Ligist

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Ligist
Wappen von Ligist
Ligist (Österreich)
Ligist
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Voitsberg
Kfz-Kennzeichen: VO
Hauptort: Ligist Markt
Fläche: 34,62 km²
Koordinaten: 47° 0′ N, 15° 13′ O46.99388888888915.210555555556392Koordinaten: 46° 59′ 38″ N, 15° 12′ 38″ O
Höhe: 392 m ü. A.
Einwohner: 3.207 (1. Jän. 2014)
Postleitzahl: 8563
Vorwahl: 03143
Gemeindekennziffer: 6 16 12
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Ligist 22
8563 Ligist
Website: www.ligist.at
Politik
Bürgermeister: Hannes Nestler (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(21 Mitglieder)
13
7
1
13 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Ligist im Bezirk Voitsberg
Bärnbach Edelschrott Gallmannsegg Geistthal Gößnitz (Steiermark) Graden Hirschegg Kainach bei Voitsberg Köflach Kohlschwarz Krottendorf-Gaisfeld Ligist Maria Lankowitz Modriach Mooskirchen Pack Piberegg Rosental an der Kainach Salla (Steiermark) Sankt Johann-Köppling Sankt Martin am Wöllmißberg Söding Södingberg Stallhofen Voitsberg SteiermarkLage der Gemeinde Ligist im Bezirk Voitsberg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Ligist ist eine Marktgemeinde mit 3207 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) in der Weststeiermark ca. 10 km südöstlich der Bezirkshauptstadt Voitsberg.

Geografie[Bearbeiten]

Der Schilchermarkt Ligist liegt im weststeirischen Hügelland am Beginn der Schilcherweinstraße. Der Ort selbst ist rundherum von Hügeln umschlossen, an denen Wein und Obst angebaut wird.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Grabenwarth[Bearbeiten]

In Grabenwarth bei Ligist
In der Siedlung Laßnitz bei Grabenwarth, Ligist
Die Siedlungen im Osten der Gemeinde Ligist liegen in den Katastralgemeinden Steinberg und Grabenwarth

Grabenwarth ist eine Katastralgemeinde und ein Siedlungsgebiet im Osten von Ligist an der Grenze zu Mooskirchen und St. Johann-Köppling.

Die Grenze nach Mooskirchen wird durch den Bach Lassnitz gebildet, dieser Bach darf nicht mit dem Fluss Laßnitz bei Deutschlandsberg verwechselt werden.

Der Name des Ortes ist Beleg für einen Teil der alten Befestigungsanlage, einen Aussichtspunkt (Warte). Grabenwarth liegt ca. 70 m über dem Kainachtal und bietet (ohne Bewaldung) weiten Ausblick nach Osten in das Tal der Kainach. An der Verzweigung der Wege von Grabenwarth nach Ligist und nach Hallersdorf im Kainachtal ist in den Landkarten der amtlichen Landesaufnahme von ca. 1950–1985 eine Ortsbezeichnung „Warthe“ angeführt.[1]

Steinberg[Bearbeiten]

Die Flächen von Steinberg liegen an den Nordosthängen des gleichnamigen Berges. An der Südgrenze des Gebiets liegt die Autobahnanschlussstelle Steinberg der Südautobahn A 2.

In der Katastralgemeinde Steinberg liegt das Gebiet der Siedlung Laßnitz (Schreibung laut amtlicher Karte mit „ß“).[2] Im Alltag wird diese Siedlung wegen ihrer Lage neben Grabenwarth oft auch zu Grabenwarth gerechnet. Dieses „Laßnitz“ darf nicht mit der Ortschaft Laßnitz in Frauental an der Laßnitz verwechselt werden.

Die Siedlung war in den Landkarten, die auf der Neuerfassung Mitte des 20. Jahrhunderts beruhten, als „Laßwitz“ ausgewiesen.[1]

Diese Namensvariante muss bei der Bewertung von Urkunden aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Auge behalten werden.

Die Katastralgemeinde Steinberg ist Quellgebiet des Baches Lassnitz.

