Liberale Partei der Schweiz

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Liberale Partei der Schweiz

Logo der Liberalen Partei der Schweiz

Gründungsdatum: 1913

Die Liberale Partei der Schweiz (LPS), französisch Parti Libéral Suisse (PLS), italienisch Partito Liberale Svizzero (PLS), rätoromanisch Partida liberala svizra (PLS), war eine politische Partei in der Schweiz, die einen wirtschaftsliberalen Kurs vertrat und in ihren Hochburgen als Partei des Grossbürgertums galt. Sie fusionierte 2009 auf Bundesebene mit der Freisinnig-Demokratischen Partei der Schweiz zur FDP.Die Liberalen. Im Kanton Basel-Stadt (Liberal-Demokratische Partei) und vorläufig noch im Kanton Waadt bestehen die Liberalen Parteien unter dem Dach der FDP Schweiz fort.

Geschichte[Bearbeiten]

Ihre Ursprünge liegen bei den Liberalen oder Liberalkonservativen des 19. Jahrhunderts, welche stark föderalistische Positionen vertraten. Diese waren Teil der Regenerationsbewegung zwischen 1830 und 1848 und positionierten sich dann im neuen Parlament im Zentrum. In den meisten Kantonen gingen sie in den Freisinnigen auf, die 1894 die schweizerische Freisinnig-Demokratische Partei gründeten. In den reformierten Kantonen der französischsprachigen Schweiz (Genf, Waadt und Neuenburg) und in Basel-Stadt blieben sie eigenständig und gründeten 1893 die liberal-demokratische Fraktion im Nationalrat, die damals 13 Mitglieder zählte, und 1913 die Liberale Partei der Schweiz, die zu Beginn auch Sektionen in den Kantonen Zürich, Schaffhausen, Graubünden, Freiburg und Bern umfasste. Zwischen 1917 und 1919 hatten die Liberalen mit dem Genfer Gustave Ador sogar einen eigenen Bundesrat.

Die Partei versuchte zwar in den 80er- und 90er-Jahren in den Kantonen Basel-Landschaft, Bern, Freiburg, Wallis und Zürich Fuss zu fassen, jedoch mit durchzogenem Ergebnis. Die basellandschaftliche Sektion löste sich wieder auf. Die anderen Sektionen blieben bedeutungslos, lediglich im Wallis konnte sie zwei Parlamentssitze erlangen. Dieser Misserfolg lässt sich darauf zurückführen, dass ihre rechtsliberalen Positionen im Kanton Zürich schon von der FDP, im Kanton Bern von der SVP vertreten wurden.

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2003 verloren die Liberalen ihre Parlamentssitze in Basel-Stadt und Neuenburg und waren dadurch nur noch mit je zwei Sitzen aus den Kantonen Genf und Waadt im Nationalrat vertreten. Damit verloren die Liberalen auch den Fraktionsstatus; sie schlossen sich der FDP-Fraktion an.

Fusion mit der FDP[Bearbeiten]

Aufgrund positiver Erfahrung der Fraktionsgemeinschaft von LPS und FDP wurde 2005 ihr Parteiverbund, die Union der Freisinnigen und Liberalen, gegründet.[1] Am 1. März 2007 fusionierten die Frauengruppen von LPS und FDP unter dem Namen «FDP-Frauen Schweiz – Wir Liberale».[2] 2008 wurde die liberale Nationalrätin Martine Brunschwig Graf zur Vize-Fraktionschefin der FDP/LPS-Fraktion der Bundesversammlung gewählt.[3] Die Jungliberalen fusionierten mit den Jungfreisinnigen am 12. April 2008, wobei der Name «Jungfreisinnige Schweiz» beibehalten wurde, auf französisch lautet der neue Name: «Jeunes libéraux radicaux suisses», die Basler Jungliberalen blieben unabhängig.[4]

Die LPS und FDP deklarierten am 25. Oktober 2008 an einem gemeinsamen Parteitag in Bern ihre Fusion auf nationaler Ebene und gründeten per anfangs 2009 eine neue schweizerische liberale Partei.[5] Die neue Partei trägt den Namen «FDP – Die Liberalen», «PLR – Les Libéraux-Radicaux», «PLR – I Liberali», «PLD – Ils Liberals» für die vier Sprachregionen. In den Kantonen Tessin und Jura existierten bereits seit Jahren davor gemeinsame freisinnig-liberale Parteien («Partito liberale-radicale cantone Ticino» bzw. «Parti libéral-radical du canton de Jura»). 2007 und 2008 vollzogen auch die Freiburger, Neuenburger und Walliser Kantonalparteien der Liberalen und des Freisinns die Fusion auf Kantonsebene.[6] Die liberalen Parteien von Basel-Stadt, Genf und Waadt blieben auf kantonaler Ebene vorerst bestehen. Mitte 2011 folgte dann die Fusion im Kanton Genf, und für 2012 ist sie im Kanton Waadt vorgesehen. Die noch bestehenden kantonalen Parteien sind nun zusammen mit ihren freisinnigen Schwesterparteien Teil der neuen liberalen Bundespartei.

Mit der Fusion wurden die FDP-Liberalen in mindestens fünf Kantonen – Genf, Neuenburg, Solothurn, Tessin und Waadt – mit 20 bis 35 Prozent Wählerstimmen die stärkste Kraft, und in den Kantonen Basel-Stadt und Wallis wuchsen neu zur zweitstärksten politischen Bewegung.

Präsidenten der LPS[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Swissinfo: Liberales Bündnis gegen Links und Rechts
  2. Zusammenschluss von FDP Frauen und liberalen Frauen, news.ch, 30. Dezember 2007;    Les femmes veulent jouer les marieuses entre les Partis radical et libéral, Le Matin vom 29. Dezember 2007.
  3. FDP-Liberale Fraktion der Bundesversammlung
  4. Jungfreisinnige und -liberale fusionieren, LimmattalOnline, 12. April 2008.
  5. «Eine neue nationale Partei entsteht. FDP und LPS bilden gemeinsam das liberale Original», FDP-Medienkonferenz, 15. Juli 2008
  6. Neuenburger FDP und Liberale fusionieren, Neue Zürcher Zeitung, 12. April 2008