Linda Fröhlich

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Linda Fröhlich-Todd (* 23. Juni 1979 in Pforzheim) ist eine deutsche Basketballspielerin.

Allgemeines[Bearbeiten]

Bereits die Mutter von Linda Fröhlich, Vineta Fröhlich, spielte in den 1970er Jahren für die Basketball-Nationalmannschaft der Sowjetunion. Drei der vier Geschwister Fröhlich spielen ebenfalls in dieser Sportart.[1]

Im Juni 1998 bestand sie erfolgreich ihr Abitur am Vincent-Lübeck-Gymnasium in Stade. Sie wohnt seit dem Jahr 1998 in den USA und ist dort seit 2006 verheiratet. Offiziell heißt sie nach ihrer Heirat Fröhlich-Todd. Seit dem Karriereende Marlies Askamps gilt sie als beste deutsche Basketballspielerin.[2]

Vereinskarriere[Bearbeiten]

Im Jahr 1991 startete Fröhlich beim TSV Lamstedt ihre Basketball-Karriere. Sie wechselte zum VfL Stade und trainierte und spielte dort zeitweise mit der männlichen B-Jugend. 1994 wechselte sie zum SC Rist Wedel in die 2. Damen-Basketball-Bundesliga. Nach dem Abitur ging sie 1998 in die USA an die University of Nevada - Las Vegas, wo sie Psychologie und Marketing studierte und drei Jahre Basketball spielte.

2002 schaffte Linda Fröhlich den Sprung in die US-amerikanischen Frauenprofiliga für Basketball - WNBA. Sie wurde von den New York Libertys unter Vertrag genommen und spielte dort zwei Jahre. Auch 2004 (Phoenix Mercury) und 2005 (Charlotte Sting) wollte sie in der WNBA spielen. Sie wurde allerdings 2004 aufgrund verspäteter Anreise in die USA abgelehnt und 2005 während des Trainingscamps frühzeitig entlassen.

Ab 2003 spielte sie auch beim italienischen Erstligisten BPT Rovereto Basket. Dort avancierte sie in der Saison 2004/05 zur besten Korbjägerin der Liga. 2005 wechselte sie nach Russland zu Spartak Moskau. Mit diesem Club gewann sie 2006 den EuroCup für Frauenteams.

2006 spielte Fröhlich erneut in der WNBA, diesmal für das Team Indiana Fever. Sie erreichte mit ihrem Team die Playoffs. Sie erzielte durchschnittlich 3,3 Punkte in 8,5 Minuten Spielzeit. Danach ging sie zu Fenerbahçe Istanbul, wechselte 2007 in die WNBA zu Sacramento Monarchs (WNBA) und spielt in Italien bei Taranto Cras Basket. Nach einer Verpflichtung beim slowakischen Club Maxima Broker Košice gab sie im Januar 2009 auf ihrer Webseite den Wechsel zu Gambrinus Sika Brno (Tschechien) bekannt. 2010 wechselte sie zu Ros Caseres Valencia in die 1. spanische Liga. [3]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Im April 1998 gab Fröhlich ihr Debüt in der Damen-Nationalmannschaft des DBB gegen die finnische Auswahl. Bei der Qualifikation zur Europameisterschaft war sie im Jahr 2004 mit 23,3 Punkten und 11,2 Rebounds im Schnitt die erfolgreichste Spielerin aller teilnehmenden Mannschaften. Bei der Europameisterschaft 2005 erreichte sie mit dem deutschen Team nur Platz 11, konnte aber persönlich mit 16,4 Punkten und 9 Rebounds im Schnitt eine positive Bilanz erreichen.

Nach der Teilnahme an der Europameisterschaft 2007 in Chieti (Italien) konnte sie im Jahr 2008 bei der EM-Qualifikation wegen Gleichgewichtsproblemen nicht eingesetzt werden. Die deutsche Mannschaft verpasste die direkte Qualifikation und musste eine zusätzlich Qualifikationsrunde gegen die Ukraine und Bulgarien spielen. Wegen einer Dopingsperre vom 24. November 2008 durfte Fröhlich bis zum 5. Januar 2009 in dieser zusätzlichen Qualifikationsrunde zur Europameisterschaft nicht eingesetzt werden.

Im Januar 2009 wurde sie aus dem Kader der Nationalmannschaft gestrichen. Als Begründung gab das Präsidium des Deutschen Basketball Bundes (DBB) an, Fröhlich habe die Mannschaft wiederholt im Stich gelassen. Man sei nicht gewillt, dies weiter zu tolerieren oder etwa finanzielle Forderungen der Spielerin zu erfüllen.[4][5] Der DBB habe sich für die Aufhebung der Dopingsperre eingesetzt und sie sei nach ihrer Entsperrung nicht zu den Spielen erschienen und habe sich auch nicht gemeldet.[6]

Fröhlich dagegen erklärte, sie habe immer versucht in der Nationalmannschaft zu spielen und dadurch sogar erhebliche finanzielle Einbußen erlitten. Von ihrer Suspendierung habe sie erst aus dem Internet erfahren und empfinde dies als hinterhältig.[7]

Im Juli 2010 gab der Deutsche Basketballbund bekannt, dass Linda Fröhlich wieder in den Nationalmannschaftskader berufen wurde.[8]

Dopingsperre[Bearbeiten]

Ende 2008 wurde bei Fröhlich die verbotene, weil dopingverschleiernde Substanz Hydrochlorothiazid nachgewiesen und sie wurde gesperrt.[9] Laut Angaben des DBB hatte ihr damaliger Verein vergessen, dem europäischen Basketballverband die medizinisch notwendige Einnahme eines hydrochlorothiazidhaltigen Medikamentes anzuzeigen. Am 5. Januar 2009 setzte der europäischen Basketballverbandes die Dopingsperre auf sechs Wochen fest und erteilte ihr somit an diesem Tag wieder die Spielberechtigung.[6] Fröhlich erklärte, sie habe aufgrund einer Ohrenentzündung ein Medikament mit einem auf der Dopingliste verzeichneten Wirkstoff einnehmen müssen. Dies habe sie ihrem Verein mitgeteilt und dieser habe ein entsprechendes Schreiben an eine falsche Adresse geschickt, so dass es dem Weltverband FIBA nicht vorlag. Bei einer Anhörung am 5. Januar 2009 sei sie freigesprochen worden.[10]

Erfolge[Bearbeiten]

Fröhlich wurde in den Jahren 2000, 2001 und 2002 zum Mountain West Conference's Player of the Year gewählt. 2006 wurde sie zur erfolgreichsten Basketballspielerin Deutschlands ernannt. Sie wurde die erste Spielerin des Colleges, die in ihrer Karriere mindestens 2.000 Punkte und 1.000 Rebounds erzielte. Sie ist UNLVs Toppunktesammlerin aller Zeiten (Männer und Frauen) mit 2.355 Zählern und führt auch die Lady Rebels bei den Gesamtrebounds an (1.124).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. abendblatt.de
  2. Webseite Deutscher Basketball Bund
  3. Fotos und Infos zu Linda Fröhlich auf informationen-marburg.de
  4. Webseite des Deutschen Basketballbundes
  5. Fröhlich steht nicht mehr im DBB-Kader. Deutscher Basketball Bund. 12. Januar 2009. Abgerufen am 29. Mai 2013.
  6. a b Sueddeutsche.de
  7. Interview in der Onlineausgabe der Süddeutschen Zeitung
  8. DBB-Damen: Linda Fröhlich kehrt zurück. Deutscher Basketball Bund. 8. Juli 2010. Abgerufen am 29. Mai 2013.
  9. Fiba.com
  10. Interview in der Onlineausgabe der Frankfurter Rundschau

Weblinks[Bearbeiten]