Libanesische Bombenanschläge 2005

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Die libanesischen Bombenanschläge 2005 waren eine Reihe von Bombenanschlägen im Libanon, die hauptsächlich in Beirut und seinen Vororten verübt wurden. Zwar hat die Welle der Anschläge schon im Oktober 2004 begonnen, aber das Attentat auf den früheren libanesischen Ministerpräsident Rafiq al-Hariri am 14. Februar 2005 löste die Zedernrevolution und den Rückzug der syrischen Armee aus. Nach den heftigen Protesten, die auf die Tötung Hariris folgten, ereigneten sich mehrere weitere Bombenexplosionen, die einem ähnlichen Muster folgten: die meisten Explosionen ereigneten sich nachts, in christlichen Vierteln und oftmals freitags. Obwohl die Täter hinter den Anschlägen unbekannt sind, ist der Verdacht von Teilen der libanesischen Bevöolkerung und der internationalen Gemeinschaft auf Syrien oder seine Anhänger gefallen.

Attentatsserie[Bearbeiten]

Attentat auf Marwan Hamadeh[Bearbeiten]

Am 1. Oktober 2004 explodierte eine Autobombe neben der Wagenkolonne eines drusischen Abgeordneten der Nationalversammlung. Marwan Hamadeh wurde verletzt, überlebte allerdings, aber sein Fahrer wurde getötet. Hamadeh ist ein Kritiker Syriens und ein Mitglied der Opposition gegen Präsident Émile Lahoud.

Attentat auf Rafiq al-Hariri[Bearbeiten]

Eine massive Explosion tötete am 14. Februar 2005 den früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafiq al-Hariri in der Nähe des Hotels St. George in Beirut. Bei dem Attentat kamen auch der frühere Wirtschaftsminister Bassel Fleihan und 19 weitere Menschen ums Leben. Etwa 220 andere wurden verletzt.

Eine Gruppe, die sich als "Die Nasra & Dschihad Gruppe Groß-Syriens" nennt, hat die Verantwortung für den Anschlag übernommen. Die Gruppe war zuvor unbekannt. Ein Videoband, das von Al Jazeera ausgestrahlt wurde, zeigt einen bärtigen Mann, von dem geglaubt wird, dass es sich um einen Palästinenser namens Ahmad Abu Adas handelt. Adas Wohnung wurde durchsucht, er selbst ist verschwunden und manche glauben allerdings, dass er gezwungen wurde, die Verschwörung zuzugeben und danach von denen getötet wurde, die das Attentat geplant hatten.

Dem Bericht des Sonderermittlers der Vereinten Nationen, dem Deutschen Detlev Mehlis [1], der am 20. Oktober 2005 veröffentlicht wurde, war die Explosion das Ergebnis einer Lastwagenbombe. Eine Überwachungskamera hat einen weißen Mitsubishi-Lastwagen erfasst, die Augenblicke vor der Explosion in der Nähe von Hararis Wagenkolonne fuhr; die Ermittler haben diesen Lastwagen herausgedeutet, die Explosivstoffe befördert zu haben, die auf 1.000 kg geschätzt werden. Da Hariris Kolonne mit Störanlagen ausgestattet war, die Fernsteuerungssignale abblockt, wurde der Anschlag durch einen Selbstmordattentäter ausgeführt. Der Bericht zitiert einen Zeugen, der aussagte, der Bomber sei ein Iraker und veranlasst worden zu glauben, dass es sich bei seinem Ziel um den irakischen Ministerpräsidenten Iyad Allawi handelte, der einige Tage zuvor in Beirut gewesen war.

Der Report schloss, dass höhere syrische und libanesische Offizielle das Attentat ab Mitte 2004 geplant hatten.

Bombenanschlag in Neu-Jdeideh[Bearbeiten]

Eine Autobombe explodierte am 19. März in dem Beiruter Vorort Neu-Jdeideh. Bei dem Anschlag in einem teils Geschäftsviertel, teils Wohnviertel wurden elf Personen verletzt. Es wurde berichtet, dass der Fahrer des Auto versuchte, vor einer Bingospielhalle zu parken, aber er wurde dort fortgeschickt und so parkte er neben einen Apartment-Gebäude.

Bombenexplosion in Kaslik[Bearbeiten]

Am 23. März explodierte eine Bombe in einer Ledertasche am Hintereingang des Beiruter Einkaufszentrums Kaslik. Drei Hausmeister, zwei Inder und ein Pakistaner wurden getötet und zwei Menschen aus Sri Lanka sowie zwei Libanesen wurden verletzt. Das Dach des Gebäudes stürzte ein.

Bombenanschlag in Sad el-Bouchrieh[Bearbeiten]

Eine Autobombe verletzte im Beiruter Stadtteil Sad el-Bouchrieh sechs Personen. Bei der Explosion wurden mehrere Werkstätten zerstört.

Bombenanschlag in Broummana[Bearbeiten]

Am 1. April wurden bei einer Bombenexplosion in der Ortschaft Broummana, 20 km östlich von Beirut gelegen, zwölf Personen verletzt.

Bombenanschlag in Jounieh[Bearbeiten]

Am 6. Mai explodierte eine Autobombe zwischen dem christlichen Radiosender Sawt al Mahaba und der Kirche Mar Yuhanna in Jounieh. Die Rundfunkstation wurde zerstört und die Kirche erheblich beschädigt. Zwei Menschen wurden getötet und mindestens 22 weitere wurden verletzt.

