Libertarian Party

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Libertarian Party
Libertarian Party.svg
Parteivorsitzender Geoff Neale
Vorsitzender der Senatsfraktion N.A.
Vorsitzender im Repräsentantenhaus N.A.
Gründung 1971
Hauptsitz der Partei 2600 Virginia Avenue NW, Suite 100
Washington, D.C. 20037
Ausrichtung Libertarismus
Internationale Verbindungen Interlibertarians[1]
Farbe(n) Blau (inoffiziell), Gelb (Wird gelegentlich zur Unterscheidung von den Demokraten verwendet)
Website http://www.lp.org

Die Libertarian Party ist eine politische Partei der Vereinigten Staaten von Amerika, die 1971 gegründet wurde. Sie ist mit über 200.000 registrierten Wählern und über 600 Amtsträgern eine der größeren „Drittparteien“ der USA. Vorsitzender (Chairman) ist seit 2013 Geoff Neale, der die Nachfolge von Mark Hinkle antrat.

Die Libertarian Party tritt für eine libertäre Politik ein: In der Wirtschaft favorisiert sie den laissez-faire, d. h. eine weitgehend freie Marktwirtschaft, auf politischer Ebene einen Minimalstaat (staatliche Aufgaben auf Polizei, Militär und Justiz eingeschränkt) unter Ablehnung jeglicher Eingriffe des Staates in die Wirtschaft und ins Soziale. Die Individualrechte und Selbstverantwortung der einzelnen Bürger werden in den Mittelpunkt gestellt.

Programmatik[Bearbeiten]

Zu den Grundsätzen der Libertarian Party gehören eine selbstregulierende freie Marktwirtschaft, das Recht auf Waffenbesitz und die Abschaffung des staatlichen Wohlfahrtssystems. Daneben tritt die Partei für freie Meinungsäußerung, Versammlungsfreiheit, Freie Migration, Legalisierung von Drogen und eine Außenpolitik ohne militärische Interventionen ein.

Die Partei erklärt, dass ihre Programmatik ein konsequentes Ersuchen nach Prinzipien gegenseitigen Respekts für Rechte sei und dass sie sehr interessiert an individueller Freiheit sei, da diese als Vorbedingung für Moral und stabile Gesellschaften angesehen werden. Sie lehnt die Sicht auf die Politik als ein eindimensionales, Links-Rechts-Spektrum ab, in dem zwischen „links“ und „rechts“ getrennt wird und die Demokraten die Linken und die Republikaner die Rechten repräsentieren.

Manche Politikbeobachter sehen die Libertarian Party als konservativ an (vor allem wegen ihrer Unterstützung für das Tragen von Waffen und ihrer Sichtweise auf Steuern). Andere wiederum sehen sie als liberal an, weil sie eine Außenpolitik ohne Interventionen und eine freie Migration propagieren.

Die Partei vertritt nach eigenen Angaben eine Begrenzung des staatlichen Handelns auf den in der Verfassung vorgegebenen Rahmen. Wie in jeder Partei gibt es interne Debatten über die Programmatik, und nicht alle Parteimitglieder unterstützen die vollständige Umsetzung.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Libertarian Party wurde am 11. Dezember 1971 von David Nolan gegründet. Vorausgegangen war eine Debatte zur Gründung einer libertären Partei. An dieser Debatte waren John Hospers, Edward Crane, Manual Klausner, Murray Rothbard, R.A. Childs, Theodora Nathan und Jim Dean beteiligt. Die rasch eingeführten Preiskontrollen von Präsident Richard Nixon brachte die Libertarian Party zu der Auffassung, dass sich die Republikaner und Demokraten von den libertären Prinzipien der amerikanischen Gründungsväter entfernt hätten.

Bei der Präsidentschaftswahl 1972 war die Partei auf über 80 Mitglieder angewachsen und hatte die Zulassung zur Teilnahme an der Wahl in zwei Bundesstaaten errungen. Die Präsidentschaftskandidaten John Hospers und Theodora Nathan konnten etwas weniger als 3000 Wählerstimmen für sich gewinnen. Sie erhielten aber von Roger MacBride, einem Republikaner aus Virginia, die erste und einzige Stimme für eine libertäre Partei im Wahlmännerkollegium.

Bei der Wahl 1980 konnte die Partei in allen Bundesstaaten, dem District of Columbia und auf Guam antreten. Seit der Sozialistischen Partei bei der Wahl von 1916 war es das erste Mal, dass dies einer Third Party gelungen war. Die Kandidatur von Ed Clark und David H. Koch kostete mehrere Millionen Dollar. Die beiden Kandidaten erhielten über ein Prozent der Wählerstimmen, was das bis heute erfolgreichste Ergebnis der Partei bei Präsidentschaftswahlen darstellt.

1983 kam es zu internen Auseinandersetzungen, die dazu führten, dass die früheren Parteivorsitzenden Edward Crane und David H. Koch die Partei verließen und viele ihrer Unterstützer diesem Beispiel folgten.

Bei der Wahl 1984 konnte der Präsidentschaftskandidat David Bergland in 36 Bundesstaaten antreten und erhielt 0,25 Prozent der Wählerstimmen. 1994 trat der Radiomoderator Howard Stern für das Amt des Gouverneurs von New York an. Obwohl er sich rechtmäßig für die Wahl qualifiziert hatte und Wahlkampf führte, sahen viele seine Ambitionen auf das Amt nur als eine Werbemaßnahme.

In den Jahren 1996 und 2000 trat Harry Browne als Präsidentschaftskandidat an. Der Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten war Jo Jorgensen, eine Unternehmerin aus South Carolina. Bei diesen Wahlen erhielt der Präsidentschaftskandidat zwischen 0,5 und 0,75 Prozent der Wählerstimmen.

Vor der Wahl 2004 kämpften drei Kandidaten um die Nominierung als Präsidentschaftskandidat der Partei. Michael Badnarik setzte sich dabei durch. Badnarik erhielt 397.367 Wählerstimmen. Trotz der relativen Unbekanntheit Badnariks und den wenigen zur Verfügung stehenden Geldmittel war dieses Ergebnis ein Erfolg für die Partei.

Für die Präsidentschaftswahl 2012 wurde der frühere republikanische Gouverneur von New Mexico, Gary E. Johnson, als Kandidat nominiert.

Präsidentschaftskandidaten[Bearbeiten]

Prominente Parteimitglieder[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]

Weblinks[Bearbeiten]