Linie 3 der Pariser Straßenbahn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Auf der T3a

Die Linie T3 der Pariser Straßenbahn war die erste neue Straßenbahnlinie, die innerhalb der französischen Hauptstadt verkehrt (13., 14. und 15. Arrondissement). Sie wurde 2006 in Betrieb genommen, im Dezember 2012 verlängert und verbindet in zwei Abschnitten auf einer Länge von 22,4 Kilometern die Stationen Pont du Garigliano im Südwesten und Porte de la Chapelle im Norden von Paris. Dabei liegt ihre Trasse auf den Boulevards des Maréchaux, eine Aneinanderreihung von Boulevards, die Paris an seinen Außengrenzen parallel zur Périphérique umgeben, weswegen sie auch als Tramway des Maréchaux bekannt ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Citadis 402 während der Testphase
Die Strecken der Linien T3a und T3b

Nachdem die Buslinien, die Paris entlang der Boulevards des Maréchaux umrundeten (PC 1-3) schon lange an ihre Grenzen stießen, begann man im Jahr 2000 mit der Planung einer Verbesserung des Angebotes durch Kapazitätserhöhung. Man entschied sich für eine normalspurige Straßenbahn, welche aber durchaus umstritten war, da durch ihren Bau der zwangsläufig ohnehin knappe Straßenraum in Paris weiter verkleinert wird. Die oberirdische Linienführung, die alle Pariser Ausfallstraßen kreuzen muss und durch neue Signal- und Ampelanlagen die Flüssigkeit des Straßenverkehrs einschränkt, wurde daher kontrovers diskutiert.

Dennoch begann man im Jahr 2004 mit dem Bau des ersten Teilstückes der Tramway des Maréchaux. Der Bau beschränkte sich nicht auf die Straßenbahntrasse, sondern wurde auch dazu genutzt, diese Boulevards grundlegend umzugestalten. Die Straßenbahn verkehrt durchgehend auf eigener Trasse, welche großteils als Rasengleis ausgeführt ist. Die Kosten für die Errichtung des ersten Stückes und der Umgestaltung der betroffenen Straßenzüge beliefen sich auf rund 320 Mio €[1]. Die Inbetriebnahme erfolgte am 16. Dezember 2006.

2009 begannen Bauarbeiten an einer Verlängerung über den Pariser Osten bis in den Norden zur Metro-Station Porte de la Chapelle. Diese 14,5 km lange Verlängerung mit 26 neuen Stationen wurde im Dezember 2012 in Betrieb genommen. Die Baukosten beliefen sich auf 652 Millionen € für die Straßenbahnstrecke und 149 Millionen € für die damit verbundene Umgestaltung der befahrenen Straßen. Die Kosten werden von der Stadt Paris und der Region Île-de-France getragen.[2] Da eine Strecke dieser Länge sehr verspätungsanfällig geworden wäre, wurde die T3 in zwei Linien mit Umstieg in Porte de Vincennes geteilt: Die T3a verkehrt zwischen Pont du Garigliano und Porte de Vincennes, die T3b zwischen Porte de Vincennes und Porte de la Chapelle.

Die Linie 3 (2006 - 2012)[Bearbeiten]

Geographisch korrekte Darstellung der Strecke der Linie T3 (bis zur Streckenverlängerung im Jahr 2012)

Zum Einsatz kamen auf der Linie 3 einundzwanzig 7-gliedrige Garnituren des Typs Citadis 402 von Alstom. Sie bieten 304 Personen Platz, bei 68 Sitzplätzen. Die Maximalgeschwindigkeit der Fahrzeuge liegt bei 60 km/h, welche von sechs Asynchronmotoren mit einer Nominalleistung von 120 kW angetrieben werden. Die Stromversorgung erfolgt über eine Oberleitung mit 750 V Gleichspannung..

Die Linie T3a[Bearbeiten]

Streckenverlauf der Linie T3a[Bearbeiten]

Die Strecke mit einer Länge von 12,4 Kilometern und 25 Haltestellen verläuft auf den Boulevards des Maréchaux im Süden und Südosten der Stadt. Endhaltestelle im Westen ist die Station Pont du Garigliano, an welcher Umsteigemöglichkeit zur Linie RER C besteht. Die Linie kreuzt in weiterer Folge mehrere Métrolinien, die Straßenbahnlinie T2 sowie die Linie RER B bei der Cité Universitaire, einer Studentensiedlung. Weiterhin wird auch das Stadion Stade Charléty durch die Linie angebunden. Ab der Haltestelle Porte d'Italie verläuft die Linie auf ca. 700 m Länge direkt oberhalb der unterirdischen Métrolinie 7. Die drei Haltestellen Porte d'Italie, Porte de Choisy und Porte d'Ivry werden von beiden Linien bedient. Im weiteren Verlauf überquert die Strecke die Seine auf der Pont National, folgt weiter dem Verlauf der Boulevards des Maréchaux und erreicht schließlich ihre Endstation Porte de Vincennes, wo die Gleise mit denen der Linie T3b verbunden sind.

Liste der Haltestellen von Westen nach Osten:

Routenskizze der Linie T3a
Tramlinie T3a
Station Umsteigemöglichkeiten
Pont du Garigliano RERRER.svgCParis rer C jms.svg
Balard 08Paris m 8 jms.svg
Desnouettes  
Porte de Versailles 12Paris m 12 jms.svg TTramway-T.svgT2Logo Paris tram ligne2.svg
George Brassens  
Brancion  
Porte de Vanves 13Paris m 13 jms.svg
Didot  
Jean Moulin  
Porte d'Orléans 04Paris m 4 jms.svg
Montsouris  
Cité Universitaire RERRER.svgBParis rer B jms.svg
Stade Charléty  
Poterne des Peupliers  
Porte d'Italie 07Paris m 7 jms.svg
Porte de Choisy 07Paris m 7 jms.svg
Porte d'Ivry 07Paris m 7 jms.svg
Maryse Bastié  
Avenue de France in der Nähe: 14Paris m 14 jms.svg RERRER.svgCParis rer C jms.svg
Baron le Roy  
Porte de Charenton 08Paris m 8 jms.svg
Porte Dorée 08Paris m 8 jms.svg
Montempoivre  
Alexandra David-Néel  
Porte de Vincennes 01Paris m 1 jms.svg TTramway-T.svgT3bLogo Paris tram ligne3b.svg

Depot und Betriebswerkstätten[Bearbeiten]

Lage des Betriebshofes relativ zur Strecke
Der Betriebshof Lucotte

Der Betriebshof (genannt Ateliers de Lucotte nach der nahegelegenen Straße Rue du Général-Lucotte) liegt südlich der Straßenbahnstrecke in der Nähe des Boulevard périphérique. Das Gelände mit einer Fläche von 1,8 ha hat Abstellgleise für 21 Straßenbahngarnituren und beherbergt auch die Betriebswerkstätten für diese Linie sowie die Streckenleitzentrale (Poste de commandement de la ligne (PCL)).

Streckenverlauf der Linie T3b[Bearbeiten]

Liste der Haltestellen von Süden nach Norden:

Routenskizze der Linie T3b
Tramlinie T3b
Station Umsteigemöglichkeiten
Porte de Vincennes 01Paris m 1 jms.svg TTramway-T.svgT3aLogo Paris tram ligne3a.svg
Porte de Montreuil 09Paris m 9 jms.svg
Mairie de Miribel  
Porte de Bagnolet 03Paris m 3 jms.svg
Séverine  
Adrienne Bolland  
Porte des Lilas 03bisParis m 3bis jms.svg 11Paris m 11 jms.svg
Hôpital Robert Debré 07bisParis m 7bis jms.svg
Butte du Chapeau Rouge  
Porte de Pantin 05Paris m 5 jms.svg
Delphine Seyrig  
Ella Fitzgerald RERRER.svgEParis rer E jms.svg
Porte de la Villette 07Paris m 7 jms.svg
Canal Saint-Dénis  
Rosa Parks ab 2015 RERRER.svgEParis rer E jms.svg
Porte d'Aubervilliers  
Colette Besson  
Porte de la Chapelle 12Paris m 12 jms.svg

