Lienen
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | |
| Regierungsbezirk: | Münster | |
| Kreis: | Steinfurt | |
| Höhe: | 82 m ü. NN | |
| Fläche: | 73,33 km² | |
| Einwohner: |
8541 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 116 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 49536 | |
| Vorwahlen: | 05483, 05484, 05481, 05403 | |
| Kfz-Kennzeichen: | ST | |
| Gemeindeschlüssel: | 05 5 66 044 | |
| LOCODE: | DE LIE | |
| NUTS: | DEA37 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Hauptstraße 14 49536 Lienen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Dr. Martin Hellwig (SPD) | |
| Lage der Gemeinde Lienen im Kreis Steinfurt | ||
Lienen ist eine Gemeinde in der Region Tecklenburger Land, zwischen Münster und Osnabrück. Die Gemeinde ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und Teil des Kreises Steinfurt in Nordrhein-Westfalen.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Nördlich von Lienen erstrecken sich der Großteil des Naturpark TERRA.vita sowie das Holperdorper Tal. Der Westerbecker Berg im Teutoburger Wald ist mit 236 m über NN die höchste Erhebung im Tecklenburger Land, des Kreises Steinfurt und des Münsterlandes. Nach Südwesten öffnet sich die Münsterländer Parklandschaft. Die Straße zur Bauerschaft Holperdorp verläuft mit einer Serpentine zwischen dem Aldruper und Lienener Berg in ca. 202 m Höhe über den Gebirgskamm des Teutoburger Waldes. Der 206 Meter hohe Langenberg liegt noch zu einem kleinen Teil in der Bauerschaft Holperdorp, zum größten Teil jedoch im benachbarten Niedersachsen im Gebiet von Bad Iburg.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Ladbergen, Lengerich (beide Kreis Steinfurt), Hagen am Teutoburger Wald, Bad Iburg, Glandorf (Landkreis Osnabrück in Niedersachsen), Ostbevern (Kreis Warendorf in Nordrhein-Westfalen).
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
Die Gemeinde Lienen besteht aus den Ortsteilen Lienen und Kattenvenne sowie den außerhalb liegenden Bauerschaften Holperdorp im Norden des Teutoburger Waldes, Dorfbauer, Aldrup, Westerbeck, Höste, Holzhausen und Meckelwege im Süden.
Geschichte [Bearbeiten]
Die Gemeinde wurde erstmals im Jahre 1088 urkundlich als Lina erwähnt. Lina bedeutet so viel wie Ort am Abhang des Berges oder Hügeldorf am Teutoburger Wald.
„Lienen: Lynon im 12. Jahrh. Von lina, die Berglehne.“
Im Jahr 1965 wurde „1000 Jahre Gemarkung Lienen“ gefeiert. Grundlage hierfür war eine „urkundliche Erwähnung” der Gemeinde aus dem Jahr 965 in Bezug zur 'Grafentafel', einem markanten Felsen im Nordwesten des Holperdorper Tals.
Bis ins 20. Jahrhundert hinein war die Gemeinde durch die Landwirtschaft geprägt. In der Zeit vom 17. bis 19. Jahrhundert ergänzte die bäuerliche Hausleinen-Industrie das landwirtschaftliche Einkommen.
Ab 1832 setze sich, ausgelöst durch den Zusammenbruch des Hausleinen-Gewerbes in der napoleonischen Zeit und die eingetretene Überbevölkerung, eine Auswanderungsbewegung nach Nordamerika in Gang. Diese endete erst mit dem Beginn der industriellen Revolution. In dieser Zeit lösten der Bau des Kalkwerkes in Höste und die verbesserte verkehrstechnische Erschließung durch eine Bahnlinie erste gewerblich-industrielle Impulse aus. Bis zur Kreisreform im Jahr 1975 gehörte Lienen zum Kreis Tecklenburg mit der Stadt Tecklenburg als Kreisstadt.
Politik [Bearbeiten]
Gemeinderat [Bearbeiten]
Aufgrund des Ergebnisses der Kommunalwahl am 30. August 2009 setzt sich der Gemeinderat wie folgt zusammen:
- SPD: 10 Sitze (+2)
- CDU: 10 Sitze (±0)
- FDP: 3 Sitze (–1)
- Bündnis für Ökologie und Demokratie: 3 Sitze (–1)
Bürgermeister [Bearbeiten]
Gewählter hauptamtlicher Bürgermeister ist seit September 2009 Dr. Martin Hellwig (SPD).
Wappen [Bearbeiten]
Blasonierung: „In Silber über einem roten, mit einem silbernen Seerosenblatt belegten Dreiberg zwei rote, balkenweise gestellte Seerosenblätter.“
Partnerstädte [Bearbeiten]
- St. Marys im Auglaize County in Ohio, USA
- Kelm (Kelmė) im Distrikt Šiauliai, Litauen
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Parks [Bearbeiten]
In Lienen am Dorfteich ist im Frühjahrs 2002 der BARFUSS-PARK entstanden. Der Barfuss-Park besteht aus einem Rundweg von 2,5 km Länge. Die BARFUSS-PARK-Saison in Lienen beginnt am 1. April und endet am 31. Oktober. Während dieser Zeit ist der BARFUSS-PARK jeden Tag von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang geöffnet. Der Park ist frei zugänglich, feste "Öffnungszeiten" gibt es nicht. In Vollmondnächten besteht die Möglichkeit, den BARFUSS-PARK bei einer geführten Fackel-Wanderung zu erkunden.
