Ted Ligety

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Ted Ligety Ski Alpin
Ted Ligety im Januar 2008
Ted Ligety im Januar 2008
Nation Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Geburtstag 31. August 1984
Geburtsort Salt Lake City
Größe 180 cm
Gewicht 81 kg
Karriere
Disziplin Riesenslalom, Slalom,
Super-G, Abfahrt, Kombination
Verein Park City Ski Team
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 2 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Weltmeisterschaften 4 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Junioren-WM 0 × Gold 1 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Gold Turin 2006 Kombination
Gold Sotschi 2014 Riesenslalom
FIS Alpine Skiweltmeisterschaften
Bronze Val-d’Isère 2009 Riesenslalom
Gold Garmisch-Partenk. 2011 Riesenslalom
Gold Schladming 2013 Super-G
Gold Schladming 2013 Super-Kombination
Gold Schladming 2013 Riesenslalom
FIS Alpine Ski-Juniorenweltmeisterschaften
Silber Maribor 2004 Slalom
Platzierungen im alpinen Skiweltcup
 Debüt im Weltcup 22. November 2003
 Weltcupsiege 24
 Gesamtweltcup 3. (2012/13)
 Abfahrtsweltcup 26. (2013/14)
 Super-G-Weltcup 7. (2012/13)
 Riesenslalomweltcup 1. (2007/08, 2009/10,
2010/11, 2012/13, 2013/14)
 Slalomweltcup 4. (2005/06)
 Kombinationsweltcup 1. (2013/14)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Abfahrt 0 1 0
 Super-G 0 1 0
 Riesenslalom 23 6 9
 Slalom 0 2 4
 Super-Kombination 1 1 0
letzte Änderung: 12. Dezember 2014

Theodore Sharp („Ted“) Ligety (* 31. August 1984 in Salt Lake City, Utah) ist ein US-amerikanischer Skirennläufer. Er gilt als Allrounder, ist aber vor allem in der Disziplin Riesenslalom erfolgreich. Er ist vierfacher Weltmeister und zweifacher Olympiasieger. Im Weltcup gewann er bisher mehr als zwanzig Rennen und entschied fünfmal die Riesenslalom-Disziplinenwertung für sich.

Biografie[Bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten]

Ligety, der ungarische Vorfahren hat, wuchs in Park City auf. Dort erlernte er als Zweijähriger das Skifahren und nahm im Alter von elf Jahren erstmals an Skirennen teil.[1] Ab April 2000 fuhr er FIS-Rennen, der erste Einsatz im Nor-Am Cup folgte im Februar 2001. Die alpinen Skirennen der Olympischen Winterspiele 2002 fanden in Ligetys Wohnort Park City statt, so dass er sich freiwillig als Vorfahrer im Slalom der Männer meldete.[2] Zwar schied er bei der Juniorenweltmeisterschaft 2003 sowohl im Riesenslalom als auch im Slalom aus, doch der US-amerikanische Skiverband würdigte sein Talent und nahm ihn kurze Zeit später in das Development Team auf.

Die zusätzliche Förderung bewirkte eine Steigerung von Ligetys Leistungen. Am 22. November 2003 debütierte er im Weltcup, konnte sich aber im Riesenslalom von Park City nicht für den zweiten Lauf qualifizieren. Drei Monate später, am 29. Februar 2004, holte er als 23. des Slaloms von Kranjska Gora die ersten Weltcuppunkte. Besonders erfolgreich war er im Nor-Am Cup: Mit je zwei ersten und dritten Plätzen entschied er die Slalomwertung für sich und klassierte sich in der Gesamtwertung als Zweiter. Hinzu kam der Gewinn der Slalom-Silbermedaille bei der Juniorenweltmeisterschaft 2004 in Maribor. In der Saison 2004/05 konzentrierte sich Ligety im Weltcup auf den Slalom und erreichte sechsmal eine Platzierung in den Punkterängen. Ende Februar 2005 stieß er in Kranjska Gora erstmals unter die besten zehn vor. Bei der Weltmeisterschaft 2005 in Bormio blieb Platz 12 in der Kombination sein einziges zählbares Ergebnis.

Durchbruch und Olympiasieg[Bearbeiten]

Zu Beginn der Weltcupsaison 2005/06 gelangen Ligety drei Podestplätze, womit er sich endgültig in der Weltspitze etablierte. Für eine Überraschung sorgte er bei den Olympischen Winterspielen 2006, als er entgegen allen Erwartungen die Goldmedaille in der Kombination gewann, vor Ivica Kostelić und Rainer Schönfelder. Dieser Erfolg war deshalb bemerkenswert, weil er nach der Kombi-Abfahrt nur auf dem 22. Platz gelegen hatte, im Kombi-Slalom jedoch die klare Bestzeit erzielte.[3] In den olympischen Riesenslalom- und Slalomrennen schied er hingegen aus. Drei Wochen nach dem Olympiasieg gelang ihm am 5. März 2006 beim Riesenslalom von Yongpyong der erste Weltcupsieg.

Im Winter 2006/07 bestritt Ligety Weltcuprennen in allen fünf Disziplinen. Vor dem Jahresende konnte er zwar zwei weitere Podestplatzierungen erzielen, doch insgesamt verlief die Saison für ihn leicht enttäuschend. Bei Weltcuprennen wurde er dreimal Vierter, ebenso im Riesenslalom der Weltmeisterschaft 2007 in Åre, wo er eine weitere Medaille um lediglich sieben Hundertstelsekunden verpasste. Vom Winter 2007/08 an verzichtete Ligety wieder auf die Teilnahme an Abfahrtsrennen (außer im Rahmen von Super-Kombinationen). Gegen Saisonende konnte zwei weitere Siege feiern. Zusammen mit zwei dritten Plätzen war dies ausreichend für den erstmaligen Gewinn der Riesenslalom-Disziplinenwertung; im Gesamtweltcup wurde er Fünfter.

Ein weiterer Riesenslalom-Weltcupsieg kam in der Saison 2008/09 hinzu. Zwar konnte Ligety drei zusätzliche Podestplätze verbuchen, doch reichte dies in der Disziplinenwertung nur zum dritten Platz, wenn auch der Rückstand zu Sieger Didier Cuche relativ gering war. Höchst unterschiedlich waren seine Leistungen bei der Weltmeisterschaft 2009 in Val-d’Isère: Dem Gewinn der Bronzemedaille im Riesenslalom standen drei Ausfälle in den übrigen Rennen gegenüber. Anfang April 2009 erlitt Ligety beim Abfahrtstraining zu den US-amerikanischen Meisterschaften eine Knieverletzung, eine Operation war allerdings nicht erforderlich.[4]

Riesenlalom-Dominator[Bearbeiten]

Am 29. Januar 2010 gewann Ligety sein fünftes Weltcuprennen; es war dies sein dritter Sieg in Folge auf der Podkoren-Piste in Kranjska Gora, die zu den anspruchsvollsten Riesenslalomstrecken der Welt gehört. Mit drei weiteren Podestplätzen entschied er zum zweiten Mal die Riesenslalom-Disziplinenwertung für sich. Hinzu kam der erste Podestplatz in einem Super-G. Bei den Olympischen Winterspielen 2010 war ein fünfter Platz in der Super-Kombination sein bestes Ergebnis. Die Weltcupsaison 2010/11 begann Ligety mit drei Riesenslalomsiegen in Folge. Aus diesem Grund gehörte er vor der Weltmeisterschaft 2011 zu den meistgenannten Favoriten. In Garmisch-Partenkirchen bestätigte er die Erwartungen und gewann die Goldmedaille im Riesenslalom, nachdem er zuvor im Super-G und in der Super-Kombination ausgeschieden war. Zum Ende der Saison entschied er zum dritten Mal die Riesenslalom-Disziplinenwertung des Weltcups für sich.

Zu Beginn der Weltcup-Saison 2011/12 im Oktober 2011 in Sölden gewann Ligety den Riesenslalom. Am 6. Dezember 2011 folgte in Beaver Creek sein insgesamt zehnter Weltcupsieg.[5] Mit einem weiteren Sieg in Kranjska Gora, dem insgesamt vierten an diesem Ort, belegte er in der Riesenslalom-Disziplinenwertung schließlich den zweiten Platz hinter Marcel Hirscher.

