Linda Ronstadt

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Linda Ronstadt 1978

Linda Maria Ronstadt (* 15. Juli 1946 in Tucson, Arizona) ist eine US-amerikanische West-Coast- und Country-Rock-Sängerin.

Karriere[Bearbeiten]

Linda Ronstadt, Tochter von Gilbert Ronstadt (1911–1995) und Ruth Mary Copeman Ronstadt (1914–1982), begann ihre Karriere Mitte der 1960er im legendären Folk-Club „The Troubadour“ in West Hollywood. Mit der Folkformation „The Stone Poneys“ hatte sie 1967 ihre ersten Hit Different Drum, geschrieben von Michael Nesmith von den Monkees.

Ihr erster Solo-Hit war 1970 der Country-Rock-Song Long Long Time, sie wirkte aber auch am Oratorium Escalator over the Hill mit dem Ensemble der Jazzpianistin und -Komponistin Carla Bley mit. In den 1970ern hatte Linda Ronstadt ihre größten Erfolge und erhielt eine Reihe von Platinauszeichnungen. Ihre Alben Heart Like A Wheel (1974), ursprünglich ein Hit von Kate McGarrigle, Hasten Down The Wind, Simple Dreams und Living in the USA erzielten in den amerikanischen Billboard-Album- und Country-Album-Charts sechsmal Nummer-1-Notierungen, darunter der Song You’re No Good. Heart Like A Wheel von 1974 gilt als Ronstadts wichtigstes Album. Mit einem Cover des Rolling-Stones-Songs Tumbling Dice gelang Ronstadt 1978 ein Top-40-Hit. Lindas Album „Canciones de mi Padre“ entstammt einer Liedersammlung ihrer Tante Luise, die 1930 ein Buch mit dem Titel „Canciones de mi Padre“ herausbrachte.[1]

Linda Ronstadt machte neben zahlreichen Poprock-Hits – wie z. B. einer Cover-Version von Roy Orbisons Blue Bayou und Duetten mit Aaron Neville – im Laufe ihrer Karriere Aufnahmen vieler musikalischen Stilrichtungen, angefangen vom Big-Band-Sound über mexikanische Volksmusik bis hin zu einem Album mit Rock-Klassikern in Form von Wiegenliedern mit dem Titel Dedicated to the One I Love, welches u. a. eine Version des Queen-Klassikers We Will Rock You enthält. Sie arbeitete auch als Background-Sängerin bei diversen Neil Young-Alben und trat häufig bei anderen Bands, Sängerinnen und Sängern als Gastsängerin in Erscheinung, beispielsweise bei den Eagles, den Chieftains und Nicolette Larson.

In Zusammenarbeit mit Emmylou Harris und Dolly Parton entstand 1987 das Country-Album Trio, dem 1999 das Album Trio II folgte.

Im August 2013 gab die Sängerin bekannt, sie leide seit einigen Jahren an der Parkinson-Krankheit und könne nicht mehr singen.[2] Sie erklärte daraufhin selbst ihre Karriere als beendet.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Linda Ronstadt veröffentlichte 24 Solo-Alben und wurde mit 10 Grammy Awards ausgezeichnet.

Sie wurde für ihre Rolle im Musical The Pirates of Penzance zudem als Schauspielerin für den Golden Globe nominiert, mit diesem Musical gastierte sie auch am Broadway.

Am 28. Juli 2014 zeichnete US-Präsident Obama sie mit der Kunstmedaille der Vereinigten Staaten aus.[4]

Trivia[Bearbeiten]

  • Lindas Großvater Federico Ronstadt wurde 1868 in Sonora (Mexiko) als Sohn eines deutschen Einwanderers aus Hannover geboren, der mit 14 Jahren nach Tucson kam, um Waggonbau zu lernen. Er selbst und seine Kinder Luise, Wilhelm, Alfred, Edward und Gilbert (Lindas Vater) spielten bereits in verschiedenen Bands und komponierten Lieder. Lindas Geschwister heißen Gretchen, Peter und Michael.[5]
  • In den späten 1970ern hatte Linda Ronstadt ein Verhältnis mit Jerry Brown, dem damaligen Gouverneur von Kalifornien.
  • Als sie dem Filmemacher und Bush-Kritiker Michael Moore bei einem Konzert in Las Vegas ihre Unterstützung bekundete, wurde sie dafür ausgebuht. Vor der Zugabe hatte Ronstadt Moore als einen „großen amerikanischen Patrioten“ und jemanden, „der die Wahrheit verbreitet“, bezeichnet. Sie rief das Publikum im Hotel-Casino Aladdin auf, sich Moores Dokumentarfilm über Präsident George W. Bush, „Fahrenheit 9/11“, anzusehen. Darauf gab es Buhrufe, einige der 4500 Zuschauer stürmten aus dem Saal, andere rissen Konzertplakate ab.
  • Die Begleitband von Linda Ronstadt Anfang der 70er Jahre bestand aus Don Henley, Glenn Frey, Bernie Leadon und Randy Meisner, den späteren Eagles.

Diskografie[Bearbeiten]

Wichtigste Alben
  • 1972 – Linda Ronstadt
  • 1973 – Don’t Cry Now
  • 1974 – Heart Like A Wheel[6]
  • 1975 – Prisoner In Disguise
  • 1976 – Hasten Down The Wind
  • 1977 – Simple Dreams
  • 1978 – Living In The USA
  • 1980 – Mad Love
  • 1982 – Get Closer
  • 1983 – What’s New
  • 1987 – Canciones De Mi Padre (Lieder meines Vaters)
  • 1987 – Trio (mit Emmylou Harris & Dolly Parton)
  • 1989 – Cry Like A Rainstorm/Howl Like The Wind
  • 1995 – Feels Like Home
  • 1999 – Western Wall/The Tucson Sessions (Duett-Album mit Emmylou Harris)
  • 1999 – Trio II
  • 2004 - Hummin' to Myself
  • 2006 - Adieu False Heart
Compilations
  • 1976 - Greatest Hits Vol. I (1967-75)
  • 1977 – A Retrospective
  • 1980 – Greatest Hits Vol. II (1976–79) [Elektra/Asylum 516-2, Europe: 252255]
  • 1999 – The Box Set
  • 2002 – The Very Best Of Linda Ronstadt
Linda Ronstadt auf Soundtrack-Alben
  • 1978 – FM
  • 1980 – Urban Cowboy
  • 1985 – Moonlighting
  • 1989 – The Abyss
  • 2004 – Man On Fire
  • 2006 – Brokeback Mountain

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.library.arizona.edu
  2. US-Countrylegende Linda Ronstadt hat Parkinson auf Zeit Online
  3. Meldung auf Countrynews.de vom 26. August 2013
  4. Zeit.de: Obama zeichnet Linda Ronstadt mit Ehrenmedaille aus29. Juli 2014
  5. Jim Griffith: The Singing Ronstadts and Canciones de mi Padre. 1999.
  6. Das Album wurde bei der Umfrage des Magazins "Rolling Stone" auf Platz 163 der 500 besten Alben aller Zeiten gewählt; vgl. Levy, Joe (Hrsg.): Rolling Stone. Die 500 besten Alben aller Zeiten. (Originalausgabe: Rolling Stone. The 500 Greatest Albums of all Time. Wenner Media 2005). Übersetzung: Karin Hofmann. Wiesbaden: White Star Verlag, 2011, S. 136

Literatur[Bearbeiten]

  •  Irwin Stambler: The Encyclopedia Of Pop, Rock And Soul. 3. überarbeitete Auflage. St. Martin’s Press, New York 1989, ISBN 0-312-02573-4, S. 584–586.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Linda Ronstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien