Lilien auf dem Felde

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Filmdaten
Deutscher Titel Lilien auf dem Felde
Originaltitel Lilies of the Field
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1963
Länge 94 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Ralph Nelson
Drehbuch James Poe, William E. Barrett
Produktion Ralph Nelson
Musik Jerry Goldsmith
Kamera Ernest Haller
Schnitt John W. McCafferty
Besetzung

Lilien auf dem Felde (Originaltitel: Lilies of the Field) ist ein Film des US-amerikanischen Regisseurs Ralph Nelson aus dem Jahr 1963. Die Komödie wurde mit Sidney Poitier von dem Filmstudio Rainbow Productions Inc. produziert. Sie basiert auf dem gleichnamigen Roman von William E. Barrett.

Handlung[Bearbeiten]

Die USA, im Jahr 1962: Homer Smith, ein charmanter schwarzer Gelegenheitsarbeiter, reist mit seinem Wagen durch Arizona. Eines Tages hält er mit der Bitte um Kühlwasser an einer kleinen Farm an. Homer trifft dort auf fünf Nonnen, die vor einigen Monaten aus der DDR geflüchtet sind, um sich nun eine neue Existenz in Arizona zu schaffen.

Oberin Maria sieht in ihm den Mann, um den sie Gott gebeten hat, und beauftragt ihn, das Dach zu reparieren. Am nächsten Tag will er weiterfahren, doch die Oberin gibt ihm seinen Lohn nicht und veranlasst ihn noch einmal zum Bleiben. Am Sonntag fahren sie mit dem Wagen zum Gottesdienst, der in der Wüste Arizonas auf einem Campingplatz stattfindet. Smith ist überzeugter Baptist und geht deshalb nicht zur Andacht, sondern in den Laden „Juans Trading Post“. Dort bestellt er sich voll Heißhunger bei dem Inhaber Juan nach dem mehr als kläglichen Essen bei den Nonnen ein umfangreiches Frühstück mit Eiern, Bohnen und unzähligen Extras.

Oberin Maria schlägt ihm vor, eine Kapelle zu bauen, doch Smith lehnt ab. Am nächsten Tag verlässt er die Nonnen, ohne Geld bekommen zu haben. Smith nimmt die Oberin bis zum nächsten größeren Ort mit. Dort erblickt er einen Bulldozer, der sein Interesse weckt. Er trifft auf Mr. Ashton, den Besitzer des Bauunternehmens, und erhält von ihm das Angebot, an zwei Tagen der Woche bei ihm zu arbeiten. Nach kurzem Zögern nimmt er das Angebot an und entscheidet sich zudem, die Kapelle zu bauen.

Smith gewöhnt sich langsam an seinen neuen Tagesablauf. Bis zum Mittag baut er an den Grundmauern der Kapelle und abends hilft Smith, bzw. Schmidt, wie ihn die Nonnen nennen, ihnen beim Englisch-Unterricht. Der Bau geht nur langsam voran, da die Nonnen praktisch kein Geld besitzen und es deshalb an Baumaterialien mangelt. Eines Tages kommt es zu einem Konflikt zwischen der Oberin Maria und Smith. „Sie benehmen sich wie ein größenwahnsinniger Diktator“, sagt Smith zur Oberin.

Homer Smith fährt am selben Tag noch fort. Oberin Maria zeigt gegenüber den Nonnen keine Einsicht in ihr herrisches Betragen gegenüber Smith. Einige Wochen vergehen und die Baustelle liegt still. Auf dem Rückweg von dem Gottesdienst, den die Nonnen jetzt wieder zu Fuß machen müssen, kommt ihnen Smith mit seinem Wagen entgegen und bringt sie den Rest des Weges nach Hause.

Smith hat sich umentschieden und will die Kapelle zu Ende bauen. Die Menschen in der Umgebung fühlen sich durch seine Rückkehr so sehr angespornt, dass sie ihm unaufgefordert die nötigen Baumaterialien vorbei bringen. Nach einigen Tagen tauchen auch etliche mexikanischstämmige Nachbarn auf und helfen unaufgefordert mit. Dies gefällt Smith jedoch überhaupt nicht, da er die Kapelle allein bauen wollte.