Attentat auf Samir Kassir[Bearbeiten]

Der anti-syrische Journalist Samir Kassir kam am 2. Juni im Beiruter Bezirk Ashrafiyeh durch eine Bombe in seinem Auto ums Leben. Das Viertel ist überwiegend christlich bewohnt. Kassir war ein Kolumnist für die Zeitung an-Nahar, wo eine Reihe von seinen Artikeln erschienen, die das pro-syrische Regime kritisierten,.

Attentat auf George Hawi[Bearbeiten]

Der frühere Führer der Libanesischen Kommunistischen Partei und Kritiker Syriens George Hawi starb, als sein Fahrzeug am 21. Juni 2005 bei der Fahrt durch den Beiruter Bezirk Wata Musaitbi explodierte.

Attentat auf Elias Murr[Bearbeiten]

Eine Autobombe verletzte am 12. Juli 2005 den abtretenden libanesischen Verteidigungsminister Elias Murr, als sein Fahrzeug durch den christlichen Beiruter Vorort Antelias fuhr. Zwei Menschen kamen ums Leben und mehrere andere wurden verletzt. Dieser Anschlag ist herausragend in der Bombenaschlagsserie, da Murr als pro-syrisch eingeschätzt wird.

Bombenanschlage in der Rue Monot[Bearbeiten]

Am 22. Juli explodierte eine Bombe in einem Auto, das vor einem Restaurant in der Rue Monot in Beirut geparkt war. Dabei wurden zwölf Menschen verletzt. Die Größe der Bombe wurde auf 50 Pfund geschätzt.

Bombenanschlag in Zalqa[Bearbeiten]

In der überwiegend von Christen bewohnten Vorort Zalqa explodierte am 22. August eine Bombe zwischen einem Einkaufszentrum und einem Hotel. Dabei wurden Geschäfte und Fenster zerstört und acht Menschen verletzt. Die Bombe bestand aus 20 bis 30 kg TNT und wurde durch einen Zeitzünder ausgelöst.

Bombenanschlag in Jeitawi[Bearbeiten]

Eine Explosion, die vermutlich durch eine Autobombe ausgelöst wurde, erschütterte am 16. September 2005 die überwiegend christliche Umgebung von Ashrafieh. Eine Person wurde getötet und 23 verletzt. Zwei Fahrzeuge flogen in die Luft und Gebäude in der näheren Umgebung wurden schwer beschädigt.

Attentat auf May Chidiac[Bearbeiten]

Die christliche Journalistin und Kritikerin Syriens May Chidiac wurde am 25. September durch eine Bombe verletzt, als sie in Jounieh in ihr Auto einstieg. Sie verlor ihr linkes Bein und den linken Arm. Chidiac war Nachrichtensprecherin bei der Lebanese Broadcasting Corporation.

Attentat auf Gebran Tueni[Bearbeiten]

Der bekannte anti-syrische Journalist und Abgeordnete Gebran Tueni wurde am 12. Dezember durch eine Autobombe getötet. Er war nur einen Tag zuvor aus Frankreich zurückgekehrt, wo er sich aus Angst vor einem Attentat aufgehalten hatte. Zwei weitere Personen, sein Fahrer und ein Passant kamen ebenfalls bei der Explosion ums Leben, die sich ereignete, als sein Wagen durch den Beiruter Industrievorort Mkalles fuhr. Weitere 30 Personen wurden verletzt und mindestens 10 Fahrzeuge wurden zerstört[2]

Am 28. Dezember 2005 meldete die libanesische Zeitung an-Nahar, dass sie ein Bekennerschreiben von einer Gruppe erhalten hat, die sich "Die Kämpfer für die Einheit und Freiheit in al-Sham" nennt und die behauptet, für den Tod des früheren Herausgebers der Zeitung Tueni verantwortlich zu sein. Das Schreiben sagte auch, dass der abtretende Vorsitzende von UNIIIC, der deutsche Staatsanwalt Detlev Mehlis Glück hatte, dem Tod zu entgehen und drohte seinem Nachfolger mit einem Attentat, sollte er Syrien zu nahe kommen [3].

Andere Bomben[Bearbeiten]

Es gab einige kleinere Zwischenfälle, die manchmal mit der Bombenserie in Verbindung gebracht werden:

  • Eine Bombe unter einem Auto in Khaldeh südlich von Beirut verletzte am 1. Juli eine Person. Es wird gesagt, dass diese Explosion auf einen Familienstreit zurückgeht.
  • Eine Bombe, die in dem Auto des Journalisten Ali Ramez Tohme angebracht war, explodierte am frühen Morgen des 15. Septembers in Mazboud. Tohme wurde nicht verletzt. Das Motiv könnte ein Artikel von Tohme gewesen sein, in welchem er Rafiq al-Hariri verteidigte.
  • Eine kleinere Explosion ereignete sich im Informationsbüro Kuwaits am 19. September. Dabei wurden ein Mensch getötet und zwei verletzt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. United Nations: Mehlis-Bericht (zugegriffen am 11. September 2006)
  2. United Nations: [1] (zugegriffen am 11. September 2006).
  3. Associated Press: [2], Datum fehlt

Siehe auch[Bearbeiten]