Lichtenau (Baden)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lichtenau
Lichtenau (Baden)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lichtenau hervorgehoben
48.7261111111118.005127Koordinaten: 48° 44′ N, 8° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Rastatt
Höhe: 127 m ü. NHN
Fläche: 27,62 km²
Einwohner: 4893 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 177 Einwohner je km²
Postleitzahl: 77839
Vorwahl: 07227
Kfz-Kennzeichen: RA, BH
Gemeindeschlüssel: 08 2 16 028
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 15
77839 Lichtenau
Webpräsenz: www.lichtenau-baden.de
Bürgermeister: Christian Greilach (CDU)
Lage der Stadt Lichtenau im Landkreis Rastatt
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Über dieses Bild

Lichtenau ist eine Stadt in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Rastatt.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Lichtenau liegt in Baden-Württemberg in der Oberrheinischen Tiefebene direkt am Rhein zwischen Rastatt und Kehl im Hanauerland.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Stadt grenzt im Norden an Rheinmünster, im Osten an Ottersweier, im Süden an die Stadt Achern und die Stadt Rheinau, beide im Ortenaukreis. Im Westen grenzt das Stadtgebiet an den Rhein der hier die Grenze zum Elsass (Frankreich) bildet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Stadt Lichtenau gehören die Dörfer Grauelsbaum, Muckenschopf, Scherzheim und Ulm, die vor der Eingemeindung jeweils eigene Gemeinden bildeten.

Zur Stadt Lichtenau in den Grenzen vom 31. Dezember 1971 gehören die Stadt Lichtenau, das Gehöft Benshurst-Höfe und die Häuser Stromwarthaus und Neufeld. In der Stadt Lichtenau in den Grenzen vom 31. Dezember 1971 liegt die Wüstung Reinhardsau und im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Ulm vermutlich Hunden (Unden). An den im 17. Jahrhundert aufgegebenen Ort erinnert noch der heutige Gewannname Hunterau.[2] Die Nennung von Unden bezieht sich vielleicht auch auf das einst teilweise rechtsrheinische und heute vollständig linksrheinische, französische Dalhunden.[3]

Wappen
Wappen Lichtenau Baden.png
Lichtenau
Wappen Scherzheim.png
Scherzheim
Wappen Lichtenau-Ulm.png
Ulm
Wappen Muckenschopf.png
Muckenschopf
Wappen Grauelsbaum.png
Grauelsbaum

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt geht zurück auf eine Wasserburg, die der Bischof von Straßburg hier in den Jahren 1293 bis 1296 errichten, und den Ort mit Wall, Graben und Mauer umgeben ließ. Im Jahre 1300 wurden Lichtenau die Stadtrechte verliehen. Bis zur Schleifung 1686 war Lichtenau eine Feste. Durch das Erlöschen der Grafen von Hanau-Lichtenberg wurde die Stadt 1736 hessisch und kam 1803 mit dem Hanauerland an das Großherzogtum Baden. Dort gehörte das Gebiet (bis auf den heutigen Stadtteil Ulm, der zum Landkreis Bühl zählte), zum Landkreis Kehl. Die Kreisreform 1973 führte zur Zugehörigkeit zum Landkreis Rastatt.

Religionen[Bearbeiten]

Im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts wurde in Lichtenau die Reformation eingeführt. Seither ist die Stadt vorwiegend evangelisch geprägt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die baden-württembergische Gemeindereform fand hier in Etappen statt.

  • Scherzheim am 1. Januar 1972
  • Ulm am 1. Januar 1973
  • Muckenschopf am 1. Januar 1974
  • Grauelsbaum am 1. Januar 1975

Politik[Bearbeiten]

Die Stadt ist Mitglied des Gemeindeverwaltungsverbands „Rheinmünster-Lichtenau“ mit Sitz in Rheinmünster.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Dem Gemeinderat gehören neben dem vorsitzenden Bürgermeister 16 Mitglieder an (2009: 21 Sitze). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 brachte folgendes Ergebnis:

Partei / Liste Stimmenanteil G/V Sitze G/V
CDU 36,2 % + 1,6 6 − 2
SPD 12,3 % + 0,2 2 ± 0
Bürger für Lichtenau (BFL) 27,3 % + 2,9 4 − 1
Freie Wähler Lichtenau 24,1 % + 2,8 4 ± 0

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Silber ein roter Turm mit drei Zinnen und spitzem Dach, davor eine rote Zinnenmauer mit Eingangstor. Auf der linken Mauerseite ruht ein silberner Helm mit blauem Schwanenrumpf.“

Partnerschaften[Bearbeiten]

Lichtenau unterhält partnerschaftliche Beziehungen zur gleichnamigen elsässischen Gemeinde Lichtenberg und zur italienischen Gemeinde Serrungarina.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Lichtenau ist Endpunkt der Badischen Spargelstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Scherzheims Weinbrenner-Kirche

Theater[Bearbeiten]

Mit dem Hoftheater Scherzheim verfügt Lichtenau über ein Kleinkunsttheater mit ca. 50 Plätzen.

Museen[Bearbeiten]

Der Heimatverein Medicus betreibt das Heimatmuseum der Stadt.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Seit 1986 erinnert ein Gedenkstein neben dem Grundstück Schmiedstraße 2 an die Synagoge der jüdischen Einwohner. Sie blieb zwar beim Novemberpogrom 1938 unzerstört, wurde aber später abgetragen. Das ehemalige jüdische Schulgebäude ist heute in einen Kindergarten integriert.[4]

Bauwerke[Bearbeiten]

Im Ortsteil Scherzheim wurde die erste Kirche von Badens berühmten Baumeister Friedrich Weinbrenner errichtet. 1811 erbaut, wurde sie zum gestaltgebenden Vorbild für die Kirchen im Stil des Klassizismus in Baden. Konzipiert aus zwei leicht ablesbaren Baukörpern: Kirchturm und Kirchenschiff, strebt Ersterer kraftvoll aus der Vorderseite des Langhauses in die Höhe. Markant das Glockengeschoss und die hohe Eingangsnische in der Art eines Triumphbogens als edelste Bauteile der Gesamtkomposition.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Mit der Gustav-Heinemann-Schule verfügt Lichtenau über eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Außerdem gibt es vier Kindergärten in der Stadt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Erwin Dittler: Hundsfeld – Aspekte einer Namensdeutung. In: Die Ortenau – Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden, Jg. 68 (1988), S. 98 Digitalisat
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 186–188
  4. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd.I, Bonn 1995, S. 56, ISBN 3-89331-208-0

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulrich Coenen: Die Baukunst der nördlichen Ortenau. Denkmäler in Bühl, Bühlertal, Ottersweier, Lichtenau, Rheinmünster und Sinzheim. Karlsruhe 1993.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lichtenau (Baden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien