Lichenin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Beta-1,3-1,4-glucan
Allgemeines
Name Lichenin
CAS-Nummer 1402-10-4
Monomere/Teilstrukturen Glucose
Eigenschaften
Aggregatzustand

fest

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Lichenin, auch Flechtenstärke oder Moosstärke, ist ein farb- und geschmackloses Polysaccharid, genauer ein Glucan, das als Speicher-Kohlenhydrat in verschiedenen Flechten und Moosen und in geringeren Mengen auch in Gefäßpflanzen vorkommt. In hohen Konzentrationen findet es sich zum Beispiel im Isländischen Moos (Cetraria islandica) und in den Bartflechten (Usnea). In Hafer und Gerste kann Lichenin sechs bis acht Prozent der Trockenmasse ausmachen, in Weizen und Roggen höchstens etwa zwei Prozent.

Chemische Eigenschaften[Bearbeiten]

Chemisch ist Lichenin ein unverzweigtes Polysaccharid der Glukose, ähnlich der Cellulose, allerdings enthält es neben β-1→4-glykosidisch Verknüpfungen etwa 30 % 1→3-glykosidische Verzweigungen. Im Gegensatz zur Cellulose ist es wasserlöslich und ergibt beim Aufkochen in Wasser eine kolloidale Lösung, weshalb es in den Ernährungswissenschaften zu den Schleimstoffen gezählt wird. Weil die β-1→4–Verknüpfungen das Lichenin unverdaulich machen, ist Lichenin gleichzeitig ein Ballaststoff.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Robert Ebermann, Ibrahim Elmadfa: Lehrbuch Lebensmittelchemie und Ernährung. Springer, Heidelberg 2007, ISBN 9783211486498.
  •  R. Hegnauer: Chemotaxonomie der Pflanzen: VOL 1: Thallophyten, Bryophyten, Pteridophyten und Gymnospermen. Birkhäuser, 1962, ISBN 9783764301644.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.