Lichtenau (Westfalen)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lichtenau
Lichtenau (Westfalen)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lichtenau hervorgehoben
51.6158333333338.8947222222222300Koordinaten: 51° 37′ N, 8° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Paderborn
Höhe: 300 m ü. NHN
Fläche: 192,57 km²
Einwohner: 10.588 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 33162–33165
Vorwahlen: 05295
05292 Atteln
05647 Kleinenberg
05259 Herbram-Wald
02994 BlankenrodeVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: PB, BÜR
Gemeindeschlüssel: 05 7 74 028
Stadtgliederung: 15 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Lange Str. 39
33165 Lichtenau
Webpräsenz: www.lichtenau.de
Bürgermeister: Josef Hartmann (SPD)
Lage der Stadt Lichtenau im Kreis Paderborn
Hessen Hochsauerlandkreis Kreis Gütersloh Kreis Höxter Kreis Lippe Kreis Soest Altenbeken Bad Lippspringe Bad Wünnenberg Borchen Büren (Westfalen) Delbrück Hövelhof Lichtenau (Westfalen) Paderborn SalzkottenKarte
Über dieses Bild

Lichtenau ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Sie liegt im Bürener Land und gehört zum Kreis Paderborn.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Lichtenau liegt im Süden des Naturparks Teutoburger Wald/Eggegebirge. Der größte Teil des Stadtgebiets gehört zur Paderborner Hochfläche, mit dessen nördlich der Stadt gelegenen Teilfläche Soratfeld, der östliche Randsaum zum Eggegebirge. Durchflossen wird es vom Altenau-Zufluss Sauer.

Der tiefste Punkt des Stadtgebiets liegt mit etwa 172 m ü. NN[2] bei Henglarn, der höchste ist der Schneefelder Berg mit 428 m ü. NN[3] 1 km nordwestlich der Stadtwüstung Blankenrode. Die mittlere Höhe des gesamten Stadtgebiets beträgt etwa 205 m ü. NN.

Geologie[Bearbeiten]

Geothermische Ergiebigkeit des Stadtgebiets

Der Untergrund des Stadtgebiets besteht vorrangig aus Kalk- und Mergelstein der Oberkreide. Sie überdecken Sandstein aus der Unterkreide. Im Westen wird aus den kalkigen Gesteinen Paderborner Hochfläche aufgebaut, die schwach nach Westen geneigt ist. Da die Gesteine unterschiedlich hart sind, hat sich infolge von Verwitterung eine Schichtstufenlandschaft mit den für diesen Landschaftstyp typischen Trockentälern und Erdfällen gebildet. Niederschläge versickern im klüftigen Kalkstein sehr schnell und lösen im tieferen Untergrund teilweise das Gestein. Die so entstehenden Hohlräume brechen nach, wodurch Erdfälle entstehen. Bei Kleinenberg treten Schichten des Buntsandsteins im beginnenden Erdmittelalters an die Oberfläche. Im Eggegebirge wurden die Gesteine durch gebirgsbildende Vorgänge verstellt und in Pultschollen zerlegt. Vereinzelt finden sich über den Festgesteinen Findlinge oder Löss als Ablagerung des Eiszeitalters.

Die sanft gewellte Hochfläche im Bereich von Lichtenau wird "Soratfeld", also dürres Feld, genannt und ist – wie es der Name schon vermuten lässt – arm an Oberflächengewässern. Die Bäche, die in den klüftigen Sandsteinen des Eggegebirges entspringen, namentlich der Ellerbach, das Schmittwasser und die Sauer, fallen nicht selten und nicht nur im Sommer schon nach kurzem Lauf wieder trocken. Das Wasser versinkt in den verkarsteten Kalksteinen der Oberkreide, setzt seinen Weg unterirdisch fort und tritt in den Karstquellen von Borchen und Paderborn nach zwei bis drei Tagen wieder zutage. Die meisten Gemeinden der Stadt beziehen ihr Trinkwasser über die Wasserwerke Kleinenberg und Herbram-Buchlieth aus den Sandsteinen der Unterkreide. Für Husen, Atteln und Henglarn erfolgt die Trinkwasserversorgung aus den Kalksteinen der Oberkreide durch das Wasserwerk Blindeborn. In Blankenrode wird das Trinkwasser aus einer 123 m tiefen Bohrung aus Gesteinen des Mittleren Buntsandsteins gefördert.

Die reichen Vorkommen an Steinen und Erden, vor allem die verschiedenen Sandstein-, sowie Kalk-, Mergelkalk- und Kalkmergelsteinvorkommen, wurden früher für den Bau von Häusern und Scheunen, für den Straßen- und Wegebau sowie als Schüttmaterial verwendet; eine Nutzung findet derzeit jedoch nicht statt. Bis 1927 wurde südlich von Blankenrode im Tagebau Bleikuhlen Galmei abgebaut. Es sind noch geschätzte 15.000 t Zinkvorräte vorhanden, die aber keine wirtschaftliche Bedeutung mehr haben.

Auf der Schichtstufenlandschaft im Westen des Stadtgebietes haben sich großflächig mittelgründige Braunerden mit häufigen Löss-Beimischungen in den Oberböden entwickelt. Sie werden trotz ihrer mäßigen Dürregefährdung weitgehend ackerbaulich genutzt. Auf Steilhängen oder Kuppen, an denen das Kalkgestein fast bis an die Oberfläche reicht, haben sich flachgründige, steinige Rendzinen gebildet, vereinzelt auch tiefgründige, schluffreiche Braunerden und Parabraunerden. Kolluvien aus erodiertem humosem Boden haben sich in den Trockentälern gesammelt, während in den nichttrockenen Tälern der Altenau und ihrer Zuflüsse Gleye gebildet haben, die als Grünland genutzt werden. Im Nordosten des Stadtgebietes herrschen tiefgründige, basenarme Braunerden aus schluffigem Lehm und Podsol-Braunerden vor, die forstwirtschaftlich genutzt werden (Staatsforst Neuenheerse). Der Südosten weist einen kleinräumigen Wechsel verschiedener Festgesteine und Deckschichten mit unterschiedlichsten Böden auf. Vereinzelt finden sich zum Teil unter Naturschutz gestellte Niedermoore (siehe Naturschutzgebiete)[4].

Lichtenau eignet sich weitgehend gut und in Höhenlagen sehr gut zur Nutzung von geothermischen Wärmequellen mittels Erdwärmesonde und Wärmegewinnung durch Wärmepumpe. Vereinzelte Standorte eignen sich nicht (vgl. dazu die nebenstehende Karte)[5].

Ausdehnung und Nutzung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

Die als „große Landgemeinde“ klassifizierte Gemeinde bedeckt eine Fläche von 192,17 km². Den größten Flächenanteil nehmen Wald- und Landwirtschaftsfläche mit zusammen ca. 91,8 % ein[6]. Die größte Ausdehnung in Nordsüdrichtung ist ca. 19,1 km, in Ostwestrichtung ca. 19,6 km.

Fläche
nach Nutzungsart
Landwirt-
schaftsfläche
Wald-
fläche
Gebäude-, Frei-
und Betriebsfläche
Verkehrs-
fläche
Wasser-
fläche
Sport- und
Grünfläche
sonstige
Nutzung
Fläche in km² 95,03 81,47 5,13 7,97 1,31 1,05 0,26
Anteil an Gesamtfläche 49,44 % 42,38 % 2,67 % 4,15 % 0,68 % 0,55 % 0,14 %

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Beginnend im Osten im Uhrzeigersinn grenzen an Lichtenau die Städte Bad Driburg, Willebadessen und Warburg (Kreis Höxter), die Stadt Bad Wünnenberg, die Gemeinde Borchen, die Stadt Paderborn und die Gemeinde Altenbeken (Kreis Paderborn).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Einwohner (Stand: 31. Dezember 2012)[7]:

Ortsteil Bevölkerung männlich weiblich Fläche
(in km²)
Bevölkerungs-
dichte (in E./km²)
Gliederung der Stadt Lichtenau
Asseln 461 231 228 10,88 45,77
Atteln 1.466 745 721 15,44 98,12
Blankenrode 153 82 71 10,29 16,13
Dalheim 170 86 84 13,17 14,73
Ebbinghausen 265 119 146 4,41 56,24
Grundsteinheim 462 231 231 9,73 49,33
Hakenberg 209 100 109 8,06 28,16
Henglarn 1.067 519 548 11,33 95,06
Herbram 952 502 450 16,28 60,93
Herbram-Wald 150 75 75 0,33 457,58
Holtheim 913 470 443 15,85 59,87
Husen 1.105 551 554 15,13 75,48
Iggenhausen 209 110 99 4,88 42,42
Kleinenberg 1.340 669 671 23,85 58,45
Lichtenau 2.757 1.386 1.371 32,54 80,67
Gesamt: 11.578 5.878 5.800 192,17 61,74

Der Inhalt der vorstehenden Tabelle beruht auf Angaben der Stadt Lichtenau, die von denen des statistischen Landesamtes differieren können.

Klima[Bearbeiten]

Lichtenau gehört der gemäßigten Klimazone Mitteleuropas an und liegt im Bereich des subatlantischen Seeklimas. Die Winter sind unter atlantischem Einfluss meist mild und die Sommer mäßig warm. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 7–8 °C, wobei anhängig vom stark gegliederten Relief erhebliche mesoklimatische Unterschiede auftreten können. Zum Klima in der Region Ostwestfalen-Lippe, zu der Lichtenau gehört, siehe auch den Artikel Klima in Ostwestfalen-Lippe.

Durch die Lage im subatlantischen Seeklima herrscht ganzjährig ein humides Klima mit relativ gleich verteilten Niederschlägen vor. Auch in Bezug auf Niederschläge machen sich mesoklimatische Unterschiede deutlich bemerkbar. So fallen an der südlich von Lichtenau-Ort in nur rund 9 km gelegenen Messstation Blankenrode im langjährigen Mittel im Juli signifikant weniger Niederschläge als in Lichtenau-Ort.

