Lindach (Fluss)

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Lindach
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Lindach-Quellschächte; das Karstwasser fließt unterhalb durch das Kalktuff-Gehänge des Neidlinger Wasserfalls

Lindach-Quellschächte; das Karstwasser fließt unterhalb durch das Kalktuff-Gehänge des Neidlinger Wasserfalls

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2381942
Lage Baden-Württemberg
Landkreis Esslingen
Neidlingen
Weilheim an der Teck
Kirchheim unter Teck
Flusssystem Rhein
Abfluss über Lauter → Neckar → Rhein → Nordsee
Quelle als Pfannenbach südwestlich-unterhalb des Reußenstein im Neidlinger Tal
48° 33′ 39″ N, 9° 33′ 17″ O48.5608333333339.5548055555556600
Quellhöhe ca. 600 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung in Kirchheim unter Teck von rechts in die Lauter48.6535194444449.4520083333333303Koordinaten: 48° 39′ 13″ N, 9° 27′ 7″ O
48° 39′ 13″ N, 9° 27′ 7″ O48.6535194444449.4520083333333303
Mündungshöhe 303 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied ca. 297 m
Länge 16,7 km[1] mit OL Pfannenbach
Einzugsgebiet 100,158 km²[2]

Die Lindach ist ein fast 17 km langer Fluss im baden-württembergischen Landkreis Esslingen, der am Albtrauf der Mittleren Kuppenalb entspringt und nach einem erst nördlichen, dann nordwestlichen Lauf durch das Vorland der mittleren Schwäbischen Alb in Kirchheim unter Teck selbst von rechts in die „Lenninger“ Lauter mündet. Bei etwas geringerer Länge übertrifft ihr oberirdisches Einzugsgebiet an der Einmündung das der Lauter.

Geographie[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Die Lindach entsteht südlich von Neidlingen im sogenannten Neidlinger Tal aus der Vereinigung einiger am Hang des Talendes entspringender Quellbäche. Die Quelle des etwa 0,5 km langen Pfannenbachs liegt auf etwa 600 m ü. NN unter dem Beginn der Talkerbe. In seinem nördlichen Lauf nimmt er am Austritt aus dem Wald am Hangfuß einen Zulauf von links vom Drittelwald her auf, der sogar auf bis über 710 m ü. NN entsteht. Wenig später läuft im beginnenden Wiesentalgrund Pfanne von rechts ein weiterer, etwa 0,4 km langer Quellbach zu, der etwa 400 Meter südwestlich der Ruine Reußenstein auf etwa 620 m ü. NN entspringt und dann am Hang den Neidlinger Wasserfall herabstürzt. Von seiner Zumündung auf etwa 517 m ü. NN an läuft die Lindach in der Richtung des Pfannenbachs weiter nördlich auf Neidlingen zu.

Verlauf[Bearbeiten]

In Neidlingen fließt die Lindach nach Aufnahme des rechten Seebachs nordnordwestlich. Gleich nach dem Ort weitet sich das bisher sehr enge Tal, ab der Mündung des vom Randecker Maar heranfließenden linken Zipfelbachs tritt sie dann unter der Burg Limburg auf dem gleichnamigen Berg zu ihrer Linken aus ihrer Oberlaufbucht ins flachere Gelände vor der Alb aus. Dann durchquert sie Kirchheim unter Teck am Nordfuß des Limburg-Kegels. Ab hier zieht sie nach Aufnahme der zwei rechten Zuflüsse Schmiedbach und Kohlesbach in deren Zulaufrichtung ungefähr nordwestlich und wird am Ortsende noch vom linken Federbach verstärkt. Weiter abwärts durchläuft sie den Kirchheimer Stadtteil Jesingen. Nach der Ortschaft und im bald erreichten Siedlungsbereich der Stadt Kirchheim unter Teck selbst münden weniger als zwei Kilometer vor ihrer eigenen Mündung kurz nacheinander ihre bedeutendsten zwei Nebenflüsse, der rechte Trinkbach und der linke Gießnaubach. Dann mündet sie in Kirchheim nördlich des Stadtkerns von rechts in den dortigen Nordostbogen der Lauter.

Zuflüsse[Bearbeiten]

Liste der Zuflüsse von der Quelle zur Mündung. Gewässerlänge[1] Einzugsgebiet[3] und Höhe[4] nach den entsprechenden Layern auf der Onlinekarte der LUBW. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt.

  • Pfannenbach, mittlerer Quellbach, ca. 0,5 km.[5]
    • linker Quellbach (zum Pfannenbach), ca. 0,4 km.[5]
  • rechter Quellbach mit Neidlinger Wasserfall, ca. 0,4 km.[5]
  • Rohrach, von links und Südwesten auf 483,4 m ü. NN[6] noch vor Neidlingen, 1,6 km und 3,2 km².
  • Seebach, von rechts und Nordosten auf unter 450 m ü. NN in Neidlingen, 2,8 km und 4,0 km².
  • Weilerbach, von links und Südwesten auf etwa 427 m ü. NN gegenüber der Burgruine Lichtenstein, 1,4 km.
  • Zipfelbach, von links und Südwesten auf etwa 401 m ü. NN unterhalb der Burgruine Limburg, 4,5 km und 8,7 km².
  • Winterhaldenbach, von rechts und Südosten auf unter 400 m ü. NN wenig unterhalb des vorigen, 4,5 km und 8,7 km².
  • Schmiedbach, von rechts und Südosten auf etwa 382 m ü. NN in Weilheim an der Teck, 4,7 km mit längerem Oberlauf Häringer Bach und 5,0 km².
  • Kohlesbach, von rechts und Osten auf etwa 380 m ü. NN kurz nach dem vorigen in Weilheim, 4,1 km.
  • Federbach, von links und Süden auf unter 365 m ü. NN am unteren Ortsrand von Weilheim, 4,6 km und 4,1 km².
  • Trinkbach, von rechts und Osten auf 310,4 m ü. NN[6] nach Jesingen, 10,7 km und 21,0 km².[2] Mit Abschnittsfolge Gießbach → Zellerbach → Trinkbach
  • Gießnaubach, von rechts und Südosten auf unter 300 m ü. NN in Kirchheim unter Teck am Bad, 10,7 km und 26,0 km².[2]

Geologie[Bearbeiten]

Die Quellschächte des rechten Lindach-Quellbachs befinden sich am Felsensaum der Oberkante des Albtraufs, dessen Kalkgestein hier dem Karst des unteren Felsenkalks (wJδ) angehört. Das Karstwasser fließt vornehmlich aus dem östlichen Schacht und nach wenigen Metern über die Kalktuff-Gehänge des Neidlinger Wasserfalls.

Landschaft und Tourismus[Bearbeiten]

Das obere Lindachtal, auch Neidlinger Tal genannt, ist ein beliebtes Ausflugsgebiet. Bekannt ist der unterhalb der Burgruine Reußenstein liegende Neidlinger Wasserfall über den der Abfluss der Quelle des rechten Quellbachs zu Tale stürzt. (Siehe auch: Wasserfälle in Deutschland). In der näheren Umgebung des Flusses finden sich das Randecker Maar und die Limburg, etwas entfernter der Ursprung der Fils, die Teck und das Lenninger Tal (Lautertal). Das landschaftlich weniger reizvolle untere Lindachtal wartet neben der malerischen Altstadt Kirchheims vor allem mit dem in der Nähe liegenden Ort Holzmaden mit seinem bekannten Urwelt-Museum Hauff auf, einer der bedeutendsten Fossiliensammlungen im süddeutschen Raum.

Legende[Bearbeiten]

Der von Wilhelm Hauff aufgezeichneten Sage nach entstand die Quelle im Neidlinger Tal durch einen zu kurzen Schritt des Riesen Heim. Der Riese wollte von der einen Seite des Tales zur anderen einen Schritt machen, rutschte ab und daraufhin sprudelte die Lindachquelle aus dem Fuß der Schwäbischen Alb.

Literatur[Bearbeiten]

  • Topographische Karte 1:25.000 Baden-Württemberg, als Einzelblatt Nr. 7322 Kirchheim unter Teck, Nr. 7323 Weilheim an der Teck, Nr. 7422 Lenningen (nur Einzugsgebiet), Nr. 7423 Wiesensteig

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Länge nach dem Layer Gewässernetz (AWGN) des Online-Kartenservers der LUBW.
  2. a b c Einzugsgebiet aufsummiert aus den Teileinzugsgebieten nach dem Layer Basiseinzugsgebiet (AWGN) des Online-Kartenservers der LUBW.
  3. Einzugsgebiet nach dem Layer Basiseinzugsgebiet (AWGN) des Online-Kartenservers der LUBW.
  4. Höhe nach dem Höhenlinienbild auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte des Online-Kartenservers der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW). Siehe bei den → Weblinks.
  5. a b c Länge abgemessen auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte des Online-Kartenservers der LUBW.
  6. a b Höhe nach blauer Beschriftung auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte des Online-Kartenservers der LUBW.