Likasi

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Likasi
Likasi (Demokratische Republik Kongo)
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Koordinaten 10° 59′ S, 26° 44′ O-10.98222222222226.740555555556Koordinaten: 10° 59′ S, 26° 44′ O
Basisdaten
Staat Demokratische Republik Kongo

Provinz

Katanga
Distrikt Haut-Katanga
Einwohner 422.726 (1. Januar 2005)

Likasi (bis 1966 Jadotville) ist eine Stadt im Distrikt Haut-Katanga der Demokratischen Republik Kongo mit 422.726 Einwohnern (Stand 1. Januar 2005).

Geografie[Bearbeiten]

Likasi liegt im Südosten des Landes in der Provinz Katanga. In der Region befinden sich das Mitumba-Gebirge und die Kundelungu-Berge.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Stadt gilt als Verkehrsknotenpunkt. In der Nähe befindet sich Shinkolobwe, wo sich die offiziell längst stillgelegte Mine befindet, aus welcher die Vereinigten Staaten Uran für die 1945 auf Japan abgeworfenen Atombomben bezogen. Die Mine wurde kurz vor der Unabhängigkeit von Belgien im Kalten Krieg geflutet und die Zugänge mit Beton versiegelt. Nach dem Abzug von Mobutu Sese Sekos Soldaten im Jahre 1997 begannen illegale Schürfer vor allem nach Kupfer und hochgradigem Cobalt zu schürfen, welches über Unterhändler nach Sambia exportiert wird. Seit 2004 wird die Mine durch die Präsidialgarde Joseph Kabilas bewacht, welche die Schürfer gegen Bezahlung weiter ihre Arbeit verrichten lassen.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt Likasi wurde von den Kolonialherren ab 1943 nach dem belgischen Ingenieur Jean Jadot Jadotville oder flämisch Jadotstad genannt. 1966 wurde sie im Rahmen der von dem Diktator Mobutu ins Werk gesetzten „Afrikanisierung“ in „Likasi“ zurückbenannt.

In der Region gab es immer wieder ethnische Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen. Während der Krise um die Katanga-Sezession 1961 musste hier eine Kompanie irischer UN-Truppen vor einer zahlenmäßig weit unterlegenen, von weißen Söldnern geführten Einheit der Katanga-Armee des Ministerpräsidenten Tschombé kapitulieren.

Wappen[Bearbeiten]

Jadotville/Likasi

Blasonierung:

Gevierteilt, in 1 und 4 , in Schwarz ein goldener, rot bezungter und bewehrter Löwe, in 2 und 3 in Grün eine rote Hibiskusblüte bezweigt und beblättert in Gold; ein goldener fünfzackiger Stern in der Vierung.[2]

Devise: Aere laboraque (durch Kupfer und Arbeit)

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Tages-Anzeiger 17. Oktober 2005
  2. Bruno van Mol et Louis Marneffe: «Mémorial de l'Athénée Royal de Jadotville». 1998.