Geschichte[Bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten]

Gemälde der Stadt Lichtenau von Carl Ferdinand Fabritius
Hauptstädte und Städte des Fürstbistums Paderborn bis 1802/03 (Stand 1789):
Paderborn, Warburg, Brakel, Borgentreich | Beverungen, Borgholz, Bredenborn, Büren, Driburg, Dringenberg, Gehrden, Calenberg, Kleinenberg, Lichtenau, Lippspringe, Lügde, Nieheim, Peckelsheim, Salzkotten, Steinheim, Vörden, Willebadessen, Wünnenberg

Die Stadt Lichtenau gehörte seit der Gründung zur weltlichen Herrschaft des deutschen Bistums Paderborn, ursprünglich im Herzogtum Sachsen. 1273 wurde die noch heute genutzte Pfarrkirche errichtet. Begonnen wurde sie wohl bereits 1233. Am 5. Februar 1326 wurde die Stadt Lichtenau mit der jetzt eingemeindeten Stadt Kleinenberg und der mittelalterlichen Stadt Blankenrode (heute wüst beim heutigen Stadtteil gleichen Namens – siehe Stadtwüstung Blankenrode) erstmals erwähnt (Lechtenauwe). Diese Städte wurden vom Paderborner Bistum zur Sicherung der Landesherrschaft gegen die Grafschaft Waldeck errichtet. Ab dem 14. Jahrhundert bildete sich das Territorium Fürstbistum Paderborn (Hochstift) im Heiligen Römischen Reich, darin ab dem 16. Jahrhundert zum niederrheinisch-westfälischen Reichskreis. Die Ersterwähnung der Stadt steht im Zusammenhang mit spätmittelalterlichen Unruhen und Fehden. Als die 1 km nördlich gelegene Pfarrei Kerkdorf zerstört wurde, wurde das Patronat des Heiligen Kilian auf die Pfarrkirche Lichtenau übertragen. In das Gebiet des Deutschen Ordens ausgewanderte Lichtenauer Einwohner gründeten 1326 die Ortschaft Lichtenau (heute Lechowo) im Ermland, heute Teil von Pieniężno (dt. Mehlsack). Die Menschen der Umgebung siedelten sich zunehmend um die neu befestigte bischöfliche Burg Lichtenau an. Die Stadt wurde 1394 in der Bengeler Fehde erfolglos belagert aber in Brand geschossen. Schutz bot der Ort nicht immer. Während der paderbornischen Krise musste Lichtenau in der Stiftsfehde 1411-15 vor den Gegnern des Paderborner Bischofs kapitulieren. 1474 überwältigte der Graf Otto IV. von Waldeck Lichtenau. Eine Reihe von Bürgern wurde getötet oder in Gefangenschaft verschleppt. Es war der Beginn eines längeren paderbornisch-waldeckschen Konfliktes.

Mit der Burg war Lichtenau eines der landesherrlichen Stützpunkte des Fürstbischofs, das Amtshaus. 1492 allerdings verpfändete Simon III. die Burg für ein Jahrhundert an die Herren von Westphalen. Fürstbischof Dietrich Adolf (1650-1661) löste die Verpfändung wieder ein. Die Burg war Sitz des Drosten des Amtes Lichtenau. Der adelige Drost war aber in der Spätzeit des Fürstbistums nicht mehr in der Burg ansässig. Vielmehr sorgte ein bürgerlicher Amtsrentmeister für die Landessteuereinnahmen und organisierte das Polizei- und Gerichtswesen.

Im Mai 1545 brannte die Stadt bis auf das Amtshaus nieder. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt 1633 und 1642 von hessen-kasselschen Soldaten in Brand gesteckt. Regelmäßige Plünderungen wechselten mit Hungersnöten. 1636 wütete die Pest in der Stadt. Friedenszeiten waren ebenfalls Notzeiten: 1692, 1721 und 1745 waren größere Stadtbrände ausgebrochen. 1721 mussten sogar die paderbornischen Landstände für die fast vollständig zerstörte Stadt Aufbauhilfe leisten.

Hart traf Lichtenau der Siebenjährige Krieg. Sowohl alliierte als auch mit dem Stift verbündete französische Truppen zogen plündernd durch die Stadt. Hart traf es Lichtenau und Umgebung auch bei Einquartierungen.

Am 12. Dezember 1792 übernachtete Johann Wolfgang von Goethe im ehemaligen hochfürstlichen paderbornischen Posthause (in den 1950er Jahren abgebrochen).

1802/03 wurde das Hochstift vom Königreich Preußen besetzt, die Verwaltungseinrichtungen des neuen Fürstentums Paderborn wurden zunächst beibehalten.

Lichtenau besaß schon in fürstbischöflicher Zeit eine jüdische Gemeinde. Für die 75 Juden (1800) wurde 1805 eine Synagoge errichtet.

1806 wurde Lichtenau Teil des napoléonischen Königreiches Westphalen. In der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November 1806 lagerte König Louis Bonaparte mit ca. 30.000 Soldaten bei Lichtenau, wobei die Stadt ausgeraubt und geplündert wurde. 1809 wurden die beiden Stadttore abgerissen. Seit 1815 gehörte Lichtenau endgültig zum Königreich Preußen, ab 1871 war es Teil des Deutschen Reiches. In den Jahren 1831, 1842, 1885 und 1903 geschahen weitere Brandkatastrophen.

Preußen schlug Lichtenau zum Landkreis Büren und schnitt die Stadt von „gewachsenen, kulturellen, historischen. geographischen und wirtschaftlichen Verhältnissen“[8] ab.

Kurz vor Kriegsende des Zweiten Weltkriegs beschossen SS-Truppen Lichtenau mit Granaten, da die Lichtenauer Bevölkerung polnischen und französischen Kriegsgefangenen, die von der SS durch den Ort transportiert worden waren, Brot zugesteckt und sich geweigert hatte, Gegenstände wie Fahrräder abzugeben. Durch Granatsplitter kamen drei Menschen zu Tode, mehrere Häuser wurden beschädigt. Die Amerikaner marschierten am 31. März 1945 in Lichtenau ein. 1945–1949 war Lichtenau Teil der britischen Besatzungszone, und gehört ab 1946 zum Land Nordrhein-Westfalen.

Hochwasser[Bearbeiten]

Nachdem die an der Sauer gelegenen Ortschaften, wie Lichtenau, oftmals von Hochwasser – insbesondere 1965 – betroffen waren, wurde etwas oberhalb Lichtenaus am Saueroberlauf das Hochwasserrückhaltebecken Sudheim (1978–1980) und weit unterhalb der Kernstadt das Hochwasserrückhaltebecken Ebbinghausen (1974–1976) errichtet.

Religionen[Bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Magdalena im Ortsteil Husen
Katholische Pfarrkirche St. Alexander im Ortsteil Iggenhausen

Aufgrund seiner Zugehörigkeit zum ehemaligen Hochstift Paderborn war und ist die Bevölkerung in Lichtenau traditionell mehrheitlich katholisch. Die unter Bischofs Simon I. 1273 errichtete Katholische Pfarrkirche (später St. Kilian) ist bis heute die wichtigste Gemeinde der Stadt.

Die im 15. Jahrhundert beinahe landesweit eingeführte Reformation dürfte anders als beim Landadel bei der Bevölkerung der „Dorf-Stadt“ nicht gegriffen haben. Die Konfessionalisierung unter Fürstbischof Dietrich IV. machte auch Lichtenau für die nächsten Jahrhunderte gänzlich katholisch. Wichtiger als die in fürstbischöflicher Zeit höchstens vorübergehend wohnhaften Protestanten war eine kleine jüdische Gemeinde mit 75 Mitgliedern im Jahre 1800. Auch die kleine jüdische Gemeinde Lichtenaus wurde während der Schoah durch das nationalsozialistische Deutschland vertrieben und ermordet.

Mit der preußischen Herrschaft im 19. Jahrhundert kamen immer mehr Protestanten in die Stadt. 1840 wurden in der Burg Lichtenau bereits evangelische Gottesdienste gefeiert, 1853/54 wurde in Lichtenau die Evangelische Kirche als eine der ersten im Paderborner Land errichtet. Die katholische Grundausrichtung der Stadt blieb aber bis heute erhalten. Im 20. Jahrhundert kamen neue Religionsgemeinschaften in die Stadt. Die Eingemeindungen der umliegenden Dörfer hat aber den katholischen Anteil noch einmal erhöht.

Im Schuljahr 2006/2007 waren in der Grundschule Lichtenau 20,9 % der Schüler evangelisch, 71,9 % katholisch und 1,9 % islamisch als Religionszugehörigkeit an. 1,5 % gaben eine andere Religionszugehörigkeit und 3,9 % keine Konfession an.[9]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die Stadt Lichtenau wurde zum 1. Januar 1975 durch das Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Sauerland/Paderborn (Sauerland/Paderborn-Gesetz) vom 5. November 1974 (GV NRW S. 1224) aus den Gemeinden Asseln, Atteln, Blankenrode, Dalheim, Ebbinghausen, Grundsteinheim, Hakenberg, Henglarn, Herbram, Holtheim, Husen und Iggenhausen sowie den Städten Kleinenberg und Lichtenau gebildet.[10]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Bei den Zahlen handelt es sich ab 1975 um amtliche Fortschreibungen des Landesbetriebs Information und Technik NRW, Geschäftsbereich Statistik.[11] Die Zahlen von 1975 bis 1985 sind geschätzte Werte, die Angabe für 1987 ist ein Volkszählungsergebnis[12] und die Zahlen ab 1990 Fortschreibungen auf Basis der Ergebnisse dieser Volkszählung. Die Angaben beziehen sich bis inklusive 1984 auf die Wohnbevölkerung und ab 1985 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung.

Bevölkerungsentwicklung seit 1800
(Angabe für 1800 für Lichtenau in damaligen Grenzen)
Jahr Einwohner
1800 1.078
1975 (31. Dezember) 8.408
1980 (31. Dezember) 8.592
1985 (31. Dezember) 9.131
1987 (25. Mai) 1 9.147
1990 (31. Dezember) 9.791
1995 (31. Dezember) 10.461
2000 (31. Dezember) 11.009
Jahr Einwohner
2001 (31. Dezember) 11.138
2002 (31. Dezember) 11.159
2003 (31. Dezember) 11.211
2004 (31. Dezember) 11.215
2005 (31. Dezember) 11.237
2006 (31. Dezember) 11.174
2007 (31. Dezember) 11.130
2012 (31. Dezember) 11.678
1 Volkszählungsergebnis
Rathaus

Politik[Bearbeiten]

Wahl des Lichtenauer Stadtrats 2014
in Prozent
 %
60
50
40
30
20
10
0
54,8 %
31,5 %
7,7 %
6,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-1,6 %p
+6,6 %p
-0,4 %p
-4,5 %p
Sitzverteilung im
Lichtenauer Stadtrat 2014
    
Von 26 Sitzen entfallen auf:

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat besteht derzeit aus 26 Mitgliedern. Hinzu kommt der Bürgermeister als Ratsvorsitzender. Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1975:

[13][14] 2014 2009 2004 1999 1994 1989 1984 1979 1975
Partei Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  %
CDU 14 54,77 18 56,40 21 67,62 22 70,26 21 61,54 20 57,95 23 69,21 24 71,92 n/v 70,37
SPD 8 31,49 8 24,90 7 22,67 8 25,05 10 30,20 11 33,13 10 30,79 9 26,71 n/v 20,78
Grüne 2 7,69 3 8,09 2 5,20 2 4,69 2 6,25 2 5,87
FDP 2 6,05 3 10,62 2 4,87 0 2,01 0 3,04 0 1,38 0 0,55
Sonstige n/v 8,30
Gesamt 2 26 100 32 100 32 100 32 100 33 100 33 100 33 100 33 100 n/v 100
Wahlbeteiligung 62,44 63,53 69,03 70,03 87,13 75,53 72,68 77,50 97,67
2 ohne Berücksichtigung von Rundungsdifferenzen

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bei der Wahl am 25. Mai 2014 setzte sich der SPD-Kandidat Josef Hartmann 56,66 % gegen den amtierenden Bürgermeister Dieter Merschjohann (CDU) im ersten Wahlgang durch. Sein Vorgänger wurde 2009 mit 59,13 % gewählt. Von 2004 bis 2009 amtierte Karl-Heinz Wange (CDU), der die Wahl mit 67,39% gegen die Kandidaten von SPD und Grüne gewann. Vorher war Manfred Müller Bürgermeister. Er wurde 1999 mit 79,1 % der gültigen Stimmen im Amt bestätigt und war seitdem hauptamtlicher Bürgermeister. Vorher war er seit 1992 ehrenamtlicher Bürgermeister.

Wappen, Banner und Flagge[Bearbeiten]

Wappen von Lichtenau

Der Stadt Lichtenau (Westfalen) ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Detmold vom 19. Juli 1976 das Recht zur Führung eines Wappens, Banners und Flagge verliehen worden.

Blasonierung: :In Blau über einem kleeblattförmigen Torbogen, darin eine silberne (weiße) heraldische Lilie, ein breiter silberner (weißer) Turm mit rotem Spitzdach und silbernen (weißen) rotgedeckten Ecktürmchen; beiderseits eine ansteigende silberne (weiße) Zinnmauer, überragt von je einem silbernen (weißen) niedrigeren Zinnenturm.
Banner: Von Blau und Weiß im Verhältnis 1:3:1 längsgestreift mit dem Wappenschild der Stadt oberhalb der Mitte.
Flagge: Von Blau und Weiß im Verhältnis 1:3:1 längsgestreift mit dem von der Mitte zur Stange verschobenen Wappenschild der Stadt.
Wappen der Stadt Lichtenau von 1908

Das alte Stadtsiegel ist dem Wappen ähnlich, allerdings steht im Torbogen eine wachsende Muttergottes mit Kind, zu ihren Häupten sind Sterne. Später wurde die Mariendarstellung durch ein Kreuz ersetzt. Das Ortswappen von 1908 zeigt auf rotem Schild eine gezinnte, goldene Stadtmauer, darüber einen breiten Mittelturm mit blauem Spitzdach und zwei kleinere gezinnte Seitentürme; in der Mauer ein offener Kleeblattbogen, darin ein schwebendes goldenes Kreuz in rot. Nach der Kommunalreform wurde das ursprüngliche Siegel aufgegriffen, man symbolisierte lediglich die Muttergottes durch die heraldische Lilie.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Lichtenau pflegt seit dem 29. September 1985 partnerschaftliche Beziehungen zu Mayet im französischen Département Sarthe. Die Partnerschaft wurde von den Franzosen gewünscht und die ersten Kontakte entstanden bei einem Besuch der Franzosen in Lichtenau. Heute organisiert ein eigenes Partnerschaftskomitee jährlich zwei Besuche sowie Schüleraustausche der Lichtenauer Realschule und des Gymnasiums in Mayet.

