Lilongwe

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Lilongwe; zu dem gleichnamigen Fluss siehe Lilongwe (Fluss), zum Distrikt siehe Lilongwe (Distrikt).
Lilongwe
Lilongwe (Malawi)
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Koordinaten 13° 59′ S, 33° 47′ O-13.98972222222233.788611111111Koordinaten: 13° 59′ S, 33° 47′ O
Lage
Basisdaten
Staat Malawi

Region

Zentralregion
Distrikt Lilongwe
Höhe 1050 m
Einwohner 674.448 (2008)
Gründung 1947
Lilongwe Area 2.jpg

Lilongwe ist die Hauptstadt von Malawi und der Central Region in Malawi. Sie hat rund 674.000 Einwohner (Stand 2008), wobei die Bevölkerung schnell wächst. Lilongwe ist durch große Grundstücke und breite, parkähnliche Boulevards geprägt. Die Stadt ist das Ergebnis weitgreifender Stadtplanung und ist in eine Alt- sowie eine durch viele Bautätigkeiten sich ständig entwickelnde Neustadt unterteilt. Die Stadtteile liegen zum Teil weit auseinander.

Geographie[Bearbeiten]

Lilongwe liegt im Südwesten des Landes, 100 Kilometer westlich des Malawisees und rund 60 Kilometer östlich der Grenze zu Mosambik und Sambia, auf einer Hochebene am Lilongwe-Fluss. Die Stadt liegt rund 1050 Meter über dem Meeresspiegel und ist zugleich auch Hauptstadt der Central Region, einer der drei großen Verwaltungsregionen des Landes.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt wurde 1947 als Handelszentrum gegründet. Nach der Unabhängigkeit Malawis 1964 konnte Präsident Kamuzu Banda die internationale Gebergemeinschaft von der Notwendigkeit einer zentralen Hauptstadt überzeugen, um dem Nord-Süd-Gefälle in Malawi entgegenzuwirken. So wurde Lilongwe zum Regierungssitz erklärt. Die Stadt entstand weitgehend auf dem Reißbrett.

Uhrenturm zu Ehren der Gefallenen der King’s African Rifles in den beiden Weltkriegen

Politik[Bearbeiten]

Seit 1994 ist Lilongwe auch Sitz des malawischen Parlaments, das bis dahin noch in Zomba tagte. 2010 wurde das neue Parlamentsgebäude eingeweiht, das mit chinesischer Hilfe erbaut wurde. Deutschland, Frankreich, die USA, Mosambik, das Vereinigte Königreich und Sambia unterhalten Botschaften in der Stadt. Zudem haben die meisten in Malawi tätigen Nichtregierungsorganisationen und andere internationalen Organisationen, wie die GIZ, ihre Vertretungen in Lilongwe.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Markt auf der Malangalanga Road ist sehr lebhaft. In der Altstadt gibt es indische Geschäfte. In der Nähe befindet sich Salanjama, ein Gebiet mit zahlreichen Vogelarten. An den oberen Hängen zum Lilongwetal befinden sich Areale mit dichtem Regenwald und Büschen der Protea. Eine weitere Touristenattraktion sind die Tabakauktionen. Zwischen der Altstadt und dem neuen Zentrum befindet sich ein Tierpark, in dem gelegentlich auch Hyänen und Krokodile leben.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Lilongwe ist das Verwaltungszentrum des Landes. Mit der wirtschaftlichen Dynamik der Stadt Blantyre (547.500 Einwohner) kann es nicht konkurrieren. In begrenztem Maße ist es Handelszentrum in einer für die Landwirtschaft geeigneten Region. Hier finden die Tabakauktionen statt, Malawis wichtigstes Exportgut. In seiner Nähe befindet sich das mit deutscher Entwicklungshilfe gebaute zentrale Getreidesilo Malawis.

Die Wirtschaft von Lilongwe wird von Indern dominiert, die nur hier, in Blantyre und in Zomba siedeln dürfen. Darüber hinaus leben hier viele weitere Ausländer.

Lilongwe hat mit Kamuzu International Airport einen Flughafen, der die Abfertigung großer Flugzeuge 24 Stunden am Tag erlaubt. Seine Existenz verdankt er dem Bürgerkrieg in Mosambik, der einen Ausweichflughafen für Cuamba nötig machte.

Außerdem ist die Stadt durch die Bahnstrecke (Beira)–NsanjeMchinji angebunden (siehe auch: Schienenverkehr in Malawi).

In Lilongwe befinden sich unter anderem eine landwirtschaftliche Hochschule und das Baptist Theological Seminary of Malawi, eine Ausbildungsstätte baptistischer Pastoren.[1]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lilongwe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Homepage des Baptistischen Weltbundes: Baptist-affiliated colleges and seminaries; eingesehen am 27. August 2011