Lindau (Insel)

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Lindau
Die Insel Lindau von Westen
Die Insel Lindau von Westen
Gewässer Obersee, Bodensee
Geographische Lage 47° 32′ 44″ N, 9° 40′ 58″ O47.5455555555569.6827777777778402Koordinaten: 47° 32′ 44″ N, 9° 40′ 58″ O
Lindau (Bayern)
Lindau
Länge 1,3 km
Breite 666 m
Fläche 68 ha
Höchste Erhebung Stiftsplatz
402 m ü. NHN
Einwohner 3000
4412 Einw./km²
Hauptort Insel (Stadtteil)
Lage der Insel im Stadtgebiet von Lindau
Lage der Insel im Stadtgebiet von Lindau

Auf der Insel Lindau im östlichen Bodensee befindet sich die Altstadt der bayerischen Großen Kreisstadt Lindau, die den größeren östlichen Teil der Insel einnimmt. Die Insel Lindau, die flächenmäßig zwei Prozent und nach der Bevölkerung zwölf Prozent der Gesamtstadt auf sich vereinigt, bildet einen der zehn verwaltungsmäßigen Stadtteile der Stadt Lindau. Der Stadtteil heißt schlicht Insel.

Geschichte[Bearbeiten]

Die heutige Insel Lindau entstand aus ursprünglich drei separaten Inseln, die aus einer Moräne des Rheingletschers gebildet wurden:[1]

  1. Vordere Insel oder Hauptinsel mit der Altstadt von Lindau östlich der historischen Stadtmauer, durch den dort verlaufenden Stadtgraben von der Hinteren Insel abgetrennt
  2. Hintere Insel westlich des ehemaligen Stadtgrabens und des heutigen Bahnhofs und der Gleise
  3. Römerschanze oder Burg, die kleinste der ehemaligen Inseln, vor dem Hafen auf der Südseite

Auf der Karte von 1822 (lange vor dem Bau der Eisenbahn, die 1854 in Betrieb genommen wurde) sind die drei Inseln separat auszumachen:

Auch 1831 heißt es noch: Das Städtchen Lindau liegt auf drei mit Brücken verbundenen Inseln im Bodensee ...[2]

Die weitere Geschichte der Insel Lindau ist untrennbar mit der Geschichte der Stadt Lindau verwoben.

Geographie[Bearbeiten]

Die Insel Lindau hat gegenwärtig rund 3000 Einwohner auf einer Fläche von 68 Hektar (0,68 km²). Die letzte amtliche Einwohnerzahl stammt aus der Volkszählung vom 25. Mai 1987 und betrug 2755. Damit ist Lindau nach Fläche sowie nach Bevölkerung die zweitgrößte Insel im Bodensee, nach der Reichenau. Jahrhundertelang lag Lindau bevölkerungsmäßig an erster Stelle und gab diese nach Bevölkerungsverlusten der Altstadt erst in den späten 1980er Jahren an die sechs mal so große und ländlich geprägte Reichenau ab. Zur Volkszählung 1970 betrug die Einwohnerzahl der Insel noch 4413, 1925 sogar 5968.

Die Insel ist vom Lindauer Stadtteil Aeschach auf dem Festland durch den Kleinen See getrennt. Der Kleine See ist durch die 150 Meter lange Landtorbrücke, über die die Chelles-Allee verläuft, im Osten und durch den 410 Meter langen Eisenbahndamm im Westen begrenzt und nimmt eine Fläche von rund 20 Hektar ein. Eine Brücke gibt es an dieser Stelle bereits seit dem 13. Jahrhundert, wogegen der Eisenbahndamm im 19. Jahrhundert gebaut wurde.[3] Der Eisenbahndamm ist viergleisig und hat darüber hinaus am östlichen Rand einen vielbenutzten Rad- und Fußgängerweg. Er weist zwei Brücken über Durchfahrten für Boote auf. Die über den Damm führende Strecke von Aeschach bis auf die Insel Lindau wurde als letztes Teilstück der Ludwig-Süd-Nord-Bahn, speziell der Allgäubahn, am 1. März 1854 in Betrieb genommen.

Die Altstadt von Lindau nimmt den größeren östlichen Teil der Insel Lindau ein, auch Hauptinsel genannt. Die kleinere ehemals separate Hintere Insel liegt westlich der historischen Stadtmauer und des ehemaligen Stadtgrabens. Dieser hintere Inselteil wurde um 1970 durch die Aufschüttung einer Seefläche zwischen der Pulverschanze und der Sternschanze um gut vier Hektar vergrößert, nimmt jetzt mit elf Hektar rund ein Sechstel der Inselfläche ein und wird von der Bodenseeklinik des HNO-Arztes und in ästhetischer Chirurgie tätigen Werner Mang dominiert. Der westlichste Punkt der Hinteren Insel und auch der gesamten Insel wird durch den 1508 errichteten Pulverturm und die 1902/03 errichtete ehemalige Luitpold-Kaserne markiert.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eugen von Tröltsch: Die Pfahlbauten des Bodenseegebietes. Enke, Stuttgart 1902, S. 233.
  2. Neue Bildergallerie für die Jugend. Gotha 1831, Heft 6, S. 43: Taf. 48 Lindau.
  3. Wolfgang Hartung: Die Anfänge des Damenstifts Lindau. In: Uwe Ludwig und Thomas Schilp (ed.): Nomen et Fraternitas. Berlin 2008, ISBN 978-3-11-020238-0, S. 699–717, hier S. 717.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lindau (Insel) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien