Liechtensteinklamm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
In der Liechtensteinklamm

Die Liechtensteinklamm ist eine Klamm, wenige Kilometer von St. Johann im Pongau (Österreich) entfernt.

Allgemeines[Bearbeiten]

Die Liechtensteinklamm hat eine Länge von ca. 4.000 Metern, davon sind 1.000 Meter für Besucher zugänglich. Die Felsen sind bis zu 300 Metern tief. An manchen Stellen ist die Klamm nur wenige Meter breit. Die Klamm ist über Holzstege zu besichtigen, die ständig auf ihre Sicherheit überwacht und gewartet werden. Am Ende der Klamm befindet sich ein Wasserfall. Die Klamm ist in den Wintermonaten geschlossen. Jährlich wird sie von über 100.000 Menschen besucht.

Geschichte[Bearbeiten]

Eine sehr schmale Stelle in der Liechtensteinklamm
Wasserfall in der Klamm

Das Wasser des Gebirgsbaches Großarler Ache bildete durch Jahrtausende währende Tiefenerosion die heutige Liechtensteinklamm. 1875 begannen die Arbeiten zur Begehbarmachung der Klamm durch Mitglieder des Pongauer Alpenvereins. Da die Arbeiten wegen Geldmangels nicht weitergeführt werden konnten, suchte man einen Geldgeber. Man wandte sich an Fürst Johann II. von Liechtenstein, der eine Jagdwirtschaft im nahegelegenen Großarl betrieb. Der Fürst spendete für den Ausbau der Klamm 600 Gulden. Die Arbeiten konnten nun fortgesetzt werden. 1876 war die Erschließung der Klamm beendet. Wegen der großzügigen Spende des Fürsten benannte man die Klamm nach ihm. 1924 wurde ein Gasthaus in der Klamm errichtet, das 2011 abgerissen wurde und 2012 durch einen Neubau ersetzt wurde.[1]

Die Klamm und ihre Sage[Bearbeiten]

Einer Sage zufolge entstand die Klamm dadurch, dass der Teufel schnellstens Wasser nach Großarl bringen sollte. Dies gelang ihm aber zunächst nicht. Voller Wut und Zorn überflog er die Schlucht und schleuderte Wasser in sie hinein.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Franz de Paula Storch: Topographisch-historische Notitzen über den Markt St. Johann, die Liechtenstein-Klamm und anderweitige Umgebung. Haslinger, St. Johann im Pongau 1879 (ÖNB).
  •  St. Johann im Pongau. Festschrift zur Erinnerung an die Eröffnung der Liechtensteinklamm vor 60 Jahren (1875-1935). Holzer-Baur, St. Johann im Pongau 1935 (ÖNB).
  •  Isidor Herrisch: Die Lichtensteinklamm. Selbstverl., Wien 1938 (ÖNB).
  •  Die Liechtensteinklamm – die grösste und imposanteste Klamm der Alpen bei St. Johann im Pongau (Land Salzburg). Baur, St. Johann im Pongau 1950 (UBI).
  •  Therese Pippan: Vergleichende geologisch-morphologische Untersuchungen in den drei Klammen des östlichen Tauernnordrandes unter besonderer Berücksichtigung des Problems der Klamm- und Stufenbildung. In: Mitteilungen der Geologischen Gesellschaft in Wien. 47 (1954), Wien 1956 (PDF 822kb, abgerufen am 4. März 2010).
  •  Bettina Zerza: Brücke. Techn. Univ., Dipl.-Arb.,, Graz 1994 ([Liechtensteinklamm / Brücke / Projekt /], ÖNB).
  •  Walter Mooslechner: Das Geheimnis der Liechtensteinklamm. St. Johann im Pongau. W. Mooslechner, Großarl 1995 (ÖNB).
  •  Rupert Königswieser: Konzept für die Neugestaltung der Liechtensteinklamm. Techn. Univ., Dipl.-Arb., Wien 1997 (UBTUW).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Liechtensteinklamm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: In den Liechtenstein-Klammen – von Oscar Kallwitz in „Die Gartenlaube“ Heft 12, 1878

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Julia Baumgärtner, Ein kleines Stück Liechtenstein, Bezirkszeitung vom 28. November 2011, Online, abgerufen am 6. Dezember 2012

47.31083333333313.190833333333Koordinaten: 47° 18′ 39″ N, 13° 11′ 27″ O