Geschichte[Bearbeiten]

Ligist ist ein Ort mit Geschichte. Schon die Kelten siedelten in Ligist und auch römische Münzen wurden in Ligist gefunden. Die Ligister Burg erbauten die Lubgaster. Daraus entwickelte sich der Ortsname Lubgast und später Ligist. Nach den Lubgastern bewohnten die Saurauer die Burg.

Besiedelung[Bearbeiten]

Auf heutigem Ligister Gemeindegebiet lassen sich Besiedelungsreste nachweisen, die fünf- bis sechstausend Jahre alt sind. Für die dichteste Besiedelung vor Christi Geburt sorgten die Kelten. Seit 1930 wurden bei der Feldbearbeitung im Ortsgebiet von Dietenberg immer wieder archäologische Artefakte einer Siedlung gefunden. Ein Teil davon stammt aus der Latènezeit, ein anderer Teil ist jüngeren Datums. Da Raubgrabungen das Gelände zu zerstören drohten, führte das Landesmuseum Joanneum ab 1976 Rettungsgrabungen durch. Ein spätlatènezeitliches rund 12 m langes Gebäude wurde freigelegt. Das Objekt steht auf einer Terrasse aus Flussgeschiebe und hat Grundmauern aus örtlichem Gestein und Flusskiesel, die Außenwände waren mit Steinplatten verkleidet. Zwei weitere Gebäude in der Nähe sind bei der Grabung angeschnitten worden. Dabei wurde auch eine Bronzefibel im Frühlatènestil gefunden. Durch die Errichtung einer mittelalterlichen Burganlage, der „Dietenburg“ (siehe unten), auf diesem Gelände sind die älteren Objekte teilweise zerstört und können auch nicht mehr zur Gänze zeitlich eingeordnet werden.[3]

Besitzer der Herrschaft[Bearbeiten]

Die Frühzeit der Anlage ist mit dem Geschlecht der Lubgaster verbunden. Um 1300 geht die Herrschaft in den Besitz der Ritter von Saurau über. Am 9. Dezember 1464 erreichte Friedrich von Saurau bei Kaiser Friedrich III. die Markterhebung. 1846 kommt die Familie Goëss Saurau an den Besitz. Seit 1928 ist der Souveräne Malteser Ritterorden Eigentümer.

Burg Ligist[Bearbeiten]

Burgruine Ligist
Pfarrkirche Ligist

Der Sieg Kaiser Otto des Großen im Jahre 955 über die Ungarn hatte die Errichtung eines Befestigungsgürtel und damit die Entstehung der oben erwähnten „Dietenburg“ zur Folge. Urkundlich bestätigt wurde diese Wehranlage um das Jahr 1060.

Die heutige Burganlage Ligist erreichte gegen Ende des 17. Jahrhunderts ihren Endausbau. Von der Burg Ligist sind heute nur mehr die Mauerreste und der aus dem Jahre 1625 stammende Altar (jetzt in der Kapelle Grabenwarth) vorhanden.

Kirche[Bearbeiten]

Es ist urkundlich nicht belegt, seit wann Ligist eine Kirche hat. Es bestand aber schon vor 700 Jahren ein bescheidenes Gotteshaus, welches dann einen Ausbau erfuhr und im Jahre 1473 am Sonntag nach Peter und Paul geweiht wurde. An dieses Ereignis erinnert noch heute der Festsonntag um den 1. Juli. Das heutige Ausmaß erhielt das Gotteshaus im 19. Jahrhundert.

Angebaut an die Kirche ist die Grabkapelle der Saurauer. 13 größere und 13 kleinere Särge sind in der Gruft beigesetzt. Bei den Zugängen zur Kirche sieht man vier Steinfiguren auf torartigen Sockeln. Vor dem Hauptzugang stellen sie die Heilige Katharina (mit dem Rad) und die Heilige Barbara (mit dem Turm) dar; von der Marktplatzseite kommend, sieht man den Heiligen Petrus (mit den Schlüssel) und den Heiligen Paulus (mit dem Schwert).

