Liberal Party

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Dieser Artikel befasst sich mit einer Partei in Großbritannien. Für gleichnamige Parteien anderer Länder, siehe Liberale Partei.
Liberal Party
Liberale Partei
Logo der Liberal Party
Partei­vorsitzender Herbert Henry Asquith (1916–1926)
Gründung 1859
Auflösung 2. März 1988
Aus­richtung Liberalismus, Linksliberalismus
Farbe(n) Gelb
Internationale Verbindungen Liberale Internationale (LI)

Die Liberal Party [ˈlɪbəɹəl ˈpɑːti] war eine politische Partei in Großbritannien. Sie ging in den 1830er Jahren aus der Whig Party und den sogenannten Radikalen hervor, zu denen sich später noch die Anhänger von Sir Robert Peel gesellten. Einer ihrer stärksten Führer war David Lloyd George. Im britischen Zweiparteiensystem war sie neben der Conservative Party die reformerischere politische Kraft, die außerdem den Freihandel befürwortete. Sie wechselte sich bis 1885 mit den Konservativen in der Regierung ab.

In den nachfolgenden hundert Jahren verlor die Liberal Party schrittweise an Bedeutung.

Bei den Unterhauswahlen von 1983 und 1987 bildeten die Liberals zusammen mit der von der Labour Party abgespaltenen Social Democratic Party eine Wahlallianz (The Alliance). 1988 vereinigten sich schließlich die beiden Parteien zu den Liberal Democrats.

Heutzutage existiert in Großbritannien eine Liberal Party, die von Gegnern der Fusion mit der Social Democratic Party gebildet wurde. Es handelt sich aber rechtlich um eine neue Organisation, nicht um die Rechtsnachfolgerin der in der Vereinigung aufgegangenen Liberal Party.

Geschichte[Bearbeiten]

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Die Abspaltung der Unionist Party über die Frage der irischen Selbstregierung schwächte die Liberalen nachhaltig. Sie konnte dennoch 1906 noch einmal eine Mehrheit erringen. Das Aufkommen der Labour Party allerdings entzog den Liberalen ihre Wähler in der Arbeiterschaft, und sie wurde von der Arbeitspartei in der Rolle der zweiten großen Partei abgelöst. Vor Gründung der Labour Party im Jahr 1900 kandidierten Vertreter der Arbeiterschaft, das heißt der Trade Unions, für die Liberalen zu den Unterhauswahlen ("Lib Lab").

1931 kam es zur Abspaltung der National Liberal Party.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erreichte ihr Wähleranteil einen Tiefpunkt; dann erholte er sich. Wegen des Mehrheitswahlrechts konnten die Liberalen allerdings trotz eines Stimmanteils von teilweise nahezu 20 % landesweit nur wenige Sitze im britischen Unterhaus erringen.

Liberal Vorsitzende von 1859 bis 1988[Bearbeiten]

Liberale Vorsitzende im House of Commons von 1859 bis 1916[Bearbeiten]

1859–1865: Henry John Temple, 3. Viscount Palmerston
1865–1875: William Ewart Gladstone
1875–1880: Spencer Compton Cavendish
1880–1894: William Ewart Gladstone
1894–1898: William Vernon Harcourt
1899–1908: Henry Campbell-Bannerman
1908–1916: Herbert Henry Asquith (1925)

Vorsitzende der Liberal Party von 1916 bis 1988[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Roy Douglas: Liberals: The History of the Liberal and Liberal Democrat Parties. London: Hambledon & London, 2005; ISBN 1-85285-353-0
  • Detlev Mares: Goodbye Gladstone. Die Liberale Partei im spätviktorianischen Großbritannien 1886-1906. In: Jahrbuch zur Liberalismus-Forschung 19 (2007), S. 137–162.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Liberal Party – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]