Lina Bo Bardi

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Das Kunstmuseum (MASP) von São Paulo

Lina Bo Bardi, geboren als Achillina Bo, (* 1914 in Rom, Italien; † 1992 in São Paulo) war eine brasilianische Architektin und Designerin italienischer Herkunft.

Leben[Bearbeiten]

Teil der Fábrica Pompeia, (SESC Pompeia), São Paulo

Achillina Bo studierte ab 1934 Architektur in Rom.[1] Nach dem Examen zog sie 1940 nach Mailand, arbeitete als Illustratorin für Modezeitschriften sowie – zunächst unentgeltlich – im Architekturbüro von Gio Ponti und für die von Ponti herausgegebenen Zeitschriften Domus und Lo Stile.[2]

1946 heiratete sie den Galeristen, Kunstkritiker und Journalisten Pietro Maria Bardi. Noch im selben Jahr wanderte das junge Paar nach Brasilien aus. In Rio de Janeiro und in São Paulo begegneten sie Lúcio Costa, Oscar Niemeyer und Roberto Burle Marx. Pietro Maria Bardi und seine Frau waren mit Ausstellungen europäischer Kunst erfolgreich, so dass sie sich ein großes Grundstück im Stadtteil Morumbi von São Paulo kaufen und 1950–1952 ein Haus bauen konnten.[1] Diese von Lina Bo Bardi entworfene Casa de Vidro (Gläsernes Haus) erregte Aufsehen und Bewunderung; zahlreiche Aufträge für öffentliche und private Bauten folgen, darunter – um nur einige Werke in São Paulo zu nennen – das Museu de Arte de São Paulo (1957), bekannt als „schwebendes Museum“, die Kirche Espirito Santo do Cerrado (1977–1982), das Kultur- und Sportzentrum Fábrica da Pompéia (1977–1986) und die Präfektur von São Paolo (1990–1992).[1] Der zweite Hauptort ihres Wirkens war Salvador da Bahia, wo Lina Bo Bardi u.a. das Museum für moderne und volkstümliche Kunst (1959–1963) und die Villa Chame-Chame (1964) baute.[2]

Lina Bò Bardi war auch als Designerin tätig. Für einige ihrer Bauten, z. B. die Fábrica da Pompeia, entwarf sie Teile der Inneneinrichtung. Von ihr stammen u. a. ein bekannter zusammenklappbarer Holzstuhl, der „Frei Egidio“-Stuhl, benannt nach einem franziskanischen Vorbild des 15. Jahrhunderts.

Ausstellungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Sonia Ricon Baldessani: Wie Frauen bauen. Architektinnen. Von Julia Morgan bis Zaha Hadid. AvivA Verlag, Berlin 2001. ISBN 3-932338-12-X; S. 120–136.
  • Florian Heilmeyer: Lina Bo Bardi. In: Baunetzwoche. Das Querformat für Architekten, Nr. 229 vom 8. Juli 2011, S. 4–25 (mit zahlreichen Abbildungen).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Florian Heilmeyer: Lina Bo Bardi (siehe Literatur)
  2. a b Roman Hollenstein: Sie baute für die Menschen. Das Münchner Architekturmuseum feiert die vor 100 Jahren geborene brasilianische Architektin Lina Bo Bardi. In: Neue Zürcher Zeitung vom 5. Dezember 2014, internationale Ausgabe, S. 45.
  3. Mitteilung zur Ausstellung, abgerufen am 17. November 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lina Bo Bardi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien