Lichtenau im Waldviertel

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Lichtenau im Waldviertel
Wappen von Lichtenau im Waldviertel
Lichtenau im Waldviertel (Österreich)
Lichtenau im Waldviertel
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Krems-Land
Kfz-Kennzeichen: KR
Fläche: 58,28 km²
Koordinaten: 48° 30′ N, 15° 23′ O48.515.383333333333639Koordinaten: 48° 30′ 0″ N, 15° 23′ 0″ O
Höhe: 639 m ü. A.
Einwohner: 2.034 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 35 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3522
Vorwahl: 02718
Gemeindekennziffer: 3 13 24
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lichtenau im Waldviertel 49
3522 Lichtenau im Waldviertel
Website: www.lichtenau.at
Politik
Bürgermeister: Andreas Pichler (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(21 Mitglieder)
18 ÖVP, 3 SPÖ
Lage der Marktgemeinde Lichtenau im Waldviertel im Bezirk Krems-Land
Aggsbach Albrechtsberg an der Großen Krems Bergern im Dunkelsteinerwald Droß Dürnstein Furth bei Göttweig Gedersdorf Gföhl Grafenegg Hadersdorf-Kammern Jaidhof Krumau am Kamp Langenlois Lengenfeld Lichtenau im Waldviertel Maria Laach am Jauerling Mautern an der Donau Mühldorf Paudorf Rastenfeld Rohrendorf bei Krems Rossatz-Arnsdorf Schönberg am Kamp Senftenberg Spitz St. Leonhard am Hornerwald Straß im Straßertale Stratzing Weinzierl am Walde Weißenkirchen in der Wachau Krems an der DonauLage der Gemeinde Lichtenau im Waldviertel im Bezirk Krems-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Lichtenau im Waldviertel ist eine Marktgemeinde mit 2034 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Krems-Land in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Lichtenau im Waldviertel liegt im Waldviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 58,36 Quadratkilometer. 33,56 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 18 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Allentsgschwendt (166)
  • Brunn am Wald (132)
  • Ebergersch (50)
  • Engelschalks (33)
  • Erdweis (73)
  • Gloden (86)
  • Großreinprechts (186)
  • Jeitendorf (90)
  • Kornberg (29)
  • Ladings (52)
  • Lichtenau (305)
  • Loiwein (267)
  • Obergrünbach (146)
  • Pallweis (118)
  • Scheutz (77)
  • Taubitz (113)
  • Wietzen (58)
  • Wurschenaigen (62)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Allentsgschwendt, Brunn am Walde, Ebergersch, Engelschalks, Erdweis, Gloden, Großreinprechts, Jeitendorf, Kornberg, Ladings, Lichtenau, Loiwein, Obergrünbach, Pallweis, Scheitz, Taubitz, Wietzen und Wurschenaigen.

Geschichte[Bearbeiten]

Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs. Hier verstarb Hermann Ehrhardt, Freikorpsführer und Begründer der Organisation Consul, die verantwortlich war für Fememorde in der Weimarer Republik.

1101 wurde der Name Lichtenau erstmals in einer Urkunde erwähnt (Konrad von „Lichtenowe“). Als Pfarre wurde der Ort 1332 erstmals erwähnt. Für 1428 weist das Schlossarchiv Brunn am Wald einen Schulmeister in Lichtenau nach. Ab dem 15. Jahrhundert war Lichtenau in Besitz der Neudegger, es folgten mehrere Besitzerwechsel. Johann Hartmann von Trautmannsdorf war 1584 in Lichtenau, in diesem Jahr wurde auch das Schloss Brunn am Wald neu gebaut. 1678 gelangte Lichtenau in den Besitz der Sinzendorfer, bevor die Grafen Herberstein Lichtenau sowie mehrere Güter und Schlösser in der Umgebung 1684 erwerben. Unter dieser Familie wurde vor allem das Gut Brunn am Wald ausgebaut (Schüttkasten mit Keller - imposantes Ziegelgewölbe). 1755–1757 wurde die heutige Barockkirche unter Pfarrer Adam Hiesinger errichtet, sie wurde dem Heiligen Ägydius geweiht. 1812 erwarb Joseph Michael von Ehrenfels Schloss und Herrschaft Lichtenau.

1932 starb der Philosoph Christian von Ehrenfels, ein Mitbegründer der „Gestaltlehre“. Georg Hermann Erhardt (1881–1971, bestattet im Friedhof Lichtenau), ein politisch bedeutender Freikorpsführer in Deutschland, erwarb 1936 Schloss und Gut Brunn am Wald. Lichtenau blieb im Besitz der Familie Ehrenfels.

Bei der ersten Gemeindezusammenlegung 1968 vereinigten sich die Gemeinden Lichtenau, Allentsgschwendt, Ladings, Loiwein und Taubitz zur „Marktgemeinde Lichtenau im Waldviertel“. 1970 folgte die erste Ausbaustufe der Holzindustrie Schweighofer auf dem Gebiet der KG Jeitendorf. Es ist dies der bedeutendste Betrieb, der sich zum Teil auf dem Gemeindegebiet von Lichtenau befindet. Mit der zweiten Gemeindezusammenlegung 1971, bei der sich die Gemeinden Brunn am Wald, Großreinprechts (mit Gloden), Jeitendorf, Obergrünbach und Pallweis der Marktgemeinde anschlossen, erreichte Lichtenau die heutige Größe.

1974 wurde das Amtshaus Lichtenau eröffnet und die Volksschule Loiwein zum ersten, eingruppigen Kindergarten umgebaut. Im gleichen Jahr wurde der Sportverein Lichtenau gegründet und die ersten Sportanlage eingerichtet. Die Gründung des Fremdenverkehrsvereines (heute Tourismus- und Kulturverein) erfolgte 1984. Als erste biologische Anlage wurde 1984 die Kläranlage Lichtenau in Betrieb genommen. Die Turnhalle mit Mehrfachfunktion wurde 1986 fertiggestellt. 1987 wurde im Kindergarten Loiwein eine zweite Gruppe eingerichtet. Westlich der Ortschaft wurde 1990 eine Teilumfahrung von Lichtenau errichtet. 1991/92 wurde der Hauptplatz von Lichtenau neu gestaltet. 1993 folgten die Eröffnung des neuen Volksschulgebäudes in Lichtenau und die Gründung der Kleinregion „Kampstauseen/Gföhlerwald“, heute „Kampseen“. Durch einen Zubau konnte 1995 die dritte Kindergartengruppe in Loiwein eingerichtet werden. Da die Gemeinde Baugründe ankaufte, konnte 1995 eine großflächige Siedlungserweiterung erfolgen. 1998 wurden der erste Dorferneuerungsverein (Allentsgschwendt), der gleich sein erstes Projekt („Alte Schule“) umsetzte, und der Musikverein Lichtenau gegründet. Ebenfalls in diesem Jahr wurde die Wasserversorgungsanlage Siedlung Lichtenau errichtet. 1999 eröffneten die neue Sportanlage und das Feuerwehrhaus in Lichtenau.

Am 1. November 2001 wurde der Gendarmerieposten Lichtenau geschlossen. Der Ausbau der Abwasserbeseitigung für alle Orte der Gemeinde begann 2002 mit dem Projekt Loiwein-Brunn am Wald-Wurschenaigen. Am 10. Juni 2002 schloss das Postamt, gleichzeitig wurde von der Gemeinde die Postpartnerstelle gegründet. Als erster Ort begann 2003 Loiwein die Ortsraumgestaltungen nach den Kanal- und Wasserleitungsbauten. 2004 wurden die Caritas und die Sozialstation in Lichtenau 8 gegründet (2010 Neueröffnung in den Räumen des Amtshauses). In den Räumen der ehemaligen Gendarmerie eröffnete 2007 eine Zahnarztordination. 2008–2009 wurde der Gewerbepark errichtet. Neben dem Ankauf von Grundflächen wurden Optionsverträge für Erweiterungen und Herstellung der Infrastruktur in Lichtenau geschlossen. 2009 eröffnete das Museum „Der Bauer als Selbstversorger“. Die Entflechtung und Erweiterung des Kanals, die Erweiterung der Wasserversorgung auf den ganzen Ort sowie die Verkabelung aller Strom- und Telefonleitungen erfolgten 2009–2010. Im gleichen Zeitraum wurde das Nahwärmeprojekt Hauptplatz Lichtenau für 12 Häuser ausgeführt. 2010-2012 wurde der "Karikaturengarten“ in Brunn am Wald, ein sehenswertes und bereits begehrtes Ausflugsziel, errichtet. 2012 war die Neugestaltung des Hauptplatzes Lichtenau vollendet. Im gleichen Jahr wurden Photovoltaikanlagen für gemeindeeigene Häuser und Anlagen mit 81 kWp Gesamtleistung in Betrieb genommen. Am 1. Dezember 2012 trat Gemeindeamtsleiter Richard Rauscher nach über 41 Dienstjahren in den Ruhestand. Das digitale Kleindenkmäler-Erfassungsprojekt des Jahres 2013 beinhaltet 112 Objekte.

Die Bürgermeister der Marktgemeinde Lichtenau im Waldviertel seit der ersten Gemeindevereinigung:

  • 1968–1970 Franz Stummer, Allentsgschwendt
  • 1970–1981 OSR. Ferdinand Höbart, Lichtenau
  • 1981–1992 Josef Schitzenhofer, Obergrünbach
  • 1992–2009 Hubert Nöbauer, Lichtenau
  • 2009 – Andreas Pichler, Obergrünbach

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 2067 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 2085 Einwohner, 1981 2205 und im Jahr 1971 2304 Einwohner.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Andreas Pichler, Amtsleiter Richard Rauscher. Im Marktgemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2010 bei insgesamt 21 Sitzen folgende Mandatsverteilung: ÖVP 18, SPÖ 3, andere keine Sitze.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 61, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 277. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 943. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 47,36 Prozent.

Regionale Zusammenarbeit[Bearbeiten]

Die Marktgemeinde Lichtenau ist Mitglied der Kleinregion Kampseen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lichtenau im Waldviertel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien