Liebe mich, wenn du dich traust

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Filmdaten
Deutscher Titel Liebe mich, wenn du dich traust
Originaltitel Jeux d'enfants
Produktionsland Frankreich, Belgien
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 2003
Länge 93 Minuten
Altersfreigabe FSK ab 16
Stab
Regie Yann Samuell
Drehbuch Yann Samuell, Jacky Cukier
Produktion Christophe Rossignon
Musik Philippe Rombi
Kamera Antoine Roch
Schnitt Andrea Sedlácková
Besetzung

Liebe mich, wenn du dich traust (Originaltitel: Jeux d'enfants) ist ein französischer Film und das Regie-Debüt von Yann Samuell aus dem Jahr 2003.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film spielt in einer belgischen Stadt, in der ein kleines Mädchen, Sophie, von einigen Kindern als „Dreckspolackin“ beschimpft wird. Ein Busfahrer und ein kleiner Junge, Julien, sind die einzigen, die ihr helfen, während sie ihre von den anderen Kindern in eine Pfütze geworfenen Schulhefte aufhebt.

Um sie aufzumuntern schenkt Julien ihr eine Spieldose, die ihm selbst sehr wichtig ist, da er sie von seiner todkranken Mutter bekommen hat. Darum bittet er sie, ihm die Dose ab und an zu überlassen. Entgeistert, dass er das Geschenk sofort wiederhaben will, verlangt Sophie, dass er ihr beweist, wie wichtig ihm die Dose ist. Dazu löst Julien die Handbremse des Busses und der Bus rollt ohne Fahrer, mitsamt den Kindern, die sie gehänselt haben, los. Es beginnt ein Spiel, in welchem die Spieldose nach jeder erfüllten Aufgabe von einem zum anderen wandert.

Zwischen dem Sohn wohlhabender belgischer Eltern und der Tochter armer polnischer Einwanderer entwickelt sich eine innige Freundschaft. Als Kinder ziehen sie beispielsweise ein Hochzeitsbuffet auf den Boden, während sie als Jugendliche ihre jeweiligen Liebhaber in die Spielchen hineinziehen. Dabei interessieren sie die Konsequenzen ihrer autoritären Eltern und der restlichen Umwelt überhaupt nicht.

Die sich entwickelnde Liebe wollen sie sich aber nicht eingestehen und stürmen daher nur von einem Kick zum nächsten. Die Spiele werden unterdessen immer extremer und existentieller.

Der vorläufige Höhepunkt ist, dass Sophie Juliens Hochzeit platzen lässt, er daraufhin von seinem Vater verstoßen wird und sie durch ein weiteres Spiel fast zu Tode kommt.

Nach 10 Jahren der Trennung kommt es zu einem fulminanten Ende, in dem die beiden ihre komplette Umwelt, die sie nur mit blankem Entsetzen anstarrt, ignorieren. Der Schluss besticht durch eine Mischung aus Schock und Romantik; ein simples Happy End, wie in den meisten Liebesgeschichten, wird dadurch konterkariert, dass sich die Beiden zwar glücklich, eng umschlungen küssend wiedergefunden haben, hierbei jedoch in einer tiefen Baugrube stehen, die, während sie sich küssen, mit Beton zugegossen wird.

Soundtracks[Bearbeiten]

Das Album wurde am 9. September 2003 von Philippe Rombi veröffentlicht.

Nr. Titel
1. Ouverture
2. Love Theme
3. Solitude / L'Escalier du Temps
4. Beethov' Fantaisie / Cap Ou Pas Cap?
5. Jeux d'enfants
6. Les Lunettes Magiques
7. Derniers Instants
8. Premier Baiser
9. Declaration / Separation
10. Invitation
11. La Vie en Rose (Trio Esperança)
12. 10 Ans Plus Tard
13. Mieux Que La Vie (Poursuite)
14. La Vie en Rose (Donna Summer)
15. Le Meilleur et le Pire
16. Sous la Pluie
17. Pour Toujours (Love Theme)
18. La Vie en Rose (Louis Armstrong)
19. La Vie en Rose (Zazie)

Stil[Bearbeiten]

Yann Samuell, der Regisseur und Autor des Drehbuchs ist, benutzt immer wieder seltsam wirkende, comic- oder phantasieartige Einschübe, die dem Film eine ganz eigene Note geben. Die Erzählperspektive wechselt im Film oft zwischen Julien, Sophie und einem stillen Beobachter.

Einspielergebnis[Bearbeiten]

Der Film erreichte in Europa rund 1,5 Millionen Kinobesuche, die meisten davon, 1,07 Millionen, in Frankreich, gefolgt von Deutschland (145.000) und Belgien (59.000).[1] Weltweit erzielte der Film ein Einspielergebnis von rund 8,56 Millionen US-Dollar.[2]

Kritiken[Bearbeiten]

„Die Spur der Verwüstung, die sich durch diesen jede Norm verrückenden Film zieht, ist außerordentlich, Samuells Fabulierlaune ohne Rücksicht auf Raum und Zeit und die Lust des Regisseurs an der Eskalation sind es ebenso. Die Eigengesetzlichkeit, mit der zwei Liebende ihre Empfindungen mutwillig einer immer verheerenderen Zerstörungswut aussetzen, mag nicht in jedem Augenblick einleuchten. Aber was der französische Regisseur vorführt, von den Darstellern Guillaume Canet und Marion Cotillard in allen Phasen der Selbstentäußerung prächtig unterstützt, beweist Szene um Szene, welche wunderbaren Kinoüberraschungen die Kraft der Anarchie gebären kann.“

faz.net[3]

„Im Rausch der visuellen Effekte und mit wachsender Lust am grausamen Spiel geht die Empathie mit den Figuren allerdings zunehmend verloren. Fasziniert, doch seltsam ungerührt schaut man dem selbstzerstörerischen Treiben der beiden Starrköpfe zu.“

artechock.de[4]

„Eine eindrucksvolle Studie über die Zerstörungskraft einer pervertierten Liebe, die in erbarmungsloser Konsequenz und mit der fantasievollen Wucht eines Arsenals filmischer Mittel durchbuchstabiert wird.“

Lexikons des Internationalen Films: [5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Newport Beach Film Festival:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jeux d'enfants in: Lumière – Datenbank über Filmbesuchszahlen in Europa, lumiere.obs.coe.int (abgerufen am 12. November 2009)
  2. www.boxofficemojo.com: Love Me, if you dare. (abgerufen am 12. November 2009)
  3. Hans-Dieter Seidel in FAZ vom 11. August 2004
  4. Nani Fux auf artechock.de
  5. Liebe mich, wenn du dich traust im Lexikon des Internationalen Films

Weblinks[Bearbeiten]