Liesel Westermann

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Liesel Westermann-Krieg (* 2. November 1944 in Sulingen) ist eine ehemalige deutsche Leichtathletin und Olympiamedaillengewinnerin, die in den 1960er und 1970er Jahren – für die Bundesrepublik Deutschland startend – zur Weltspitze im Diskuswerfen gehörte.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Liesel Westermann-Krieg ist Gymnasiallehrerin und arbeitete an verschiedenen Gymnasien in Nordrhein-Westfalen (u. a. Carl-Duisberg-Gymnasium in Leverkusen) als Sport- und Gemeinschaftskundelehrerin sowie in der Schulverwaltung. Sie ist seit 1978 verheiratet mit dem Diplom-Volkswirt Leif Oskar Peter Krieg und hat vier Kinder. Nach vielen Jahren in Leverkusen zog sie Anfang der 1990er Jahre nach Solingen. Die Versetzung aus dem Schuldienst an das Kultusministerium in Niedersachsen erforderte einen Umzug nach Hannover; dort war sie als Referentin für Schulsport und Gesundheitserziehung im Range einer Ministerialrätin bis zu ihrem Ruhestand 2009 tätig.

Leichtathletik-Karriere[Bearbeiten]

Liesel Westermann startete für TuS Sulingen, Hannover 96 und für den TuS 04 Leverkusen. Ihr Jugendtrainer war Bruno Voigt, ihr Trainer in Leverkusen war Gerd Osenberg. In ihrer aktiven Zeit war sie 1,72 m groß und wog 75 kg. Von 1963 bis 1976 war sie zehnmal Deutsche Meisterin im Diskuswerfen. Eine Deutsche Meisterschaft im Kugelstoßen und in der 4 × 100-m-Staffel mit Hannover 96 sind weitere erwähnenswerte Erfolge. Bei den Olympischen Spielen 1968 gewann sie die Silbermedaille mit 57,76 m hinter der Rumänin Lia Manoliu, die mit 58,28 m einen neuen Olympischen Rekord aufstellte.

Weltrekorde[Bearbeiten]

Mit 61,26 m warf sie am 5. November 1967 in São Paulo als erste Frau über 60 Meter. 1968 und 1969 verbesserte sie noch drei Mal den Weltrekord bis auf 63,96 m.

Weitere Erfolge bei internationalen Höhepunkten[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Liesel Westermann-Krieg ist Mitglied der FDP und kandidierte in den 1990er Jahren für den Bundestag, den nordrhein-westfälischen Landtag und 1999 für das Amt der Bürgermeisterin in Remscheid. In den 1990er Jahren leitete sie die „Bundessportkommission“ der FDP.

Ehrungen[Bearbeiten]

Liesel Westermann-Krieg ist Trägerin des Silbernen Lorbeerblattes und des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen. 1967 und 1969 war sie Sportlerin des Jahres in der Bundesrepublik Deutschland. 1967 ernannte das US-amerikanische Fachblatt „Women’s Track and Field World“ sie außerdem zur „Welt-Leichtathletin des Jahres“. 1969 wurde sie von der Internationalen Sportpresse zur „Weltsportlerin des Jahres“ gewählt. Für ihre Verdienste um den Sport in Niedersachsen wurde sie in die Ehrengalerie des niedersächsischen Sports des Niedersächsisches Institut für Sportgeschichte aufgenommen. 2011 wurde sie in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen.

Weblinks[Bearbeiten]