Lieb und Leid teilen

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Lieb und Leid teilen (AaTh -) ist ein Schwank. Er steht in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm ab der 4. Auflage von 1840 an Stelle 170 (KHM 170) und stammt aus Jörg Wickrams Rollwagenbüchlein. Bei Grimm schrieb sich der Titel Lieb und Leid theilen.

Inhalt[Bearbeiten]

Ein böser Schneider schlägt seine gute Frau, bis er ins Gefängnis kommt. Er muss Besserung geloben, Lieb und Leid mit seiner Frau zu teilen. Er wird rückfällig, doch statt zu schlagen rauft er ihre Haare, wirft ihr Elle und Schere nach. Vor Gericht sagt er, er wollte ihre Haare richten, und mit den Würfen daran erinnern, dass sie ihn nicht verlassen darf, und wenn er sie getroffen habe, sei es ihm lieb gewesen und ihr leid und umgekehrt.

Herkunft[Bearbeiten]

Grimms Anmerkung verweist neben dem Rollwagenbüchlein auf den Zeitvertreiber und nennt den Eheschwank einen humoristischen Volksscherz wie KHM 162 Der kluge Knecht. Wilhelm Grimm rundete den Text durch den alliterierenden Titel, der im Text wiederholt wird, vermehrte die Ausreden des Schneiders, lässt ihn aber zum Schluss nicht wie in der Vorlage straffrei ausgehen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Grimm, Brüder. Kinder- und Hausmärchen. Ausgabe letzter Hand mit den Originalanmerkungen der Brüder Grimm. Mit einem Anhang sämtlicher, nicht in allen Auflagen veröffentlichter Märchen und Herkunftsnachweisen herausgegeben von Heinz Rölleke. Band 3: Originalanmerkungen, Herkunftsnachweise, Nachwort. S. 246, 507. Durchgesehene und bibliographisch ergänzte Ausgabe, Stuttgart 1994. (Reclam-Verlag; ISBN 3-15-003193-1)
  • Rölleke, Heinz (Hrsg.): Grimms Märchen und ihre Quellen. Die literarischen Vorlagen der Grimmschen Märchen synoptisch vorgestellt und kommentiert. 2., verb. Auflage, Trier 2004. S. 316-319, 572-573. (Wissenschaftlicher Verlag Trier; Schriftenreihe Literaturwissenschaft Bd. 35; ISBN 3-88476-717-8)
  • Uther, Hans-Jörg: Handbuch zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Berlin 2008. S. 351-353. (de Gruyter; ISBN 978-3-11-019441-8)

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Lieb und Leid teilen – Quellen und Volltexte