Seit dem 27. Februar 1993 führt Lichtenau eine Partnerschaft zur Gemeinde Rangsdorf in Brandenburg.

Am 14. Oktober 1996 wurde eine Partnerschaftsurkunde mit der polnischen Gemeinde Pieniężno (Mehlsack) unterzeichnet. Ziele der Partnerschaft sind Zusammenarbeit und Austausch in verschiedensten Gebieten, wie Wissenschaft und Bildung, Kultur, Touristik und Sport sowie Ökologie und Sozialem. So finden regelmäßig Schüleraustausche und gemeinsame Ausstellungen statt. Künstler beider Städte besuchen sich gegenseitig und es werden Informationsaustausche organisiert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

In Lichtenau gibt es kein eigenes Theater. Jedoch führt die Laienspielschar unregelmäßig Theaterstücke auf. Spielort ist meist die Schützenhalle in Lichtenau. Für weitergehende Angebote kann ab 2010/2011 der Neubau des Theaters in Paderborn besucht werden. Nächste Spielhäuser sind das Theater Bielefeld und das Landestheater Detmold.

Museen[Bearbeiten]

Das europaweit erste Museum für Klosterkultur wurde nach umfangreicher Renovierung und Restaurierung des ehemaligen Augustinerinnen-Kloster Dalheim am 22. Mai 2007 eröffnet. Es trägt den Namen „LWL-Museum für Klosterkultur“. Außerdem gibt es noch das Heimat- und Naturkundemuseum Lichtenau in der Begegnungsstätte der Stadt.

Musik[Bearbeiten]

In Lichtenau existieren in den Ortsteilen fünf Spielmannszüge und vier Musikvereine. Hinzu kommen ein Tambourcorps, eine Musikkapelle, eine Musikensemble, ein Blasorchester, eine Jagdhorn-Bläsergruppe sowie die Eggegebirgskapelle. Im Gesangsbereich gibt es zwei Kirchenchöre, einen gemischten Chor und einen reinen Frauenchor.

Bauwerke[Bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche St. Kilian mit Westturm und platt geschlossenem Chor entstand vermutlich ab 1323. Das Innere der gotischen Hallenkirche wird von einem Kreuzrippengewölbe überspannt, das von Rundpfeilern getragen wird. Auf eine Erneuerung von 1670 geht das Südportal von 1670 zurück, das mit dem Wappen des Fürstbischofs von Paderborn versehen ist. Zur Ausstattung gehören der 1624 gestiftete Alabaster-Hochaltar und der Orgelprospekt von 1754. Das Altargemälde ist mit 1749 bezeichnet.

Die Burg

Das rechteckige viergeschossige Turmhaus der Burg Lichtenau stammt wohl noch aus dem 14. Jahrhundert. Es wurde 1710 erneuert und 1853 im Inneren ausgebaut. Vergleichbare Turmburgen finden sich in Beverungen und bei Marienmünster. Unweit der Burg haben sich Reste der Stadtbefestigung erhalten.

ehemalige Klosterkirche des Klosters Dalheim mit Nebengebäuden von Nordost

Im gleichnamigen Ortsteil steht das Kloster Dalheim, ein ehemaliges Augustiner-Chorherren-Stift. Das Kloster wurde 1429 gegründet und prägte bis zur Säkularisierung 1803 das Paderborner Land. Einige Wirtschaftsgebäude wurden abgerissen oder zu Stallungen umgebaut; andere Gebäude wurden neu errichtet. 1838 brannte der spätmittelalterlich-barocke Kern der Anlage aus und wurde später in vereinfachter Form neu errichtet. 1979 erwarb der Landschaftsverband Westfalen-Lippe die Anlage und baute sie zum Museum für Klosterkultur um.

Der Spieker in Atteln

Der Spieker in Atteln wurde 1588 errichtet und misst 9 m x 8 m Grundfläche. Der Spieker wurde jedoch nie als Speicher, sondern als Vogts- oder Amtshaus genutzt.

St. Achatius in Atteln

Die Pfarrkirche St. Achatius (Atteln) wurde 1712 fertiggestellt. Im Inneren der Kirche findet sich ein Altar von 1761 und eine Stahlmadonna, ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert. In der Kirche finden sich die Bischöfe Petrus und Augustinus; beides sind Steinfiguren, die ursprünglich aus dem Kloster Dalheim stammen. 1900 erfolgte die Erneuerung des Kirchturms und die Verlängerung der Kirche um ein Joch.

Aus der Jungsteinzeit haben sich im Altenautal sieben Steinkammergräber erhalten. Jeweils zwei davon liegen in Atteln und Henglarn. Eines der Gräber hat man restauriert und archäologisch aufgearbeitet. Es ist in seiner ursprünglichen Abmessung und Ausführung wieder hergestellt und enthält Skelette.

Im 13. Jahrhundert wurde die Stadt Blankenrode errichtet (heute wüst beim heutigen Stadtteil gleichen Namens – siehe Stadtwüstung Blankenrode). Sie liegt an der Grenze des Fürstbistums Paderborn zur Grafschaft von Waldeck und sollte den Einflussbereich des Bischofs Simon I. von Paderborn und des Abtes von Corvey gegen die Grafen von Waldeck sichern.

