Linda Lovelace

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Linda Lovelace (* 10. Januar 1949 in New York City; † 22. April 2002 in Denver, Colorado; eigentlich Linda Susan Boreman) war eine der bekanntesten US-amerikanischen Pornodarstellerinnen der 1970er Jahre. Nach dem Ende ihrer Karriere wurde sie zunächst zu einer engagierten Kämpferin gegen Pornografie, trat dann jedoch nach einigen Jahren abermals in Pornofilmen auf.

Leben[Bearbeiten]

Lovelace startete ihre Karriere in mehreren Hardcore-Filmen, darunter auch mindestens ein Film mit Darstellung von Sex zwischen Hund und Mensch. 1972 wirkte sie unter ihrem Künstlernamen in Deep Throat, dem erfolgreichsten Pornofilm aller Zeiten, mit. Obwohl der Film geschätzte 600 Millionen US-Dollar einspielte, erhielt ihr damaliger Ehemann Chuck Traynor für ihren Auftritt nur 1200 US-Dollar, die er angeblich selbst einbehielt.

Im Anschluss an diesen Erfolg drehte sie nur noch Softpornos, sie spielte sowohl hetero- als auch homosexuelle Rollen.

Zunächst verteidigte sie den Film "Deep Throat" gegen Kritik.[1] Viele Jahre nach der Scheidung von ihrem ersten Ehemann Chuck Traynor 1973 erklärte Lovelace, er habe sie mit Waffengewalt zur Pornografie getrieben. 1980 schrieb sie in ihrer Autobiografie Ordeal (Martyrium), deutscher Titel Die Wahrheit über Deep Throat (später: Ich packe aus), die Beziehung sei von Gewalt, Vergewaltigung, Prostitution und dem Pornogeschäft geprägt gewesen.[2]

Im Widerspruch dazu steht die Aussage des Pornodarstellers Ron Jeremy, der angab, dass diese Anschuldigungen nicht der Wahrheit entsprächen. Allerdings wird Jeremy in der Besetzungsliste des Films nicht genannt.[3]

Lovelace sagte vor einem Ausschuss des US-Kongresses, der sich mit Pornografie befasste, aus und hielt zahlreiche Vorträge an Hochschulen. Dabei setzte sie sich stets kritisch mit den harten und ausbeutenden Praktiken in der Pornoindustrie auseinander.[4][5]

Später zog Lovelace ihre Behauptungen zum Teil wieder zurück und gab stattdessen an, von feministischen Gruppen ausgenutzt und negativ beeinflusst worden zu sein.

In den 1990er Jahren wirkte sie bei Softporno-Aufnahmen mit. Wie im Bonusmaterial des Films Making of Deepthroat dargestellt, behauptete Lovelace, stolz zu sein, dass sie auch in ihren Fünfzigern immer noch ansehnlich und für Erotikaufnahmen geeignet sei.

Am 3. April 2002 zog sie sich bei einem Unfall schwere Verletzungen zu, als sie sich mit ihrem Geländewagen zweimal überschlug. Am 22. April 2002 wurden die lebenserhaltenden Geräte abgeschaltet und Lovelace starb im Alter von 53 Jahren.

Linda Lovelace wurde auf dem Parker Cemetery, Parker, Douglas County, Colorado, USA, beigesetzt.

Amanda Seyfried übernahm 2013 die Hauptrolle in der Biografieverfilmung Lovelace, welche von dem Leben Boremans handelt.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1972: Dog Fucker
  • 1972: Deep Throat
  • 1975: Exotic French Fantasies
  • 1975: Sexual Ecstasy of the Macumba

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • mit Mike McGrady: Ich packe aus (Originaltitel: Ordeal. übersetzt von Juscha Zoeller), Heyne, München 1980, ISBN 3-453-01229-1 (2005 als: Die Wahrheit über Deep Throat, ISBN 978-3-453-67505-6).
  • mit Mike McGrady: Ich bin frei (Originaltitel: Out of bondage. übersetzt von Sepp Leeb), Heyne, München 1987, ISBN 3-453-02447-8.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Freitag: Als Porno noch kein Mainstream war, 24. Juni 2009, online unter freitag.de
  2. EMMA: Outside Deep Throat, Sept./Okt. 5/2005
  3. Besetzungsliste von Deep Throat
  4. "Der zärtlichste Porno der Welt" zeit.de vom 17. Februar 2013
  5. "Abused by the porn industry AND her feminist saviours: How Deep Throat star Linda Lovelace's tragic life was a very modern morality tale", dailymail.co.uk vom 26. März 2012

Weblinks[Bearbeiten]