Lichtfreunde

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Die Lichtfreunde (Verein der Protestantischen Freunde) setzten sich in Abkehr von der evangelischen Amtskirche, die ihnen reaktionär und dogmatisch erschien, für ein vernunftgemäßes, praktisches Christentum ein. Ihre Geistlichen dachten zumeist deistisch.

Am 29. Juni 1841 versammelten sich 16 Pfarrer auf Einladung des Pfarrers Leberecht Uhlich in Gnadau als innerkirchliche Oppositionsgruppe und sagten sich später vom neuorthodoxen Landeskirchentum los. Anlass der Gründung war das Vorgehen der evangelischen Amtskirche gegen einen Rationalisten im Magdeburger Bilderstreit.

Im Zusammenhang mit der 1848er Revolution erlebten die Lichtfreunde ein rasches Anwachsen auf bis zu 150.000 Mitgliedern. Der Name "Lichtfreunde" beruhte auf einer spöttischen Bezeichnung durch die Gegner, die sich jedoch schnell durchsetzte. Vor allem in der preußischen Provinz Sachsen, aber auch darüber hinaus, entstanden diverse örtliche Vereine der Lichtfreunde. Seit 1842 fanden zweimal jährlich Hauptversammlungen unter der Leitung Uhlichs in seiner Heimatstadt Köthen statt. Das im unabhängigen Herzogtum Anhalt liegende Köthen war gewählt worden, um Gegenmaßnahmen Preußens zu entgehen.

Mitte der vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts wurden die politischen Tendenzen in der Gruppe immer stärker. Unter Gustav Adolf Wislicenus aus Halle (Saale) entstand ein radikaler, demokratischer und aktionistischer Flügel. Zur Pfingstversammlung 1844 erschienen zwar nur 600 Personen in Köthen, jedoch bei Veranstaltungen im Jahre 1845 sprach Uhlich bereits vor mehreren tausend Menschen. Am 10. August 1845 wurden Versammlungen der Lichtfreunde in Preußen verboten.

Die Lichtfreunde vereinigten sich 1859 mit den Deutsch-Katholiken zum Bund freier religiöser Gemeinden.

[Bearbeiten] Literatur

  • Horst Groschopp: Dissidenten. Freidenkerei und Kultur in Deutschland, Dietz Verlag, Berlin 1997. ISBN 3-320-01936-8
  • Helmut Steuerwald: Kritische Geschichte der Religionen und freien Weltanschauungen. Eine Einführung, Angelika Lenz Verlag, Neustadt am Rübenberge 1999. ISBN 3-933037-08-5
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