Dreifacher Weltmeister[Bearbeiten]

Vor der Saison 2012/13 führte der Weltskiverband FIS ein neues Materialreglement ein. Unter anderem sollte mit einer schmaleren Taillierung der Carving-Skis das Verletzungsrisiko insbesondere im Riesenslalom verringert werden. Ligety gehörte zu den schärfsten Kritikern der neuen Regelung und sprach sich mehrmals öffentlich dagegen aus. Die Änderung sei ohne Rücksprache mit den Athleten erfolgt und werfe die technische Entwicklung um Jahrzehnte zurück. Allerdings gelang Ligety die erzwungene Umstellung auf das neue Material weitaus am besten. Zum Saisonauftakt entschied er den Riesenslalom von Sölden mit einem Vorsprung von 2,75 Sekunden für sich – seit 1979 hatte kein Skirennläufer in dieser Disziplin derart deutlich gewonnen.[6] Ähnlich deutlich dominierte er die Konkurrenz Mitte Dezember auf der Gran Risa in Alta Badia, die als anspruchsvollste Strecke der Welt gilt, wo er im ersten Durchgang 2,40 Sekunden schneller war als der Zweitplatzierte.[7]

Von den acht Weltcup-Riesenslaloms der Saison gewann Ligety sechs; zweimal wurde er Dritter. Bei der Weltmeisterschaft 2013 gewann er die Goldmedaille im Super-G und in der Super-Kombination; in diesen beiden Disziplinen hat er noch keinen Weltcupsieg vorzuweisen. Seinen 2011 errungenen Weltmeistertitel verteidigte er erfolgreich. Ligety ist erst der fünfte Skirennläufer, der an derselben Weltmeisterschaft dreimal die Goldmedaille gewinnen konnte. Vor ihm gelang dies nur Émile Allais (1937), Stein Eriksen (1954), Toni Sailer (1956, 1958) und Jean-Claude Killy (1968).[8] Mit dem Sieg im zweitletzten Rennen der Saison in Kranjska Gora sicherte er sich vorzeitig zum insgesamt vierten Mal die Riesenslalom-Disziplinenwertung.

Erneut Olympiasieger[Bearbeiten]

In der Saison 2013/14 setzte Ligety seine Siegesserie im Riesenslalom fort. Er gewann sowohl in Sölden als auch in Beaver Creek. Damit gelang es ihm als ersten Skirennläufer seit Alberto Tomba im Jahr 1991, vier Riesenslaloms in Folge für sich zu entscheiden.[9] Die Bestmarke von Ingemar Stenmark (fünf Siege in Serie) konnte er jedoch nicht egalisieren, da er am 14. Dezember in Val-d’Isère ausschied; es war dies der erste Ausfall nach siebeneinhalb Jahren.[10] Im Riesenslalom von Adelboden folgte dann ein weiterer Ausfall. Trotz dieser gerissenen Serie im Riesenslalom, feierte Ligety weitere Erfolge. Durch den Sieg in der Super-Kombination von Wengen und dem 2. Platz in der Super-Kombination von Kitzbühel, sicherte er sich die Kombinations-Disziplinenwertung punktgleich mit dem Franzosen Alexis Pinturault. Bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi galt er in der Super-Kombination und im Riesenslalom als Topfavorit. Im Kombinationsbewerb enttäuschte er allerdings und wurde nur Zwölfter. Anders lief es in seiner Paradedisziplin, dem Riesenslalom. Ligety konnte den Erwartungen standhalten und gewann souverän seine zweite Goldmedaille. Am 12. März erreichte er beim Weltcup-Finale in Lenzerheide in der Abfahrt den 2. Platz. Somit kann er in jeder Disziplin mindestens einen Podestplatz vorweisen. Drei Tage später, am 15. März 2014, gewann Ligety die RTL-Disziplinenwertung durch einen Sieg im letzten Rennen des Jahres. Da Marcel Hirscher den 4. Platz im Rennen belegte, hatten Hirscher und Ligety die gleiche Punktezahl in der Disziplinenwertung; doch die größere Anzahl an Saisonsiegen (5 für Ligety, 2 für Hirscher) entschied die Wertung für Ligety. Somit gewann er bereits zum fünften Mal die RTL-Kugel; nur Ingemar Stenmark (mit insgesamt 7) hat mehr RTL-Disziplinenwertungen für sich entschieden.

Die Saison 2014/15 begann für Ligety nicht optimal. In der zweiten Novemberhälfte erlitt er im Training einen mehrfachen Bruch der linken Hand, die daraufhin mit drei Schrauben operiert werden musste.[11] Nur etwas mehr als zwei Wochen später gewann er zum fünften Mal den Riesenslalom von Beaver Creek.

