Libero Andreotti

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Christus der Erlöser des Libero Andreotti im Siegesdenkmal Bozen

Libero Andreotti (* 15. Juni 1875 in Pescia; † 4. April 1933 in Florenz) war ein italienischer Bildhauer.

Leben[Bearbeiten]

Im Alter von acht bis von siebzehn Jahren arbeitete er in einer Schmiedewerkstatt, in Lucca begegnete er dann Alfredo Caselli und dem Dichter Giovanni Pascoli, die ihn in die künstlerischen und kulturellen Belange einführten. Ein Onkel fand für ihn Arbeit in Palermo, in der Landron-Bibliothek. Dort wurde er als Illustrator der sozialistischen Wochenzeitung „La battaglia“ angestellt.

Enttäuscht von den Inselmilieus kehrte er in die Toskana nach Florenz zurück, wo er die Tätigkeit als Illustrator, Karikaturist und Keramiker fortsetzte.

Später in Mailand begann er sich im kleineren Maße der Bildhauerei zu widmen. Hilfe und Unterstützung erhielt er vom Kunsthändler Grubicy, der sein Talent erkannte und ihn zur Biennale von Venedig und daraufhin nach Paris brachte.

Der Pariser Aufenthalt war wichtig, er erlaubte ihm seine Provinzialität abzulegen und neue technische Kompetenzen zu erwerben. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges musste er nach Italien zurückkehren.

Er schloss eine tiefe und vorteilhafte Freundschaft mit dem Kritiker Ugo Ojetti, der ihn in die größten Kunstzentren Norditaliens schickte.

Im Jahre 1922 erhielt er den ersten Großauftrag (das Denkmal für die Gefallenen von Roncade), es folgten die Arbeiten an den Denkmälern von Saronno, an der Basilica von S. Croce in Florenz, am Siegesbogen von Bozen.

Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er in Florenz, wo er vom städtischen kulturellen Milieu beseelt wurde.

Er ist auf dem Friedhof Porte Sante in San Miniato al Monte begraben.

Einfluss[Bearbeiten]

In den 1980ern erwarb die Stadt Pescia eine bedeutende Menge an Gipsabgüssen Andreottis, die ihm als Grundlage für seine Werke gedient hatten. Sie bilden die Gipsothek Libero Andreotti, die in den Räumen des alten Rathauses untergebracht ist.

Seine Geburtsstadt Pescia richtete 1992 im Palagio ein Museum ein, in dem insgesamt 230 Gipsmodelle seiner Werke ausgestellt sind.

Literatur[Bearbeiten]

  • Luisella Bernardini: La scultura fra le due guerre: Libero Andreotti e la sua scuola
  • Penelope Curtis: Dead Language Sculpture. Sculpture from Fascist Italy., Leeds/Rovereto 2003. Diese Untersuchung beschäftigt sich in englischer Sprache mit den Werken von Libero Andreotti, Arturo Martini, Fausto Melotti und Lucio Fontana.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Libero Andreotti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien