Limonen
| Strukturformel | ||||||||||||||||||||
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| (R)-(+)-Limonen (links) und (S)-(–)-Limonen | ||||||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||||||
| Name | Limonen | |||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C10H16 | |||||||||||||||||||
| CAS-Nummer |
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| PubChem | 440917 | |||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
farblose, brennbare Flüssigkeit, charakteristischer Geruch nach Zitronen[1] |
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| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 136,24 g·mol−1 | |||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
flüssig |
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| Dichte |
0,84 g·cm3 (α- und β-Form, 20 °C)[2] |
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| Schmelzpunkt | ||||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
177,6 °C[1] |
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| Dampfdruck | ||||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
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| Brechungsindex | ||||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||
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| MAK |
20 ml·m−3 bzw. 110 mg·m−3 für D-Limonen[1] |
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| LD50 | ||||||||||||||||||||
| Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C | ||||||||||||||||||||
Limonen [limoˈneːn] ist ein Naturstoff aus der Gruppe der Terpene (monocyclisches Monoterpen). Es gibt zwei Enantiomere, das (D)-(+)-Limonen (auch als R-(+)-Limonen oder kurz (+)-Limonen bezeichnet) sowie das (S)-(–)-Limonen (auch als L-(–)-Limonen oder kurz (–)-Limonen bezeichnet). Das Racemat der beiden Enantiomere wird auch Dipenten genannt.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Es wurde erstmals 1878 von Gustave Bouchardat durch Erhitzen von Isopren hergestellt.
Vorkommen [Bearbeiten]
Limonen ist das in Pflanzen am häufigsten vorkommende Monoterpen. (D)-(+)-Limonen ist vor allem in Pomeranzenschalenöl, in Kümmelöl, in Dillöl, in Korianderöl, in Zitronenöl (ca. 65 %[6]) und in Orangenöl (meist >90 %[6]) enthalten. Es weist einen orangenartigen Geruch auf. Dagegen ist (S)-(–)-Limonen in Edeltannen- und in Pfefferminzöl enthalten und riecht nach Terpentin. Das racemische Limonen kommt unter anderem im Kienöl, im sibirischen Fichtennadelöl, Neroliöl, Muskatnussöl und Campheröl vor.
Gewinnung/Darstellung [Bearbeiten]
Limonen wird in erster Linie durch Naturstoffextraktion gewonnen. (D)-(+)-Limonen fällt in großen Mengen als Nebenprodukt bei der Orangensaftproduktion an. (S)-(–)-Limonen wird in verhältnismäßig kleinen Mengen aus den entsprechenden Ölen extrahiert. Das racemische Limonen fällt als Nebenprodukt bei der säurekatalysierten Isomerisierung von α- und β-Pinen an.
Eigenschaften [Bearbeiten]
Physikalische Eigenschaften [Bearbeiten]
Der spezifische Drehwinkel beträgt [α]20D +126,3° [(D)-Limonen] bzw. −126,3° [(S)-Limonen].
Chemische Eigenschaften [Bearbeiten]
Limonen ist licht-, luft-, wärme-, alkali- und säureempfindlich und autoxidiert zu Carvon.
Durch zwei aufeinander folgende Reaktionen mit Sauerstoff und Kohlendioxid entsteht Polylimonencarbonat, ein Stoff mit Polystyrol-ähnlichen Eigenschaften. Es ist Ausgangsstoff zur Synthese des β-Selinen, wobei es im ersten Schritt mit Diboran reagiert und dann mit Wasserstoffperoxid oxidiert wird.
Verwendung [Bearbeiten]
Traditionell wird Limonen als preiswerter Duftstoff eingesetzt.[7] Heute wird es vorwiegend als biogenes Lösungsmittel verwendet und dient als Reiniger und Verdünnungsmittel, beispielsweise in der Lackindustrie.
Das gramnegative Bakterium Pseudomonas putida DSM 12264 vermag (D)-(+)-Limonen regioselektiv zur (D)-(+)-Perillasäure zu oxidieren, einem natürlichen Konservierungsmittel für Kosmetika.[8] Die biotechnologische Herstellung von (D)-(+)-Perillasäure aus (D)-(+)-Limonen im Labormaßstab wurde im Jahr 2010 verbessert. Der entwickelte Bioprozess stellt eine vielversprechende Option für eine industrielle Anwendung dar.[9]
Das (D)-(+)-Limonen wird als pflanzliches Insektizid verwendet.
Auch dient es seit neuestem als Ausgangsstoff für die Synthese von Dronabinol (synthetischem THC).[10]
Biologische Bedeutung [Bearbeiten]
Beim Metabolismus des Limonens entsteht hauptsächlich Perillinsäure, Dihydroperillinsäure, Limonen-1,2-diol und Uroterpenol. Limonen wirkt reizend. Seine Oxidationsprodukte (D)-(–)-Carvon und mehrere Isomere des Limonenoxid, die aus Limonen an der Luft entstehen, sind allergieauslösend.[11]
Sicherheitshinweise [Bearbeiten]
Der Flammpunkt von (D)-(+)-Limonen liegt bei 48 °C, die Zündtemperatur bei 237 °C. Da (S)-(–)-Limonen ein Enantiomer des (D)-(+)-Limonens ist, gelten diese Angaben auch für das (S)-(–)-Limonen. (D)-(+)-Limonen wurde als für den Menschen nicht karzinogen eingestuft.[12]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b c d e f g Eintrag zu Dipenten in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 30. September 2008 (JavaScript erforderlich).
- ↑ a b c R. T. O'Connor, L. A. Goldblatt: Correlation of Ultraviolet and Infrared Spectra of Terpene Hydrocarbons, in: Anal. Chem., 1954, 26, S. 1726–1737; doi:10.1021/ac60095a014.
- ↑ a b Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 138-86-3 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich)
- ↑ Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Zubereitungen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
- ↑ (D)-(+)-Limonen bei ChemIDplus.
- ↑ a b Römpp CD 2006, Georg Thieme Verlag 2006.
- ↑ Juliane Daphi-Weber, Heike Raddatz, Rainer Müller: Untersuchung von Riechstoffen – Kontrollierte Düfte, S. 94–95, in Band V der Reihe HighChem hautnah – Aktuelles aus der Lebensmittelchemie (Herausgegeben von der Gesellschaft Deutscher Chemiker) 2010, ISBN 978-3-936028-64-5.
- ↑ Ruben Eckermann: Mit Bakterien gegen Bakterien. In: Nachrichten aus der Chemie. 59, 2011, S. 619–620.
Für die biotechnologische Herstellung von Perillasäure verlieh die Allianz Industrie Forschung (AiF) den Otto von Guericke-Preis 2011 an Jens Schrader vom Karl-Winnacker-Institut der DECHEMA. - ↑ M. A. Mirata et al.: Integrierte Bioproduktion und selektive Aufreinigung von Perillasäure, Chemie Ingenieur Technik, 82 (2010) S. 101–109.
- ↑ ApSimon: "The Total Synthesis of Natural Products" Vol. 4 John Wiley & Sons, New York Chichester Brisbane Toronto, S. 233.
- ↑ A.T. Karlberg et al. (1992): Air oxidation of d-limonene (the citrus solvent) creates potent allergens. In: Contact Dermatitis. Bd. 26, S. 332–340, PMID 1395597.
- ↑ Limonen in der Hazardous Substances Data Bank, abgerufen am 3. März 2010.