Lindenhof (Stadt Zürich)

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Dieser Artikel beschreibt die das Quartier Lindenhof in Zürich. Für den Moränenhügel und öffentlichen Platz in der Stadt Zürich siehe Lindenhof (Zürcher Hügelzug) und für die frühzeitliche Siedlung siehe Oppidum Lindenhof.
Quartier Lindenhof mit Schipfe
Wappen von Lindenhof
Wappen von Zürich
Lindenhof
Quartier von Zürich
Karte von Lindenhof
Koordinaten 683304 / 24739647.372148.541605411Koordinaten: 47° 22′ 20″ N, 8° 32′ 30″ O; CH1903: 683304 / 247396
Höhe 411 m
Fläche 0,23 km²
Einwohner 996 (12. Mrz. 2012)
Bevölkerungsdichte 4330 Einwohner/km²
BFS-Nr. 261-013
Postleitzahl 8001
Stadtkreis Kreis 1

Lindenhof ist ein Quartier der Stadt Zürich, benannt nach dem gleichnamigen Platz. Das Quartier bildet heute zusammen mit den Quartieren City, Rathaus und Hochschulen den Kreis 1, die Altstadt der Stadt Zürich.

Geographie[Bearbeiten]

Mit 0.23 km² ist der Lindenhof das flächenmässig kleinste Quartier der Stadt Zürich. Es reicht vom Bahnhofplatz im Norden bis zum Bürkliplatz im Süden. Im Westen grenzt das Quartier an die Bahnhofstrasse und im Osten an die Limmat.

Das Zentrum des Quartiers bildet der Hügel, auf dem der namengebende Lindenhof liegt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die grösste Altersklasse im Quartier Lindenhof stellen mit 40,4 % die 40–64 jährigen Personen dar, gefolgt von den 20–39 jährigen mit 35 %. Zwischen 1994 und 2004 nahm die Wohnbevölkerung um mehr als 10 % ab.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Lindenhof bildet zusammen mit dem Quartier Rathaus den ältesten Kern der Stadt Zürich. Eine erste Besiedlung des Hügelzugs wird spätestens 1500 v. Chr. vermutet; eine keltische Siedlung am Lindenhof ist für das 1. Jahrhundert v. Chr. nachgewiesen. Bereits in der frühgeschichtlichen Entwicklung der Stadt in der Zeit der Römer diente dieser hügelige Teil auf der linken Seite der Limmat als Stellung für ein Kastell. So fand man 1747 am heutigen Lindenhof einen römischen Grabstein mit der bisher ältesten Nennung der Stadt; eine Kopie steht an der Pfalzgasse beim Aufgang zum Lindenhof. Die auf das 2. Jahrhundert datierte Bezeichnung STAtionis TURICensis weist auf eine römische Zollstation mit dem Namen Turicum hin. Wahrscheinlich diente der Ort im Rahmen der Befestigung der Rheingrenze durch Kaiser Valentinian I.. Während der Einwanderung der Alamannen zu Beginn des 5. Jahrhunderts blieb das Kastell auf dem Lindenhof bestehen.

Im Frühmittelalter stand auf dem Hügel erst eine karolingische, dann eine ottonische Pfalz. Die Gebäude wurden wohl nach dem Aussterben der Grafen von Zähringen abgetragen. Eine bekannte Episode aus der Zürcher Geschichte bezieht sich bereits auf den Lindenhof als Platz: Die Zürcher seien im 13. Jahrhundert in einem Kriegszug gegen Winterthur gezogen, der zu einem regelrechten Desaster wurde. Es seien so viele Männer gefallen, dass Zürich praktisch schutzlos zurückgeblieben sei. Herzog Albrecht I. von Habsburg, Stadtherr von Winterthur, versuchte deshalb Zürich einzunehmen und legte ein Heer vor die Stadtmauern. In dieser verzweifelten Situation hätten sich die Zürcherinnen als Krieger verkleidet und seien mit langen Spiessen auf den Lindenhof gezogen. Die Belagerer glaubten, ein starkes Heer sei irgendwie in die Stadt gelangt und hoben die Belagerung auf. Heute bezieht sich die Brunnenfigur des Lindenhofbrunnens auf die heldenhaften Zürcherinnen.

Bis in die frühe Neuzeit diente der Platz den Zürchern zu Versammlungen. 1798 wurde auf dem Lindenhof zum Beispiel der Eid auf die helvetische Verfassung geschworen. Bis heute ist der Platz mit Linden bepflanzt. An seinem südlichen Ende steht das Gebäude der Zürcher Freimaurerloge Modestia cum Libertate[1]. Neben dem Haus führt unter einer Klappe eine Treppe in den Untergrund, wo Reste von Bauten aus vier Bauepochen besichtigt werden können. Der Schlüssel dazu ist beim Baugeschichtlichen Archiv der Stadt Zürich erhältlich.

Literatur[Bearbeiten]

  • Präsidialdepartement der Stadt Zürich, Statistik Stadt Zürich: Quartierspiegel Lindenhof. Zürich 2006 (PDF; 2.77 MB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lindenhof – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. modestia-cum-libertate.ch: Geschichte | Modestia cum Libertate, Zugriff am 12. November 2009