Liberty University

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Vorlage:Infobox Hochschule/Logo fehltVorlage:Infobox Hochschule/Professoren fehlt

Liberty University
Motto Knowledge Aflame
Gründung 1971
Trägerschaft privat
Ort Lynchburg, Virginia
Chancellor Jerry Falwell, Jr.
Studenten 100.000 (davon 90.000 Online-Studenten) (Juni 2013)
Mitarbeiter 833 (Mai 2007)
Hochschulsport Big South Conference
Website www.liberty.edu
Demoss Learning Center
Vines Center
Williams Stadium
Die Liberty Flames

Die Liberty University ist eine private, christliche Universität in Lynchburg, im US-Bundesstaat Virginia. Sie wurde 1971 durch den fundamentalistischen Baptistenprediger Jerry Falwell gegründet und hat 12.600 eingeschriebene Studenten im Präsenzstudium und etwa 90.000 Online-Studenten.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Liberty University wurde 1971 vom baptistischen Pfarrer und Fernsehprediger Jerry Falwell gegründet. Sein Sohn Jerry Falwell, Jr. folgte ihm als Präsident der Liberty University. Die Universität hat enge Verbindungen zur religiösen Rechten und wurde lange Zeit von der von Falwell mitgegründeten Organisation Moral Majority finanziert.

Akkreditierung[Bearbeiten]

Liberty University bietet 60 beglaubigte Hochschulabschlüsse an. Die juristische Fakultät ("Law School") erlangte 2010 die vollständige Zulassung durch die American Barr Association und eine Level VI Akkreditation durch die Southern Association of Colleges and Schools (SACS), die höchste von SACS vergebene Klassifizierung. Liberty University wird außerdem durch folgende Institute beglaubigt: American Bar Association (ABA), Accreditation Board for Engineering and Technology (ABET), National Council for Accreditation of Teacher Education (NCATE), Commission on Collegiate Nursing Education (CCNE), Aviation Accreditation Board International (AABI), National Association of Schools of Music (NASM) Commission on Accreditation of Athletic Training Education (CAATE), Accreditation of Allied Health Education Programs (CAAHEP), und[60] Accreditation Board for Engineering and Technology (ABET).

Lehre[Bearbeiten]

Kreationismus[Bearbeiten]

Im Biologie-Unterricht der Universität wird Wert darauf gelegt, die Evolutionstheorie zu problematisieren und die Sichtweise des Junge-Erde-Kreationisten als bessere Erklärung darzustellen. Die Universität arbeitet dabei mit der Gruppe „Answers in Genesis“ zusammen.[2][3][4][5][6][7][8] Die Liberty University führte obligatorischen Intelligent-Design-Unterricht ein, sodass alle Studenten verpflichtet sind unabhängig von ihrem Studienfach ein Semester kreationistische Biologie zu studieren.[9] Im Oktober 2006 wurde eine Stellenanzeige aufgegeben, in der nach wissenschaftlichen Mitarbeitern gesucht wurde, die die Ansichten der Junge-Erde-Kreationisten teilten.[10]

Im gleichen Monat äußerte sich der Evolutionsbiologe Richard Dawkins über die Liberty University:

“If it's really true that the museum at Liberty University has dinosaur fossils which are labeled as being 3,000 years old, then that is an educational disgrace. It is debauching the whole idea of a university, and I would strongly encourage any members of Liberty University who may be here, to leave and go to a proper university.”

„Wenn es wirklich wahr ist, dass das Museum der LU Dinosaurier -Fossilien zeige, die 3.000 Jahre alt sein sollen, ist das eine erzieherische Schande. Die gesamte Idee einer Universität wird dadurch in den Dreck gezogen und ich kann jedem nur dringend dazu raten, diese Universität zu verlassen und zu einer vernünftigen Universität zu gehen.“

Richard Dawkins[11]

Tenure-System[Bearbeiten]

Anders als andere US-Universitäten arbeitete Liberty University lange Zeit, ohne ihren Professoren Tenure zu verleihen. Inzwischen haben jedoch vier Professoren an der Liberty University Tenure, was aber immer noch eine ungewöhnlich niedrige Quote ist.

