Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll

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Filmdaten
Deutscher Titel Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll
Originaltitel Behind the Candelabra
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2013
Länge 115 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
Stab
Regie Steven Soderbergh
Drehbuch Richard LaGravenese
Produktion Susan Ekins
Gregory Jacobs
Michael Polaire
Musik Marvin Hamlisch
Kamera Steven Soderbergh
als Peter Andrews
Schnitt Steven Soderbergh
als Mary Ann Bernard
Besetzung

Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Originaltitel: Behind the Candelabra) ist eine US-amerikanische Filmbiografie des Regisseurs Steven Soderbergh aus dem Jahre 2013. Er thematisiert das Leben des Star- und Showpianisten Liberace und dessen Beziehung zu seinem Lebensgefährten Scott Thorson. Der Originaltitel Behind the Candelabra bezieht sich auf den Kerzenleuchter, der auf Liberaces Piano aufgestellt war und als dessen Markenzeichen galt.

Handlung[Bearbeiten]

Mitte der 1970er Jahre lernt der 17-jährige Scott den Pianisten Liberace kennen. Liberace ist einer der größten Stars der US-amerikanischen Unterhaltungsindustrie und führt ein Leben in Luxus, während Scott als Adoptivkind aus einfachsten Verhältnissen stammt. Der junge Scott ist von der glamourösen Welt des Stars fasziniert und lässt sich auf eine – vor der Öffentlichkeit verborgene – Liebesbeziehung zu dem älteren Mann ein. Offiziell als Fahrer beschäftigt, wird Scott zum dauerhaften Lebensgefährten des exaltierten Stars, der u. a. seinen Schönheitschirurgen Dr. Startz damit beauftragt, Scotts Gesichtszüge nach seinem Vorbild umzugestalten. Nachdem Scott – auch durch Schmerzmittel von Dr. Startz – ein Drogenproblem entwickelt und Liberace eine Affäre mit einem jungen Tänzer seiner Show eingeht, zerbricht die Liebe. Liberace wirft Scott aus seinem Haus, Scott verklagt Liberace im Gegenzug auf Unterhalt aus einer eheähnlichen Beziehung. Einige Jahre später lässt der schwer AIDS-kranke Liberace Scott zu sich rufen und es kommt zu einer Aussöhnung am Sterbebett.

Hintergrund[Bearbeiten]

Steven Soderbergh plante bereits seit langem, einen Film über Liberace zu drehen, in welchem Michael Douglas die Hauptrolle spielen sollte. Eine Krebserkrankung Douglas' verzögerte das Projekt jedoch. Weitere Schwierigkeiten bereitete dem Projekt die Finanzierung, da die großen Hollywoodstudios kein Potential in dem Thema sahen und es als zu gay ablehnten. Die Querelen mit den etablierten Filmstudios anlässlich der Verfilmung veranlassten den Regisseur zu der Äußerung, bis auf weiteres keine Kinofilme mehr machen zu wollen. Soderbergh kam schließlich mit HBO Films, einer Tochtergesellschaft des Kabelsenders HBO ins Gespräch, der in der Vergangenheit bereits mehrere unkonventionelle Filmprojekte verwirklichte.

Der Film lief am 26. Mai 2013 im US-amerikanischen Fernsehen, hatte seine Uraufführung jedoch bereits einige Tag zuvor auf den Filmfestspielen in Cannes, wo er begeistert aufgenommen wurde. Matt Damon und besonders Michael Douglas wurde hier eine der größten Leistungen ihrer schauspielerischen Karriere bezeugt. Bedingt durch die Fernsehausstrahlung konnte der Film in den USA nicht für die Nominierungen der künftigen Oscars berücksichtigt werden, gewann jedoch bei den Critics’ Choice Television-, den Emmy-Awards 2013 sowie den Golden Globe Awards 2014 unter anderem jeweils in den Rubriken Bester Film und Bester Hauptdarsteller.

Die Filmmusik zu Behind the Candelabra war die letzte Arbeit von Marvin Hamlisch, der im August 2012 verstarb.

Kritiken[Bearbeiten]

  • Süddeutsche.de 10/2013: Was Michael Douglas als Liberace da abliefert, wurde gerade mit einem Emmy prämiert – ein großartiger, hinreißender Auftritt, charmant und verschlagen, irgendwie fast verführerisch. Als hätte sich Michael Douglas freigespielt und könnte nun ohne jeden Zwang agieren, eine Figur, die mit ihrer Künstlichkeit spielt, und der man dennoch jede Sekunde glaubt.[2]
  • Zeit.de 09/2013: Matt Damon und Michael Douglas als schwules Las-Vegas-Paar – das ist eindeutig zu viel für die Augen. Und genau darum herrlich.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PSF) der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft|FSK)
  2. Süddeutsche.de vom 4. Oktober 2013
  3. Zeit.de vom 30. September 2013