Privates[Bearbeiten]

Im Herbst 2006 gründete Ligety zusammen mit einem Geschäftspartner das Unternehmen Shred Optics. Es vertreibt Skibrillen, Sonnenbrillen und Skihelme, die alle von ihm selbst entworfen werden.[12]

Erfolge[Bearbeiten]

Olympische Spiele[Bearbeiten]

Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Junioren-Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

  • Maribor 2004: 2. Slalom, 9. Kombination, 12. Riesenslalom, 26. Super-G, 47. Abfahrt

Weltcupwertungen[Bearbeiten]

Weltcupsiege[Bearbeiten]

Ligety gewann bisher 24 Weltcuprennen, hinzu kommen 23 weitere Podestplätze:

Datum Ort Land Disziplin
5. März 2006 Yongpyong Südkorea Riesenslalom
8. März 2008 Kranjska Gora Slowenien Riesenslalom
14. März 2008 Bormio Italien Riesenslalom
28. Februar 2009 Kranjska Gora Slowenien Riesenslalom
29. Januar 2010 Kranjska Gora Slowenien Riesenslalom
5. Dezember 2010 Beaver Creek USA Riesenslalom
11. Dezember 2010 Val-d’Isère Frankreich Riesenslalom
19. Dezember 2010 Alta Badia Italien Riesenslalom
23. Oktober 2011 Sölden Österreich Riesenslalom
6. Dezember 2011 Beaver Creek USA Riesenslalom
10. März 2012 Kranjska Gora Slowenien Riesenslalom
28. Oktober 2012 Sölden Österreich Riesenslalom
2. Dezember 2012 Beaver Creek USA Riesenslalom
16. Dezember 2012 Alta Badia Italien Riesenslalom
12. Januar 2013 Adelboden Schweiz Riesenslalom
9. März 2013 Kranjska Gora Slowenien Riesenslalom
16. März 2013 Lenzerheide Schweiz Riesenslalom
27. Oktober 2013 Sölden Österreich Riesenslalom
8. Dezember 2013 Beaver Creek USA Riesenslalom
17. Januar 2014 Wengen Schweiz Super-Kombination
2. Februar 2014 St. Moritz Schweiz Riesenslalom
8. März 2014 Kranjska Gora Slowenien Riesenslalom
15. März 2014 Lenzerheide Schweiz Riesenslalom
7. Dezember 2014 Beaver Creek USA Riesenslalom

Nor-Am Cup[Bearbeiten]

  • Saison 2003/04: 2. Gesamtwertung, 1. Slalomwertung, 5. Riesenslalomwertung
  • 3 Siege (alle Slalom), dazu 4 weitere Podestplätze

Weitere Erfolge[Bearbeiten]

  • 1 Sieg im Europacup, dazu zwei weitere Podestplätze
  • 4 US-amerikanische Meistertitel (Slalom 2005, 2006 und 2013; Riesenslalom 2007)
  • 6 Siege in FIS-Rennen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ted Ligety – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ted Ligety. usskiteam.com, 2009, abgerufen am 17. März 2010 (englisch).
  2. Ted Ligety. NBC Olympics, 2009, abgerufen am 17. März 2010 (englisch).
  3. Comeback Kid: Ligety Goes From 32nd to Gold. The New York Times, 14. Februar 2006, abgerufen am 17. März 2010 (englisch).
  4. Ligety blessé, ne sera pas opéré. sport.fr, 3. April 2009, abgerufen am 17. März 2010 (französisch).
  5. Ted Ligety gewann RTL in Beaver Creek vor Hirscher. skionline.ch, 6. Dezember 2011, abgerufen am 7. Dezember 2011.
  6. Remo Geisser: Keiner carvt wie Ligety. Neue Zürcher Zeitung, 28. Oktober 2012, abgerufen am 15. Februar 2013.
  7. Stefan Oswalt: Ted Ligety überlegener Sieger. Neue Zürcher Zeitung, 16. Dezember 2012, abgerufen am 15. Februar 2013.
  8. Das bedeuten die drei Schladming-Goldenen von Ted Ligety. Kleine Zeitung, 15. Februar 2013, abgerufen am 15. Februar 2013.
  9. Ligety ist eine Klasse für sich. Vorarlberger Nachrichten, 9. Dezember 2013, abgerufen am 9. Dezember 2013.
  10. Die Serie des Königs reisst nach 7,5 Jahren. 20 Minuten, 14. Dezember 2013, abgerufen am 14. Dezember 2013.
  11. Ted Ligety verletzt und bereits operiert. ski-online.ch, 23. November 2014, abgerufen am 7. Dezember 2014.
  12. Philosophy. Shred Optics, abgerufen am 17. März 2010 (englisch).