Beim Neubau der Pfarrkirche St. Margarethe in Henglarn 1903 wurde der Kirchturm des Vorgängerbaus integriert. Die Basis des Turmes soll im 12. Jahrhundert errichtet worden sein.

Nach dem Volksmund gab es in Kleinenberg eine Erscheinung eines Muttergottesbildes, so dass hier ein Wallfahrtsort entstanden ist und man eine hölzerne Kapelle errichtete. 1742 wurde sie durch eine barocke Kapelle ersetzt. Das alte Gnadenbild um 1400 zeigt die Helferin vom kleinen Berg und wurde in den Hochaltar übernommen. Die Kapelle trägt viele Inschriften, die insbesondere auf Kriege Bezug nehmen.

Parks[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Stadt gibt es zwei ausgewiesene Parks, die beide öffentlich zugänglich sind. Die Wallfahrtsanlage Kleinenberg hat eine Größe von etwa einem Hektar [15], der Garten der Klosteranlage Dalheim ist etwa 8,5 Hektar groß.[16]

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

In Lichtenau gibt es fünf Naturschutzgebiete, die vollständig auf dem Stadtgebiet liegen. Dies sind das Sauertal (ca. 926,7 ha), das Eselsbett (ca. 99,6 ha), das Naturschutzgebiet Schwarzes Bruch (ca. 31 ha), das Sauerbachtal Bülheim (ca. 49,5 ha), sowie das Naturschutzgebiet Marschallshagen und Nonnenholz mit oberem Altenautal (ca. 1.945,4 ha). Darüber hinaus hat Lichtenau Anteil an den Gebieten Bleikuhlen und Wäschebachtal (ca. 1,84 ha Anteil) und Schwarzbachtal (ca. 221 ha Anteil).

Bei einer Gesamtgröße von rund 3.275 ha Naturschutzgebieten in der Stadt sind somit mehr als 17 % des Stadtgebietes geschützt. Dies ist im landesweiten Vergleich ein sehr hoher Wert.

Sport[Bearbeiten]

In Lichtenau gibt es neun allgemeine Sportvereine, sechs Angelsportvereine, drei Tennisclubs, drei Reitervereine, zwei DLRG-Ortsgruppen und einen Volkstanzkreis. Die meisten sind im Stadtsportverband Lichtenau organisiert.

Die Stadt unterhält ein Freibad in Lichtenau und ein Naturbad in Atteln.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Im Sommer jeden Jahres findet im Kloster Dalheim eine Veranstaltungsreihe mit überregionaler Bedeutung statt. Außerdem finden Schützenfeste in allen Stadtteilen statt.

Im August findet das Fischerfest des Sportangelverein Lichtenau statt. Angeboten werden regionale und überregionale Fischspezialitäten.

Anfang Oktober ist alle zwei Jahre der Wildschütz Klostermann-Markt in Lichtenau. Angeboten werden Produkte, Informationen und Kulinarisches aus den Bereichen Natur, Wald, Wild, Landwirtschaft und regenerative Energien. Außerdem findet jährlich der Wildschütz Klostermann-Lauf des VfL Lichtenau statt.

Im Dezember ist Adventsmarkt, bei dem die Geschäfte in Lichtenau geöffnet sind.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der Ort Lichtenau liegt an der Bundesstraße 68, auf der im Nordwesten Paderborn und im Südosten Scherfede bei Warburg erreicht werden kann. Die L817 führt in südwestlicher Richtung zur A 44 und im Nordosten in Richtung Bad Driburg.

Regionalbusse der Bahnbus Hochstift GmbH fahren im regelmäßigen Taktverkehr nach Paderborn, aus Paderborn kommende Schnellbusse fahren weiter bis Warburg. An Wochenenden und vor ausgewählten Feiertagen verkehren Nachtbusse aus Paderborn bis Lichtenau. Ortsbusse verbinden die Stadtteile untereinander. Lichtenau gehört zum Bereich des Nahverkehrsverbunds Paderborn-Höxter („Hochstift-Tarif“).

Nächstgelegene Bahnhöfe sind Paderborn Hbf (etwa 20 km entfernt), Altenbeken (etwa 14 km entfernt) sowie Warburg (etwa 24 km entfernt).

Der nächste Verkehrsflughafen ist der Flughafen Paderborn-Lippstadt in etwa 28 km Entfernung.

Das Stadtgebiet hat Anteil am 210 km langen Westfalenwanderweg, der von Hattingen nach Altenbeken führt.

Medien[Bearbeiten]

Als Tageszeitungen erscheinen von montags bis samstags die Neue Westfälische und des Westfalen-Blatt. Beide Zeitungen beziehen ihren Mantel von ihren jeweiligen Mantelredaktionen aus Bielefeld. Beide Zeitungen berichten im Lokalteil aus Lichtenau und den umliegenden Gemeinden. Zudem erscheint vierteljährlich im Hochstift Paderborn die Zeitschrift Die Warte für die Kreise Paderborn und Höxter, mit Beiträgen zur Regionalgeschichte, Literatur und Kunst. Außerdem erscheinen monatlich die beiden Zeitungen Die 15 und Rundblick Stadt Lichtenau. Beide Zeitungen berichten ausschließlich über Lichtenau und die Stadtteile.

