Lich

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Lich (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lich
Lich
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lich hervorgehoben
50.5216666666678.8208333333333177Koordinaten: 50° 31′ N, 8° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Gießen
Höhe: 177 m ü. NHN
Fläche: 77,64 km²
Einwohner: 13.009 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 168 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35423
Vorwahlen: 06404, 06004
Kfz-Kennzeichen: GI
Gemeindeschlüssel: 06 5 31 011
Stadtgliederung: 9 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Unterstadt 1
35423 Lich
Webpräsenz: www.lich.de
Bürgermeister: Bernd Klein (SPD)
Lage der Stadt Lich im Landkreis Gießen
Niederdorfelden Biebertal Wettenberg Lollar Staufenberg (Hessen) Allendorf (Lumda) Rabenau (Hessen) Heuchelheim (Hessen) Gießen Buseck Grünberg (Hessen) Fernwald Linden (Hessen) Langgöns Pohlheim Reiskirchen Lich Hungen Laubach Wetteraukreis Vogelsbergkreis Landkreis Limburg-Weilburg Landkreis Limburg-Weilburg Landkreis Marburg-Biedenkopf Lahn-Dill-KreisKarte
Über dieses Bild

Lich ist eine Stadt im mittelhessischen Landkreis Gießen, 15 Kilometer südöstlich der Universitätsstadt Gießen.

Geografie[Bearbeiten]

Die Oberstadt mit ihren Fachwerkfassaden

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt Lich liegt an einer Furt des Flüsschens Wetter, das der Wetterau zwischen Taunus und Vogelsberg den Namen gibt. Die Kernstadt und die nördlichen und östlichen Stadtteile gehören zum Naturraum Vorderer Vogelsberg, die südlichen und westlichen Stadtteile gehören zur Wetterau.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zu Lich gehören außer der Kernstadt die Stadtteile

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Lich grenzt im Norden an die Gemeinden Fernwald und Reiskirchen, im Osten an die Stadt Laubach, im Osten und Süden an die Stadt Hungen und im Südwesten an die Stadt Münzenberg (Wetteraukreis) sowie im Westen an die Stadt Pohlheim.

Geschichte[Bearbeiten]

Lich – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655
Überreste des Limes in der Gemarkung Lich

Werkzeuge von Neandertalern (etwa 100.000 v. Chr.) wurden in den Fuchslöchern in der Nähe des Waldschwimmbades gefunden. Im Bereich des Kolnhäuser Hofes hinterließen Menschen des Aurignac-Typus 50.000 Jahre später ihre Werkzeuge. Linearbandkeramiker, eine der ältesten bäuerlichen Kulturen der Jungsteinzeit, siedelten um 4000 v. Chr. am lößreichen Ufer der Wetter um Lich. Weitere spärliche Funde stammen aus der Bronzezeit und der Hallstattzeit und der Latènezeit. Ob auch die Kelten in der Gegend um Lich ansässig waren, ist bis heute umstritten. Sicher ist die Anwesenheit der Römer am Rhein – der hier die Grenze des Römischen Reiches bildete – seit 49 v. Chr.; die Chatten sind in Hessen um dieselbe Zeit nachgewiesen.

Beim Bau des Limes 83–85 nach Chr. durch die Römer wurde das Kohortenkastell Arnsburg im Bereich des heutigen Stadtteils Arnsburg errichtet. Es war damit das nördlichste Kohortenkastell des Wetteraulimes.

Lich wurde im Jahre 790 zum ersten Mal im Lorscher Codex erwähnt. Im 9. Jahrhundert zog sich das Kloster Lorsch aus der Wetterau zurück, und das Bistum Mainz trat an seine Stelle, aber auch das Kloster Fulda erhielt Güter in Lich. Im 12. Jahrhundert gründete Kuno I. von Münzenberg das von den Zisterziensern verwaltete Kloster Arnsburg. Im Jahr 1300 erhielt Lich als besondere Gunst für Philipp III. von Falkenstein von König Albrecht die Stadtrechte verliehen. Es verblieb bei dem Geschlecht der Falkensteiner bis in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts, dann fiel es an die Grafen von Solms. Den Dreißigjährigen Krieg überstand Lich ebenso wie den Zweiten Weltkrieg ohne große Schäden.