Auffassung von Freiheit[Bearbeiten]

Das Verhaltenskodex der Universität sieht Rügen, und bei wiederholten Vergehen auch Geldstrafen, für bestimmte Tätigkeiten vor, wenn diese von Studierenden begangen werden. Zu dem verbotenen Verhalten gehören: Die Anwesenheit bei Tanzveranstaltungen, das Nichteinhalten der nächtlichen Ausgangssperre, das Betrachten von Filmmaterial, bei dem der Altersfreigabe erst ab 17 Jahren vorliegt, das Trinken von Alkohol, das Rauchen, das Anschauen von Pornografie, das Betreten des Schlafzimmers eines Mitglieds des anderen Geschlechts, Abtreibung, und die Unterzeichnung von nicht-autorisierten Petitionen.[12] Im Sommer 2005 wurden die Kleidungsvorschriften gelockert, um Flip-Flops, Caprihosen, Jeans und andere informelle Kleidungsstile zuzulassen (nicht jedoch kurze Hosen, oder Kleidung mit Löchern). Weitere Regeln, wie z.B. dass männliche Studenten nur Hemden mit Kragen tragen dürfen, gelten fort. Der Vertrag mit den Mitgliedern des Lehrkörpers sieht ähnliche Restriktionen vor.

Der Versuch, auf dem Campus, einen Verband der College Democrats zu gründen, wurde von der Universitätsverwaltung verboten.[13][14] Als der Universitätskanzler, Jerry Falwell, Jr., den Präsidentschaftskandidat Mike Huckabee auf Papier mit dem Briefkopf der Universität empfahl, wurde die Universität wegen Verletzung der politischen Neutralität bei der US-Steuerbehörde angezeigt.[15]

Sport[Bearbeiten]

Die Sportteams der Liberty University nennen sich die Liberty Flames. Die Universität ist Mitglied der Big South Conference. Zurzeit spielen zwei Deutsche in der Football-Mannschaft der Flames.

Berühmte Absolventen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Liberty University Quick Facts
  2. Liberty University - Answers in Genesis. Answers in Genesis. Abgerufen am 7. Januar 2009.
  3. Ken Ham: Liberty University scholarship awarded to AiG research paper winner. Answers in Genesis. 31. Juli 2007. Abgerufen am 7. Januar 2009./
  4. Ken Ham: Graduation day at Liberty University. Answers in Genesis. 14. Mai 2006. Abgerufen am 7. Januar 2009.
  5. Liberty University and Answers in Genesis To Co-Sponsor 2005 Creation Mega Conference. Liberty University. 8. Juli 2005. Abgerufen am 7. Januar 2009.
  6. Christa Desrets: Liberty University disputing evolution. The News & Advance. 14. Februar 2009. Abgerufen am 10. Juni 2009.
  7. Steve Hendrix: Creationist Students Take Trip to Evolution Headquarters: The Smithsonian. In: The Washington Post, 11. März 2009. Abgerufen am 7. Mai 2010. 
  8. [1]
  9. Lenny Flank: Deception by Design: The Intelligent Design Movement in America. Red and Black Publishers, St. Petersburg (Florida) 2007, ISBN 978-0-9791813-0-6, S. 24–30.
  10. Liberty University is looking for Biology Professors. Richarddawkins.net. 6. November 2006. Abgerufen am 10. Juni 2009.
  11. Robert Doolan: The fossils shout creation, Answers in Genesis/Creation magazine. December 1991. Abgerufen am 4. November 2006. 
  12. Student Affairs - Code of Conduct. Abgerufen am 19. September 2007.
  13. http://www.wsls.com/sls/news/local/lynchburg/article/liberty_university_democrats_group_reluctant_to_accept_falwell_proposal/36008/
  14. http://www.timesdispatch.com/rtd/news/columnists_news/article/MIKE23_20090522-221105/269436/
  15. http://www.au.org/media/press-releases/archives/2007/12/irs-to-investiga.html

37.35242-79.18018Koordinaten: 37° 21′ 9″ N, 79° 10′ 49″ W