Liberalismus (Internationale Beziehungen)

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Dieser Artikel behandelt die Theorie der Internationalen Beziehungen. Für die politische Theorie siehe Liberalismus.

Der Begriff Liberalismus umschreibt in den Internationalen Beziehungen eine breite Denkschule, die das Verhalten politischer Akteure zueinander im internationalen Maßstab zu erklären versucht. Diese bezieht die wesentlichen anthropologischen Grundannahmen aus der gleichnamigen politischen Theorie des Liberalismus. Er ist der dominierenden Theorie des Realismus entgegengestellt und stellt eine Weiterentwicklung des Liberalismus der Zwischenkriegszeit dar, den Realisten wie E. H. Carr als „Idealismus“ geringgeschätzt hatten. Zu unterscheiden ist der Liberalismus in den Internationalen Beziehungen vom Neoliberalismus, der vor allem die Bildung, Wirksamkeit und Lebensdauer internationaler Organisationen untersucht.

Der Liberalismus sieht, im Gegensatz zu vielen Realisten, die inneren Gegebenheiten eines politischen Akteurs, beispielsweise eines Staates, für dessen internationales Verhalten als maßgeblich an. Eine Mehrzahl liberaler Forscher ordnet sich rationalistischen Erklärungsansätzen zu, allerdings haben auch konstruktivistische Theorien Eingang in den Liberalismus gefunden. Als ungeklärt gilt bisher, welchen Einfluss der innenpolitische Prozess im Vergleich zur Verfasstheit eines politischen Gemeinwesens hat.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dunne, Tim: Liberalism, in: Baylis, John et al.: The Globalization of World Politics: An Introduction to International Relations, 4th edition. Oxford: Oxford University Press 2008, ISBN 0-19-929777-0, S. 108−122.
  • Panke, Diana; Risse, Thomas: Liberalism, in: Dunne, Tim et al.: International Relations Theories: Discipline and Diversity, Oxford: Oxford University Press 2007, ISBN 0-19-929833-5, S. 89 − 108.