1703 wurde die Apotheke gegründet. Im Jahre 1993 war Lich der Austragungsort des Hessentages.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden am 31. Dezember 1970 auf freiwilliger Basis die Gemeinden Birklar, Muschenheim, Nieder-Bessingen, Ober-Bessingen, am 1. Februar 1971 Eberstadt sowie am 31. Dezember 1971 Bettenhausen in die Stadt Lich eingegliedert.[2] Am 1. Januar 1977 erfolgte die Eingliederung der Gemeinden Arnsburg und Langsdorf durch das Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen.[3]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2011
 %
30
20
10
0
27,2 %
26,3 %
17,9 %
14,5 %
8,1 %
6,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+2,8 %p
-10,4 %p
-1,0 %p
+4,9 %p
-2,3 %p
+6,1 %p

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Bürgermeister von Lich ist seit 2008 der Sozialdemokrat Bernd Klein.

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 27,2 10 24,4 9
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 26,3 10 36,7 14
FW Freie Wähler 17,9 7 18,9 7
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 14,5 5 9,6 3
FDP Freie Demokratische Partei 8,1 3 10,4 4
DBL Demokratische Bürgerliste Lich 6,1 2 - -
Gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 49,1 49,7
Rathaus mit Marktbrunnen

Wappen[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1928 erhielt die Stadt Lich die Genehmigung, das nachfolgend beschriebene Wappen zu führen.

Wappenbeschreibung:
„In Silber ein rotes Schloss mit vier Türmen, darüber ein ungleich rot/gold geteilter Münzenberg-Falkensteiner Schild.“

Das Wappen findet sich in ähnlicher Form bereits auf dem Stadtsiegel von 1309.[4]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Lich unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten und Gemeinden:

Weiterhin besteht eine Städtefreundschaft mit:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Innenstadt von Lich ist geprägt von einem reichen Bestand an Fachwerkhäusern. Zu diesem gehört das Textorhaus, ein reich verzierter Fachwerkbau aus dem Jahr 1632, in dem sich heute das Heimatmuseum befindet.
  • Die spätgotische Marienstiftskirche mit einer Skulptur Kuno von Falkensteins und seiner Gemahlin Anna von Nassau ist eine weitere Sehenswürdigkeit.
  • Von der Stadtbefestigung ist noch ein 48 Meter hohe Stadtturm vom Anfang des 14. Jahrhunderts erhalten.
  • Das Schloss Lich der Fürsten zu Solms-Hohensolms-Lich im Stil der Spätrenaissance und des Barock befindet sich in der Unterstadt. Es verfügt über einen großen Schlosspark, der zum Teil für die Öffentlichkeit zugänglich ist.
  • Mit dem Kino Traumstern besitzt Lich ein überregional bekanntes Programmkino, das bereits mehrmals ausgezeichnet wurde und dessen Einzugsgebiet sich bis ins Rhein-Main-Gebiet erstreckt.
  • Die Klosterruine Arnsburg liegt fünf Kilometer in Richtung Butzbach.
  • Der 40.000 m² große Wildpark Klosterwald befindet sich unweit des Klosters Arnsburg.
  • Im Stadtteil Ober-Bessingen hat sich das Fachwerk-Torhaus erhalten. Das Torhaus wurde 1782 als Teil der Befestigung des Dorfes erbaut. Es verfügt über einen Dachreiter mit Turmuhr. Das Gebäude wurde an der Stelle einer bereits 1593 belegten Pforte errichtet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Lich ist durch die Regionalbuslinien 372 und 375 des Rhein-Main-Verkehrsverbundes in Richtung Gießen, Schotten und Hungen, durch die Buslinie FB-52 (bis Ende 2013 als FB-200) der Verkehrsgesellschaft Oberhessen in Richtung Butzbach, durch das Anruf-Linien-Taxi 230 der Verkehrsgesellschaft Oberhessen in Richtung Bettenhausen sowie die Buslinien 230 und 700 der ESE Verkehrsgesellschaft in Richtung Hungen und Grünberg angebunden.

In Lich sowie im Stadtteil Langsdorf befinden sich Haltepunkte der Lahn-Kinzig-Bahn.

Licher Brauerei

Lich ist über die A 5 Frankfurt-Kassel, Anschlussstelle Fernwald und die A 45 Hanau–Dortmund (Sauerlandlinie), Anschlussstelle Münzenberg erreichbar. Außerdem liegt es an der B 457 und an der B 488.