Smith legt sich auf einen Baumstamm und sieht beim Arbeiten zu. Als die Oberin Maria feststellt, dass beim Bau immer mehr schiefgeht, versucht sie die Situation zu klären. Die mexikanischen Helfer verstehen ihre Sprache nicht und sind kurz davor, die Arbeit hinzuwerfen. Nach einigem Zögern und der geschickten Intervention des mithelfenden Ladenbesitzers Juan übernimmt er die Leitung der Arbeiten.

Am Abend vor der Fertigstellung des beeindruckend gewordenen Kapellenbaues gelingt es Smith, der nur Gott zu Dank sich verpflichtet fühlenden Oberin ein widerwilliges „thank you“ zu entlocken. Er wartet weder den angekündigten Ehrenplatz beim Eröffnungsgottesdienst, schon gar nicht den geplanten Bau einer Schule und dazu eines Krankenhauses ab, sondern verlässt während des gemeinsamen Gesangs des amerikanischen Gospels Amen den Raum, packt seine Sachen zusammen und fährt davon.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Der Filmtitel wurde aus dem Neuen Testament (Matthäus-Evangelium, 6:28) entnommen und heißt in der Bibel wie folgt: "Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht." Der Film wurde innerhalb von 14 Tagen in Tucson, Arizona gedreht.

Der Komponist Jester Hairston schrieb den Song Amen für den Film. Dieser Song wird von Sidney Poitier gesungen. Am Ende des Filmes erscheint das Wort „Amen“. Normalerweise endete ein Film des Golden Age of Hollywood mit den Worten „The End“.

Im Juni 1963 wurde der Film zum ersten Mal auf den Internationalen Filmfestspiele Berlin dem Publikum vorgestellt. Am 1. Oktober 1963 erschien der Film in den US-amerikanischen Kinos. Als Verleiher fungierte das Filmstudio United Artists. Der Film hatte ein Budget von 250.000 Dollar. Innerhalb einiger Monate konnte der Film 3 Millionen Dollar in den USA einspielen. Sidney Poitier gewann einen Golden Globe, den silbernen Bären und einen Oscar als bester Hauptdarsteller. Somit war er der erste Afroamerikaner, der in dieser Kategorie den Oscar gewann.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film wurde im Jahr 1964 in sechs Kategorien für den Oscar nominiert. Sidney Poitier gewann als erster schwarzer Schauspieler den Oscar als bester Hauptdarsteller.

In den folgenden Kategorien wurde der Film für den Oscar nominiert:

  • Beste Nebendarstellerin - Lilia Skala
  • Bester Kameramann - Ernest Haller
  • Bestes Adaptiertes Drehbuch - James Poe
  • Bester Film - Ralph Nelson

Des Weiteren gewann der Film noch die folgenden Auszeichnungen:

Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden verlieh der Produktion das Prädikat besonders wertvoll.

Kritiken[Bearbeiten]

„Diese Komödie von Regisseur Ralph Nelson […] lebt vor allem durch das brillante Spiel des Hauptdarstellers Sidney Poitier.“

Prisma (Online-Filmdatenbank)[1]

„Heitere Komödie, die ihre religiöse Thematik zwar nur an der Oberfläche erfaßt, aber dank des guten Hauptdarstellers Toleranz und Aufgeschlossenheit für mitmenschliche Probleme spüren läßt.“

Lexikon des Internationalen Films[2]

„Ein stiller Film von unbeschwerter Heiterkeit […].“

Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Wertung: 2½ von 4 möglichen Sternen = überdurchschnittlich)[3]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lilien auf dem Felde bei prisma-online.de; abgerufen am 1. November 2008
  2. „Lexikon des internationalen Films“ (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997
  3. Adolf Heinzlmeier, Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 510