Lichtenhagen (Rostock)

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54.15277777777812.0605555555565Koordinaten: 54° 9′ 10″ N, 12° 3′ 38″ O

Lichtenhagen
Stadt Rostock
Höhe: 5 m ü. NN
Fläche: 5,9 km²
Einwohner: 14.171 (30. Jun. 2013)
Postleitzahl: 18109
Vorwahl: 0381
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Lage von Lichtenhagen in Rostock

Der im Nordwesten von Rostock gelegene Ortsteil Lichtenhagen wurde von 1972 bis 1976 gebaut und galt in den 1970er und 1980er Jahren in der DDR als ein Musterbeispiel für einen gelungenen Städtebau.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Neubaugebiet wurde nach einem kleinen, in der Nähe gelegenen Dorf, einer mittelalterlichen Siedlung im „Hägerort“ benannt. Diese Namen deuten darauf hin, dass noch vor zirka 900 Jahren diese Gebiete mit weitem Wald bedeckt waren. 1319 wurde der Ort als „parrochia Lychtenhagen“ erstmals urkundlich erwähnt, doch bereits 1264 nennt ein Kirchenherr den Ort in seinen Aufzeichnungen Lichtenhagen. Es liegt südwestlich des Stadtteils und gehört zur Gemeinde Elmenhorst/Lichtenhagen im Landkreis Rostock. Der Name bedeutet so viel wie „lichte Stelle im Wald“. Die Endung -hagen weist auf eine frühere Rodung mit Umzäunung, vermutlich durch Hecken, hin. Im Westen des Stadtteils liegt die Haussiedlung Klein-Lichtenhagen. Auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils entstand 1942 eine Siedlung aus einfachen hölzernen Ein- und Zweifamilienhäusern, die zu ihrer Entstehungszeit Holzhaussiedlung genannt wurde und zur Unterbringung von Technikern der Arado-Flugzeugwerke diente.

Skulptur auf dem Lichtenhäger Brink

Die Großwohnsiedlung in Großplattenbauweise entstand zwischen 1971 und 1976. Gebaut wurden viele Fünfgeschosser, sowie zu Beginn der 1980er Jahre als Lückenbebauung drei Hochhäuser (darunter das Sonnenblumenhaus). Es entstanden 6.925 Wohnungen für rund 18.000 Einwohner. Die Straßenzüge bilden meist rechteckige Karrees und wurden nach bedeutenden Rostocker Nachkriegspolitikern benannt. Mit der politischen Wende 1990 wurden sämtliche Straßen umbenannt und erhielten Namen von norddeutschen Kleinstädten.

Lichtenhagen an einer zentralen Kreuzung (rechts Sonnenblumenhaus)

Die Fußgängerzone Lichtenhäger Brink bildet den Mittelpunkt dieses Stadtteils. Anders als in anderen, für die Plattenbauarchitektur der früheren DDR typischen Neubauvierteln, wurde mit dem „Brink“ jedoch ein eher ungewöhnliches Kleinod geschaffen – Anstelle der üblichen geraden, breiten Straßenzüge oder Einkaufspassagen (sog. Magistralen), wird dieser von vielen Gärten, Brunnen und verwinkelten Ecken bestimmt.

In Lichtenhagen ist das Hauptgebäude mit Bibliothek der Juristischen Fakultät der Universität Rostock ansässig.

Weltweit erregte der Stadtteil Aufmerksamkeit mit den Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen im August 1992, wobei es zu den massivsten ausländerfeindlichen Ausschreitungen der deutschen Nachkriegsgeschichte kam.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Ende 1988 erreichte die Einwohnerzahl in Lichtenhagen mit 20.276 ihren Höchststand. Wie in fast allen Ortsteilen Rostocks ging diese bis 2002 kontinuierlich zurück, konnte danach aber u. a. durch den Bau neuer Wohnungen vorwiegend in Ein- und Zweifamilienhäusern westlich der Schleswiger und Sternberger Straße gehalten werden. Zum Jahresende 2009 waren 13.506 Einwohner mit Hauptwohnsitz gemeldet. Ein neuerlicher Zuwachs an Einwohnern wurde 2011 bis 2013 durch das Neubaugebiet Auf dem Kalveradd mit etwa 200 Grundstücken westlich der Mecklenburger Allee erreicht.

Verkehr[Bearbeiten]

Angebunden an das örtliche S-Bahn- und Linienbus- sowie Straßenbahnnetz der Hansestadt erreicht man von Lichtenhagen aus in wenigen Minuten die Stadtteile Warnemünde und Diedrichshagen an der Ostsee sowie das Zentrum der Stadt Rostock.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lichtenhagen (Rostock) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien