Liebieghaus

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zu weiteren Museen und Gebäuden ähnlichen Namens siehe Liebighaus.
Liebieghaus
Museum am Schaumainkai 71

Museum am Schaumainkai 71

Daten
Ort Frankfurt am Main, Hessen
Architekt Leonhard Romeis
Bauherr Heinrich von Liebieg
Baujahr 1896
Höhe ca. 25 m
Koordinaten 50° 6′ 7″ N, 8° 40′ 18″ O50.1019444444448.6716666666667Koordinaten: 50° 6′ 7″ N, 8° 40′ 18″ O
Besonderheiten
Museum

Das Liebieghaus ist eine schlossartige historistische Villa am Sachsenhäuser Mainufer in Frankfurt am Main und beherbergt die Städtische Galerie Liebieghaus, die zu den Museen am Museumsufer zählt.

Inhaltsverzeichnis

Baugeschichte und Nutzung[Bearbeiten]

Der böhmische Textilfabrikant Baron Heinrich von Liebieg (1839–1904), Mitglied der Familie Liebieg, ließ 1896 die Villa als Altersruhesitz für sich erbauen; entworfen wurde sie von dem Münchener Architekten Leonhard Romeis.

Im Jahr 1907 erwarb die Stadt Frankfurt das Anwesen und widmete das Haus zu einem Museum für die städtische Skulpturensammlung um (aktueller Name: Liebieghaus Skulpturensammlung). Die Sammlung[1] ist eine der bedeutendsten in Europa und umfasst griechische, römische und ägyptische Skulpturen aus der Antike sowie Stücke aus Mittelalter, Renaissance, Barock und Klassizismus als auch Werke aus Ostasien.

Das Liebieghaus besitzt eine universal ausgerichtete Sammlung, die sich weniger aus regionaler Kunst, Adelssammlungen oder säkularisiertem Kirchenbesitz speist, sondern auf dem internationalen Kunstmarkt zusammengekauft und durch Stiftungen erweitert wurde. Nur vergleichsweise wenige der Werke sind deswegen mit Frankfurt oder der Frankfurter Geschichte verbunden.

Erster Direktor war Georg Swarzenski, der ab 1907 die Sammlung aufbaute und 1909 das Museum eröffnete. Bedeutende Wissenschaftler waren seitdem als Direktoren und Kuratoren am Liebieghaus tätig, darunter Herbert Beck (von 1969 bis 2006), der Archäologe Peter C. Bol und der Kunsthistoriker Anton Legner. Seit 2006 ist Max Hollein Direktor der Liebieghaus Skulpturensammlung.

Das Liebieghaus veranstaltet regelmäßig Sonderausstellungen wie „Bunte Götter. Die Farbigkeit antiker Skulpturen“ (2008), „Jean-Antoine Houdon. Die sinnliche Skulptur“ (2009), „Sahure – Tod und Leben eines großen Pharao“ (2010), „Niclaus Gerhaert. Der Bildhauer des Mittelalters“ (2010/11) sowie in Kooperation mit der Schirn Kunsthalle „Jeff Koons. The Painter & The Sculptor“ (2012).

Das Museum ist am Schaumainkai inmitten eines Gartens gelegen, in dem auch einige Skulpturen ausgestellt sind. Unter anderem steht dort unter einer kleinen Baumgruppe eine Kopie von Danneckers Ariadne.

Nach dem durch das Berliner Büro Kuehn Malvezzi konzipierten Umbau wurden im Oktober 2009, anlässlich der 100-Jahr-Feier, die neugestalteten Ausstellungsräume wiedereröffnet. Ein Schaudepot ermöglicht nun erstmals die Besichtigung eines Teils der nicht in die Dauerausstellung aufgenommenen Werke.

Herausragende Ausstellungsstücke[Bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten]

Danneckers Ariadne war schon im 19. Jahrhundert zu einiger Berühmtheit gelangt, als Bethmann sie öffentlich zugänglich machte. So heißt es in einem zeitgenössischen Reisebericht:

Unter den Wunderwerken der Kunst aus dem Besitze der Frankfurter Sammler nimmt nach hiesiger Meinung die Statue der Ariadne von Dannecker den ersten Platz ein. Dies Bildwerk gehört Herrn Bethmann, und ihm verdankt Herr Bethmann seine große Berühmtheit. Sein Name ist historisch geworden. Er steht in allen Reisehandbüchern, in allen Werken über Deutschland. Jeder Cicerone, jeder Kellner, sogar die Gassenjungen, die den Fremden ihre Dienste anbieten, führen ihn im Munde. Ganz Europa hat Herrn Bethmann schon besucht und kennt seinen Namen. Es gibt keinen volkstümlicheren im ganzen deutschen Bund. Man sollte wirklich meinen, es genüge, eine Statue zu kaufen und sie dem Publikum zu zeigen, um berühmt zu werden. F. Guinot, 1847

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Wolf-Christian Setzepfandt: Architekturführer Frankfurt am Main/Architectural Guide. 3. Auflage. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-496-01236-6, S. 35 (deutsch, englisch).
  • Vinzenz Brinkmann, Maraike Bückling, Stefan Roller: Meisterwerke im Liebieghaus. Liebieghaus Skulpturensammlung. Imhof, Petersberg 2008. ISBN 978-3-86568-364-9
  • Vinz de Rouet: Ich liebe Sachsenhausen! 33 Gründe Sachsenhausen zu lieben. Epubli, Berlin 2010. ISBN 978-3-86931-738-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Liebieghaus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dokumentation der Sammlung im Bildindex der Kunst und Architektur.