In den Jahren 2004/2005 wurde der Nordic-Walking-Park Tecklenburger Land installiert, dessen Pfade durch das Tecklenburger Land führen. Je nach persönlicher Fitness können 4 Trails auf Lienener Gebiet erkundet werden. Der Nordic Walking Park im Tecklenburger Land bietet Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden auf insgesamt über 300 km Länge.
Naturdenkmäler [Bearbeiten]
- Duvensteine in Holperdorp
Auf der Nordseite des Holperdorper Tals liegt ein Bergrücken, der aus Sandstein besteht. An einigen Stellen tritt dieser Sandstein an die Oberfläche und bildet aufragende Felsengebilde, darunter die Duvensteine. Der Name der Felsen deuten auf Kultplätze hin, an denen früher Gottheiten verehrt wurden. Wer Kindersegen und Fruchtbarkeit wollte, betete zur Grauen Mutter, der Gottheit des mittleren fruchtbaren Lebensabschnittes. Die graue Mutter soll auch an den Duvensteinen verehrt worden sein. Die Du-ve (ve = Fee = Mutter) ist die Dunkel-Mutter (steht für das Alter).
Sport [Bearbeiten]
- International bekannt geworden sind die Springreiter Toni und Felix Haßmann.
- Thorsten Grünkemeyer, Bronze-Medaillengewinner im Tischtennis, Sommer-Paralympics 2004
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
Die Freiwillige Feuerwehr Lienen veranstaltet die "Bombeiros Show-Night". Bereits 1950 fand die erste „Feuer-Wasser-Revue“ statt: Wasserspiele mit farbiger Beleuchtung die sich im Takt bekannter Songs bewegen. Die viertägige Veranstaltung wird von den Kameraden der Freiwillige Feuerwehr organisiert und durchgeführt.
Jausenstation [Bearbeiten]
Am südlichen Hang des Teutoburger Waldes auf 225 m ü.N.N. befindet sich die Jausenstation Malepartus. Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts was das kleine Plateau mit Blick in die münsterländische Parklandschaft ein Platz zur Ausrichtung des Lienener Schützenfestes. Bereits 1910 war eine Blockhütte als Rast für Wanderer vorhanden. In den 1920er Jahren wird der Name Malepartus erwähnt. Malepartus ist der Tierfabel Reineke Fuchs von Johann Wolfgang von Goethe entlehnt, in der Reineke Fuchs sein Schloss Malepartus nennt.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Lienen hat im Ortsteil Kattenvenne einen Bahnhof an der Bahnstrecke Münster-Osnabrück, der von Regionalbahnen angefahren wird. Die Teutoburger Wald-Eisenbahn (TWE) Ibbenbüren-Lengerich-Gütersloh-Hövelhof führt im Tourismusverkehr auf der Strecke durch Lienen. Die Strecke der TWE wurde von 1901 bis 1968 auch zur Personenbeförderung eingesetzt. Heute besteht mit der „Teuto-Express“-Museumsbahn ein Tourismusverkehr auf der Strecke Richtung Tecklenburg und Bad Iburg.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Hermann Kriege, Revolutionär aus reichem Elternhaus, unter anderem bekannt mit Karl Marx.
- Friedrich Ernst Hunsche, (1905–1994), geb. in Lienen-Meckelwege, Schriftsteller, Dichter, Heimatforscher, Plattdeutsche Sprache und Geschichten, Archivar, Ahnenforscher, Forschung zur Auswanderung
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 4. Juli 2012. (Hilfe dazu)
- ↑ Dr. Hermann Jelinghaus: Dorfnamen um Osnabrück, Osnabrück 1922,S.31
- ↑ http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Gem_raete/c566044kw0900.html
Literatur [Bearbeiten]
- Adolf Hagedorn: Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Lienen und des Kreises Tecklenburg 1700–1815. In: Heimatjahrbuch des Kreises Tecklenburg, 1925, S. 7–76.
- Friedrich Ernst Hunsche: Lienen am Teutoburger Wald. 1000 Jahre Gemarkung Lienen, hrsg. v. d. Gemeinde Lienen, Lienen 1965.
- Friedrich Ernst Hunsche: Auswanderer-Chronik der Gemeinde Lienen. Hrsg. v. d. Gemeinde Lienen, Lienen 1990.
- Friedrich Schmedt: Lienen in alten Ansichten. Bd. 1, Zaltbommel/NL 1978.
- Hanna Schmedt: Lienen in alten Ansichten. Bd. 2, Zaltbommel/NL 1998.
- Christof Spannhoff (Bearb.): Quellen und Beiträge zur Orts-, Familien- und Hofesgeschichte Lienens, Bd. I, Norderstedt 2007.
- Christof Spannhoff: 1609–2009. 400 Jahre Grenze zwischen Ostenfelde und Lienen. Norderstedt 2008.
- Christof Spannhoff (Bearb.): Quellen und Beiträge zur Orts-, Familien- und Hofesgeschichte Lienens, Bd. 2: Streifzüge durch die Geschichte Lienens. Ein historisches Lesebuch, Norderstedt 2011.
- Wilhelm Wilkens: Lienen. Die Geschichte seiner Häuser. Lienen 1993.
- Wilhelm Wilkens: Lienen. Das Dorf und seine Bauerschaften von der Sachsenzeit bis zur Gegenwart. Norderstedt 2004.
Weblinks [Bearbeiten]
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