Radfernwege[Bearbeiten]

  • Durch Lich führt der Hessische Radfernweg R6. Er steht unter dem Motto Vom Waldecker Land ins Rheintal. Der Radfernweg beginnt in Diemelstadt im Norden Hessens und verläuft bis nach Lampertheim im Süden. Die Gesamtlänge beträgt ungefähr 380 Kilometer.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Die Stadt ist durch die Licher Privatbrauerei überregional bekannt. Eine 400-jährige Tradition hat in Lich der Orgelbau. Hierfür stehen noch heute die Orgelbauanstalt Förster & Nicolaus und als Hersteller von Orgelteilen die Otto Heuss GmbH. Lich ist zudem Standort der Asklepios Klinik Lich und der BAG Health Care GmbH.

Bildung[Bearbeiten]

Gesamtschulen:

Dietrich-Bonhoeffer-Schule

Grundschulen:

Erich-Kästner-Schule
Selma-Lagerlöf-Schule
Grundschule Langsdorf

Sonderschulen:

Anna-Freud-Schule

Berufsschulen:

Krankenhausschule

Außerdem verfügt die Stadt über die Volkshochschule des Landkreises Gießen.

Sport[Bearbeiten]

Die Licher BasketBären (TV 1860 Lich, zwischenzeitlich als LTi Lich in der Pro A spielend) spielt seit der Saison 2009/2010 in der Pro B, der dritthöchsten Basketball-Spielklasse Deutschlands. In der Saison 1999/2000 spielten die Licher sogar in der BBL (Basketball-Bundesliga). Die Heimspiele werden in der rund 1500 Zuschauer fassenden Dietrich-Bonhoeffer-Halle ausgetragen. Sie wurde 1999 wegen des Erstliga-Aufstiegs ausgebaut.

Die 1. Mannschaft des VfR 1920 Lich, der Fußballverein aus Lich, spielt in der Kreisoberliga Süd. Der VfR hat eine Mitgliederzahl von ca. 500, davon 250 Kinder und Jugendliche. Außerdem besitzt er fünfzehn Jugend-Mannschaften, eine Alte Herren-Mannschaft und ein zweites Team, welches in der Kreisliga B Gießen spielt.

Die Handball-Abteilung des TV 1860 Lich ist besonders gut im weiblichen Jugendbereich. Sie errang zahlreiche Titel wie Nordhessenmeister, Hessenmeister und Südwestdeutscher Meister. Der TV verfügt auch über zehn Jugend-Mannschaften, ein Frauen-Team, welches in der Bezirksoberliga spielt, die zweite Frauen-Mannschaft in der Bezirksliga C und das erste Herren-Team (Männer-Spielgemeinschaft Hungen/Lich) in der Bezirksliga B.

Der Karate-Dojo Lich e. V. wurde 1985 von Detlef Herbst gegründet und hat rund 420 Mitglieder, davon mehr als die Hälfte Kinder und Jugendliche. Der Verein hat eine Vielzahl an Meistertiteln auf Landes-, Bundes- und internationaler Ebene gewonnen. Der Verein organisiert neben seinem regelmäßigen Trainingsbetrieb (Shotokan-Karate, Gymnastik für Erwachsene, Bewegungsförderung für Kinder) auch größere Breitensportveranstaltungen wie die Karate-Sommerschule und den Kata-Marathon. Im Jahr 2008 wurde dem Verein bereits zum zweiten Mal das „Grüne Band für vorbildliche Talentförderung im Verein“ des DOSB verliehen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gelebt oder gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Randolf Fügen: Highlights in Mittelhessen. 1. Auflage. Wartenberg, Gudersberg-Gleichen 2003, ISBN 3-8313-1044-0.
  • Paul Görlich: Licher Heimatbuch. Hrsg. vom Magistrat der Stadt Lich, 1989.
  • Licher Heimatbuch. Im Auftrag der Stadt Lich bearbeitet von dem Ausschuß für das Licher Heimatbuch. Lich 1950.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lich (Hessen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. K.-H. Gerstenmeier: Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen 1977, S. 303
  3. Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen vom 13. Mai 1974. In: GVBl. I S. 237
  4. F. Hauptmann, Das Wappenrecht, Bonn 1896, Seite 125 (Volltext mit Stadtsiegelabbildung)