Columbia University).
  • Thomas Weyrauch: Chinas demokratische Traditionen vom 19. Jahrhundert bis in Taiwans Gegenwart. Longtai, Giessen (i. e.) Heuchelheim 2014, ISBN 978-3-938946-24-4.
  • Thomas Weyrauch: Chinas unbeachtete Republik. 100 Jahre im Schatten der Weltgeschichte. Band 1 (1911 – 1949). Longtai 2009, ISBN 978-3-938946-14-8 (formal falsche ISBN).
  • Thomas Weyrauch: Chinas unbeachtete Republik. 100 Jahre im Schatten der Weltgeschichte. Band 2 (1950 – 2011). Longtai 2011, ISBN 978-3-938946-15-2.
Chinesische Eigennamen Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Vornamen der Person gesetzt. Dies ist die übliche Reihenfolge im Chinesischen. Li ist hier somit der Familienname, Zongren ist der Vorname.