Liberale Synagoge Königsberg

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Neue Synagoge Königsberg

Die Neue Liberale Synagoge war eine Synagoge in Königsberg (Preußen).

Sie wurde wie die Hannoversche Synagoge und die Breslauer Synagoge im Stil des Eklektizismus und Historismus nach Vorbildern des Wormser und Aachener Doms gestaltet. Der Bau entstand nach Entwürfen des Berliner Architekturbüros Cremer & Wolffenstein, die beim Architekturwettbewerb 1892 prämiert worden waren. Die Rekonstruktion der 1938 zerstörten Synagoge an altem Ort wurde 2008 genehmigt; die Grundsteinlegung erfolgte 2011.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Nach denen Berlins und Breslaus war die Jüdische Gemeinde Königsberg die drittgrößte Deutschlands. Anfang des 20. Jahrhunderts existierten in Königsberg mehrere Synagogen der liberalen, der polnischen und der chassidischen Juden. Die orthodoxe Gemeinde Adass Jisroel verfügte über einen Betraum an der Synagogenstraße.

Die größte Königsberger Synagoge war die Neue Liberale Synagoge. Sie stand an der Ostseite der Lindenstraße (heute: Oktjabrskaja-Straße), gegenüber der Honigbrücke zur Dominsel. Am 25. August 1896 wurde sie als dritte Synagoge in Ostpreußens Provinzialhauptstadt eingeweiht. Zugegen waren der Oberpräsident Wilhelm von Bismarck, Oberbürgermeister Hermann Theodor Hoffmann, die Professoren Karl von Gareis und Adalbert Bezzenberger, der Stadtkommandant Eugen Keyler und der Zweite Bürgermeister Karl Brinkmann.[2]

Das Gebäude war ein hoher überkuppelter Zentralbau nach dem Vorbild des Aachener Doms, flankiert von rundlichen Türmen wie der Wormser Dom. Die Fassade schmückte ein hohes Portal mit einer Rosette.

Während der Novemberpogrome 1938 wurde die Synagoge zerstört.[3] An der Wand des erhalten gebliebenen, ehemals angrenzenden Jüdischen Waisenhauses (erbaut 1904 nach dem Entwurf von Fritz Behrendt)[4] befindet sich heute eine Gedenktafel, die an die Neue Synagoge erinnert.

Der Wiederaufbau der Neuen Synagoge an altem Ort ist seit 2008 genehmigt und soll in Anlehnung an das historische Vorbild, jedoch mit modern gestaltetem Innenraum erfolgen. Ein symbolischer Grundstein wurde 2011 gesetzt.[5]


Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Königsberg Synagogue – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kaliningrad: Jüdische Gemeinde gewinnt Zirkus-Prozess. Auf: kaliningrad.aktuell.ru am 30. August 2012
  2. Festschrift zur 25. Wiederkehr der Einweihung, 1921 (PDF)
  3. Das Symbol der Synagogenorgel. Auf: faz.net am 29. Januar 2007
  4.  Nils Aschenbeck: Moderne Architektur in Ostpreußen. 1991 (http://www.ostpreussen.de/uploads/media/Moderne_Architektur_in_Ostpreussen.pdf, abgerufen am 30. Dezember 2012).
  5. Kaliningrad: Jüdische Gemeinde gewinnt Zirkus-Prozess. Auf: kaliningrad.aktuell.ru am 30. August 2012

54.70568333333320.515552777778Koordinaten: 54° 42′ N, 20° 31′ O