Lichtenau gehört zum Berichtsgebiet des Regionalstudios Bielefeld des WDR. Weiterhin gehört die Stadt zum Sendegebiet von Radio Hochstift, das es in der Berichterstattung als Lokalradio mit abdeckt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Zum 1. Januar 2009 gliederte die Stadt ihr Wasser- und Klärwerk in die Stadtwerke Lichtenau aus.

Die Freiwillige Feuerwehr Lichtenau unterhält in allen Ortsteilen eigene Löschgruppen. Eine Jugendfeuerwehr wird auf Stadtebene aufgebaut.

Bildung[Bearbeiten]

Die Stadt bietet zwei Grundschulen in Lichtenau und eine in Atteln sowie je eine Haupt- und Realschule in Lichtenau an. Ein Gymnasium gibt es in Lichtenau nicht, hier müssen die Einrichtungen von Paderborn, Büren und Bad Driburg-Neuenheerse besucht werden.

Im Jahr 2007 wurden an den Schulen der Stadt mit 68 Lehrkräften insgesamt 1176 Schüler unterrichtet, davon 46,3 % an den Grundschulen, 15,4 % an der Hauptschule und 38,3 % an der Realschule[6].

Für die frühkindliche Bildung ist die Stadt Trägerin von sieben kommunalen Kindergärten.

Seit 1977 existiert für die Erwachsenenbildung in Lichtenau eine Zweigstelle der Volkshochschule Paderborn.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Lichtenau sind vorrangig Unternehmen der EDV-, Möbel-, Bau und Metallbranche vertreten. Hinzu kommen mittelständische Handwerks- und Handelsunternehmen.

Das Technologie-Zentrum Lichtenau wurde 2005 eröffnet. Das Existenz- und Gründerzentrum befasst sich schwerpunktmäßig mit erneuerbaren Energien und bietet vor allem jungen Unternehmen Unterstützung.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Westfälischer Städteatlas; Band: II; 9 Teilband. Im Auftrage der Historischen Kommission für Westfalen und mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, hrsg. von Heinz Stoob † und Wilfried Ehbrecht. Stadtmappe Lichtenau, Autor: Heinrich Schoppmeyer. ISBN 3-89115-352-X; Dortmund-Altenbeken, 1981.
  •  Helmut Winzen: Lichtenau. In: Josef Drewes (Hrsg.): Das Hochstift Paderborn: Portrait einer Region. 2. Auflage. Paderborn 1997, S. 127–146.
  •  Ingrid Walder (Fotograf), Achim Walder (Autor, Herausgeber, Fotograf), Achim Walder (Hrsg.): Sehenswertes in Paderborn und Umgebung: Mit Beschreibung der Orte: Paderborn, Altenbeken, Bad Lippspringe, Borchen, Büren, Delbrück, Hövelhof, Lichtenau, Salzkotten und Wünnenberg. 1. Auflage. Walder-Verlag, 2006, ISBN 978-3936575217, S. 121.
  •  Heinrich Karl Hillebrand: Familienleben in Lichtenau/Westfalen. 1. Auflage. Sutton-Verlag, 2007, ISBN 978-3897028784, S. 126.
  •  Heinrich Karl Hillebrand: Das Ackerbürgerstädtchen Lichtenau/Westfalen. Sutton-Verlag, 2001, ISBN 978-3897023024, S. 128.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lichtenau (Westfalen) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)
  3. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  4. Geologischer Dienst NRW: Geowissenschaftliche Gemeindebeschreibungen NRW. Lichtenau
  5. Geologischer Dienst NRW: Erdwärme nutzen – Geothermiestudie liefert Planungsgrundlage (PDF; 369 kB)
  6. a b Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Kommunalprofil Lichtenau
  7. Stadt Lichtenau: Bevölkerung, Daten, Statistik
  8. Helmut Winzen: Lichtenau. In: Josef Drewes (Hrsg.): Das Hochstift Paderborn: Portrait einer Region. 2. Auflage. Paderborn 1997, S. 146
  9. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik: Schüler an allgemein bildenden Schulen in NRW nach der Religionszugehörigkeit
  10.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 320f.
  11. Landesbetrieb für Information und Technik Nordrhein-Westfalen, Geschäftsbereich Statistik: Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen
  12. Landesbetrieb Information und Technik NRW: Sonderreihe zur Volkszählung 1987 in Nordrhein-Westfalen, Band 1.1: Bevölkerung, Privathaushalte und Erwerbstätige. Düsseldorf 1989, S. 110.
  13. Landesdatenbank NRW; Wahlergebnisse zum Gemeindecode 05774028
  14. Landesbetrieb Information und Technik NRW: Kommunalwahlen
  15. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Wallfahrtsanlage Kleinenberg in LWL-GeodatenKultur
  16. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Klosteranlage Dalheim in LWL-GeodatenKultur