Hammerwerke[Bearbeiten]

Durch mehrere Jahrhunderte hindurch hatte der Ligister Raum große Bedeutung wegen der entlang des Ligistbaches fleißig klopfenden Hammerwerke. Aus der großen Zeit der Ligister Hämmer ist heute noch ein Hammerwerk (Roob) zu sehen, welches bis nach dem Zweiten Weltkrieg in Betrieb war.

Das Stahlwerk in Ligist war nur in der Zeit von 1851 bis 1857 in Betrieb.[4]

Historische Landkarten[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 21 Mitgliedern und setzt sich auf Grund der Gemeinderatswahl 2010 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

  • 13 ÖVP - stellt den Bürgermeister und den Vizebürgermeister
  • 7 SPÖ - stellt den 2. Vizebürgermeister und einen Gemeindevorstand
  • 1 Die Grünen Ligist

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Das Wappen ist ein von Gold und Grün geteilter Schild; im oberen Feld eine schwarze, goldgekrönte oberhalbe Eule mit ausgebreitetem Flug, im unteren Feld zwei schräggekreuzte silberne Hämmer.

Die Eule stammt aus dem Wappen der Grafen Saurau. Die Hämmer weisen auf die Bedeutung der einstigen Hammerwerke hin, die in der Ligister Gegend bis in das 19. Jahrhundert hinein einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Ligist

Museen[Bearbeiten]

Am 26. Oktober 1969 wurde das Heimatmuseum im Hammerherrenhaus (ehemals Gasthaus Trummer) feierlich eröffnet. 1973 übersiedelte das Heimatmuseum ins Schloss des Souveränen Malteser Ritterorden, wo es sich heute noch befindet.

Musik[Bearbeiten]

Am 18. Juni 1954 wurde unter dem Vorsitz von Bürgermeister MR Dr. Anton Saurugg und in Anwesenheit der Bürgermeister von Krottendorf, Unterwald, Oberwald, Steinberg, Gaisfeld, Grabenwarth und St. Johann die Musikschule gegründet. Im Schuljahr 1975/76 bekam sie neue Räumlichkeiten in der Volksschule Ligist. Seit 1981 gibt es auch in Söding eine Schulstelle der Musikschule Ligist. Durch das 1998/99 erlassene Organisationsstatut für Musikschulen in der Steiermark erlangte sie Öffentlichkeitsrecht. Im Jubiläumsjahr 2004 wurde das alte Rüsthaus der FF-Ligist in ein modernes Musikschulgebäude umgebaut, welches im Oktober 2004 feierlich seiner Bestimmung übergeben werden konnte.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Burgruine Ligist
  • Schloss Ligist
  • Freibad Ligist

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Ligist ist weit über die Steiermark hinaus berühmt für seinen Schilcher und das Kürbiskernöl.

Ortsbildgestaltung[Bearbeiten]

Im Rahmen des europäischen Wettbewerbes „Entente Florale Europe“ wurde Ligist 1997 mit einer Silbermedaille in der Kategorie Dorf ausgezeichnet.[5]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ligist ist ein Fremdenverkehrsort der vor allem auf sanften Tourismus setzt. Über das Gemeindegebiet verteilt gibt es eine große Anzahl von Gasthäusern, Buschenschänken und Schutzhütten.

Bildung[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ligist – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Österreichische Karte 1:50.000. Blatt 189 Deutschlandsberg. Aufgenommen 1944–1949, Kartenrevision 1965. Einzelne Nachträge 1968, 1975, 1982. Herausgegeben vom Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (Landesaufnahme) Wien.
  2. Österreichische Karte 1:50.000 – ÖK 50. Blatt 4104 Deutschlandsberg. Aktualisierung 2006, Version (Kartenrand rechts unten) 2009. Herausgegeben vom Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen Wien.
  3. Susanne Sievers/Otto Helmut Urban/Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 413 f.
  4. Hans Jörg Köstler: Die Stahlerzeugung in der Weststeiermark mit besonderer Berücksichtigung der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In: Zeitschrift des Historischen Vereins für Steiermark. Festschrift 150 Jahre Historischer Verein. Band 91/92, Jahrgänge 2001/02. S. 492–493.
  5. http://www.blumenbuero.or.at/