Liliʻuokalani

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Liliʻuokalani in jungen Jahren.
Liliʻuokalani

Liliʻuokalani (auch Lydia Kamakahea, Lydia Liliʻuokalani Paki, Liliu Kamakaʻeha, Lydia Paki Kamehaka Liliʻuokalani, oder Lydia Paki Kamehamea Liliʻuokalani genannt) (* 2. September 1838 in Honolulu, Königreich Hawaiʻi; † 11. November 1917 ebenda) war von 1891 bis 1893 die letzte Königin von Hawaiʻi.

Leben[Bearbeiten]

Liliʻuokalani wuchs entsprechend der hawaiischen Tradition bei Adoptiveltern auf. Anschließend wurde sie an der von amerikanischen Missionaren geführten königlichen Schule erzogen. Sie lernte Englisch und konvertierte zur kongregationalistischen Kirche. Sie lebte bei König Kamehameha IV. und dessen Frau Emma. Erst sollte sie deren Sohn, Prinz Lunalilo heiraten, entschied sich jedoch 1862 für den kroatischstämmigen[1] Amerikaner John Owen Dominis, den Sohn eines Kapitäns aus Boston.

Liliʻuokalanis Bruder David Kalākaua folgte Lunalilo auf den Thron, blieb aber kinderlos. Liliʻuokalani wurde am 10. April 1877 zur Thronfolgerin bestimmt, nachdem ihr Bruder Leleiohoku verstorben war.[2] Sie gründete mehrere Schulen mit dem Ziel, insbesondere jungen Frauen hawaiischer Abstammung eine ordentliche Erziehung zu verschaffen. 1887 reiste sie erst nach Europa, wo sie die britische Königin Victoria traf und besuchte Präsident Cleveland in den USA.

Nach dem Tod von Liliʻuokalanis Bruder wurde sie am 29. Januar 1891 zur Königin proklamiert.[3] Ihre Versuche, der hawaiischen Krone zu mehr Macht zu verhelfen, scheiterten an der Interessenpolitik der USA. Die Aufhebung des Zollvorteils bei der Einfuhr von hawaiischem Zucker in die USA im Jahr 1890 stürzte das Land in eine schwere Wirtschaftskrise. 1893 versuchte Liliʻuokalani eine neue Verfassung durchzusetzen, scheiterte jedoch wiederum. Amerikanische Staatsbürger, die als wohlhabende Besitzer von Zuckerrohrplantagen in Hawaiʻi lebten, gründeten im Gegenzug ein „Komitee für öffentliche Sicherheit“ und setzten sich für die Abschaffung der Monarchie ein. Federführend hier war der „Bananen-Baron“ Sanford Dole. Auf sein Mitwirken hin landeten 1893 US-Marines auf Hawaiʻi und stellten die Königin unter Hausarrest.

Liliʻuokalani, die letzte Königin von Hawaiʻi (ca. 1917)

1894 riefen die US-Usurpatoren die Republik Hawaiʻi aus und Sanford Dole wurde ihr erster und einziger Präsident. Anfang 1895 versuchte eine Gruppe von Royalisten mit einem Coup d'État die Unabhängigkeit Hawaiʻis zu retten und der Königin wieder zur Macht zu verhelfen. Nach dem Scheitern dieser Rebellion wurde Liliʻuokalani festgenommen, wegen Hochverrats verurteilt und im ʻIolani-Palast inhaftiert. Als Preis für die Freilassung ihrer Unterstützer aus den Gefängnissen dankte Königin Liliʻuokalani 1895 formell ab und begab sich erneut nach Washington, D.C., konnte jedoch für die Sache der hawaiischen Freiheit keinen Erfolg erzielen. 1898 wurde Hawaiʻi wegen seiner strategischen Lage im spanisch-amerikanischen Krieg von den USA annektiert. Liliʻuokalani erhielt eine Rente und musste den Rest ihres Lebens im Haus ihres Schwiegervaters in Honolulu verbringen. Sie starb an einem Schlaganfall.

Sie war musikalisch und komponierte weit über 100 Lieder, u.a. das weltbekannte Aloha ʻOe.

Die Geschichte von Liliʻuokalani war die Vorlage für die Operette Die Blume von Hawaii von Paul Abraham.[4]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Liliʻuokalani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bibliographies: CROATIA AND CROATIANS
  2. Liliʻuokalani: Hawaii's Story by Hawaii's Queen, Kap. VIII.
  3. Judith Freeman Clark: The Gilded Age, Seite 261. ISBN (englisch), abgefragt am 28. Januar 2012
  4. Joachim Reisaus, Die Wiederkehr der "Blume von Hawaii" nach Leipzig