Lietzow

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Lietzow (Begriffsklärung) aufgeführt.


Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Lietzow führt kein Wappen
Lietzow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lietzow hervorgehoben
54.48333333333313.5166666666675Koordinaten: 54° 29′ N, 13° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Rügen
Amt: Bergen auf Rügen
Höhe: 5 m ü. NN
Fläche: 8,39 km²
Einwohner:

248 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 30 Einwohner je km²
Postleitzahl: 18528
Vorwahlen: 038302, 038392
Kfz-Kennzeichen: VR, GMN, NVP, RDG, RÜGVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Leerzeichen
Gemeindeschlüssel: 13 0 73 049
Adresse der Amtsverwaltung: Markt 5–6
18528 Bergen auf Rügen
Webpräsenz: www.amt-bergen-auf-ruegen.de
Bürgermeister: Jürgen Böhnig
Lage der Gemeinde Lietzow im Landkreis Vorpommern-Rügen
Rostock Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Altenpleen Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Klausdorf (bei Stralsund) Kramerhof Preetz (bei Stralsund) Prohn Bartelshagen II b. Barth Barth Divitz-Spoldershagen Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Karnin (bei Barth) Kenz-Küstrow Löbnitz (Vorpommern) Lüdershagen Pruchten Saal (Vorpommern) Trinwillershagen Bergen auf Rügen Buschvitz Garz/Rügen Gustow Lietzow Parchtitz Patzig Poseritz Ralswiek Rappin Sehlen Ahrenshoop Born a. Darß Dierhagen Prerow Wieck a. Darß Wustrow (Fischland) Franzburg Glewitz Gremersdorf-Buchholz Millienhagen-Oebelitz Papenhagen Richtenberg Splietsdorf Velgast Weitenhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) Wendisch Baggendorf Elmenhorst (Vorpommern) Sundhagen Wittenhagen Baabe Gager Göhren (Rügen) Lancken-Granitz Middelhagen Sellin Thiessow Zirkow Groß Kordshagen Jakobsdorf Kummerow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Neu Bartelshagen Niepars Pantelitz Steinhagen (Vorpommern) Wendorf Zarrendorf Altenkirchen (Rügen) Breege Dranske Glowe Lohme Putgarten Sagard Wiek (Rügen) Bad Sülze Dettmannsdorf Deyelsdorf Drechow Eixen Grammendorf Gransebieth Hugoldsdorf Lindholz Tribsees Ahrenshagen-Daskow Schlemmin Ribnitz-Damgarten Semlow Altefähr Dreschvitz Dreschvitz Gingst Hiddensee Kluis Neuenkirchen (Rügen) Neuenkirchen (Rügen) Rambin Samtens Schaprode Schaprode Trent (Rügen) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Binz Grimmen Marlow Putbus Putbus Sassnitz Stralsund Stralsund Süderholz Zingst Zingst ZingstKarte
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Lietzow ist eine deutsche Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Rügen auf der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Gemeinde wird vom Amt Bergen auf Rügen mit Sitz in der gleichnamigen Stadt verwaltet.

Inhaltsverzeichnis

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Lietzow mit dem Schloss

Lietzow liegt rund elf Kilometer nordöstlich von Bergen. Sie liegt an einem bewaldeten Höhenrücken an der schmalsten Stelle zwischen dem Großen Jasmunder Bodden und dem Kleinen Jasmunder Bodden. Im Nordosten der Gemeinde liegt der Große Wostevitzer Teich. Die Bundesstraße 96 und die Bahnstrecken Stralsund–Sassnitz bzw. Lietzow–Binz verlaufen direkt durch die Gemeinde, Regionalbahnen fahren in der Regel abwechselnd nach Sassnitz oder Binz durch, Lietzow ist damit Umsteigepunkt. Der Straßendamm wurde bereits 1868 und der Eisenbahndamm 1891 gebaut. Der Kleine Jasmunder Bodden ist somit nur noch durch eine Schleuse mit dem Großen Jasmunder Bodden verbunden. Das Gemeindegebiet ist Teil der Halbinsel Jasmund.

Ortsteile[Bearbeiten]

  • Lietzow
  • Borchtitz
  • Semper

Geschichte[Bearbeiten]

Das Schloss von Lietzow (auch: Schlösschen Lichtenstein)

Lietzow geht, den Namen nach, auf eine slawische Siedlung zurück.

Der Ort erlangte aber auch Berühmtheit durch die beträchtlichen Funde aus dem Neolithikum und der nach dem Ort benannten Lietzow-Kultur. 1827 fand von Hagenow am Nordausgang von Lietzow die Feuersteinwerkstätten. 1867 u. 1886 sammelte dort Rudolf Virchow Flintspäne, Messer, Streitäxte usw. Es ist wohl die so genannte berühmte Fundstelle Augustenhof. Südlich des Ortes auf der Halbinsel liegt die größere Fundstelle. Zuerst fand A. Haas 1897 dort viele Feuersteinwerkzeuge im Kiesabbau, der Fundort wurde, wie der nördlich von Lietzow als Werkstätten interpretiert. Um 1920 fand man dort unweit der 1. Stelle viele Geweih- und Steingeräte. 1923 wurde diese Stelle systematisch von W. Petzsch untersucht und es kamen viele Geweih- und Steinwerkzeuge zutage.[2]

Der Ort war bis 1326 Teil des Fürstentums Rügen und danach des Herzogtums Pommern. Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 wurde Rügen und somit auch das Gebiet von Lietzow ein Teil von Schwedisch-Pommern. Im Jahr 1815 kam Lietzow als Teil von Neuvorpommern zur preußischen Provinz Pommern.

Nach dem Bau der Bahnstrecke über den Lietzow-Damm ließ sich der Baumeister eine Villa, genannt Schlößchen Lichtenstein erbauen. Um 1892/93 wurde das ortsprägende Wohnhaus als Kopie des 1839 durch Umbau einer mittelalterlichen Burg entstandenen Schlosses Lichtenstein bei Reutlingen in der Schwäbischen Alb erbaut. Auftraggeber war der Eisenbahntechniker Bopp, der für den Bau der Bahnlinie Bergen-Sassnitz verantwortlich gewesen ist. Das Gebäude wurde zunächst als "Villa am Dorf" und seit 1896 als "Schlößchen Lichtenstein" bezeichnet. Es ist ein zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach und Ziegelabdeckung, einem Treppengiebel und einem runden fünfgeschossigen Turm.

Seit 1818 gehörte Lietzow zum Kreis bzw. Landkreis Rügen. Nur in den Jahren von 1952 bis 1955 war es dem Kreis Bergen zugehörig. Die Gemeinde gehörte danach bis 1990 zum Kreis Rügen im Bezirk Rostock und wurde im selben Jahr Teil des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Der seit 1990 wieder so bezeichnete Landkreis Rügen ging 2011 im Landkreis Vorpommern-Rügen auf.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Lietzow

  • Herrenhaus im Stil des Historismus in Lietzow aus dem 19. Jahrhundert. Architektonisches Vorbild war das Schloss Lichtenstein bei Reutlingen auf der Schwäbischen Alb.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Petzsch-1,1924; Klaus-Peter-Wechler: "Mesolithikum, Bandkeramik, Trichterbecherkultur", Beiträge zur Ur- iund Frühgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns Band 27

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lietzow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Lietzow – Reiseführer