Technische Neuerungen: Energiesparen mit Superkondensator[Bearbeiten]

Im Rahmen des Projekts STEEM (Système de Tramway à Efficacité Energétique Maximisée = Straßenbahn mit maximierter Energieeffizienz) wurde eine Bahn der Linie 3 mit einem Superkondensator ausgestattet, welche zu Testzwecken von Mai 2009 bis September 2010 auf einem 300 m langen Teilstück zwischen den Haltestellen Porte d'Italie und Porte de Choisy jeweils stromlos fuhr. Mit dem Superkondensator ist es möglich einen Großteil der Bremsenergie zu speichern und beim folgenden Fahrzyklus wieder zu verwenden. Dabei konnte gegenüber den nicht umgerüsteten Fahrzeugen eine durchschnittliche Energieersparnis von 16 % erzielt werden.[3]

Betrieb[Bearbeiten]

Alstom Citadis auf der T3

Da die Pariser Straßenbahnlinien untereinander keine Gleisverbindung besitzen, verfügt jede Linie über ihren eigenen Fahrzeugpark. So auch die Linie T3, welche mit 46 Fahrzeugen des Typs Citadis 402 vom Hersteller Alstom betrieben wird. Die Fahrzeuge haben eine Länge von 43,7 m und eine Breite von 2,65 m und fassen 304 Personen. Die Fahrzeuge sind als Zweirichtungsfahrzeuge ausgeführt, sodass an beiden Enden Führerstände sowie auf beiden Seiten Türen vorhanden sind. Dadurch benötigt die Linie keine Wendeschleifen, es wird an den Endstellen nur die Fahrtrichtung geändert.

Die Linie verkehrt täglich zwischen 5:00 und 0:30, an Freitagen und Samstagen bis 1:00. Zur Hauptverkehrszeit beträgt das Intervall 4 Minuten, pro Tag werden 112 000 Fahrgäste befördert.[4]

Zukunft[Bearbeiten]

Die Verkehrspolitik der Stadt Paris sieht vor, langfristig die Linie 3 zu einer Ringlinie auszubauen.

  • Eine Verlängerung der T3b ab Porte de la Chapelle nach Westen zur Porte d'Asnières ist in Planung.[5] Auf der 4,3 km langen Neubaustrecke sollen 8 Haltestellen entstehen. An der Haltestelle Porte de Clignancourt entsteht ein Übergang zur Métrolinie 4 und an der Porte de Saint-Ouen ein Übergang zum Nord-Ost-Zweig der Métrolinie 13. Der Nord-West-Zweig dieser Linie kann - ebenso wie die geplante Verlängerung der Métrolinie 14 und der RER C - über die Haltestelle Porte de Clichy erreicht werden. Mit den Baumaßnahmen soll 2015 begonnen werden; die Fertigstellung ist für 2017 geplant.[6]
  • Im Süden war zunächst eine Verlängerung nach Westen zur Porte d'Auteuil angedacht, diese Planungen stießen allerdings im 16. Arrondissement auf starken Widerstand der lokalen Bevölkerung und Gewerbetreibenden und wurden längere Zeit nicht verfolgt.
  • Im April 2014 erklärte Anne Hidalgo, die neue Bürgermeisterin von Paris, ab Juni 2014 eine Studie in Auftrag zu geben, um eine Verlängerung der Linie T3b bis zur Porte Maillot zu prüfen und langfristig den Lückenschluss bis zur Brücke Pont du Garigliano zu erreichen. Dadurch würde vor allem die Universität Paris-Dauphine und der Bois de Boulogne besser an den ÖPNV angeschlossen.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Informationsseite des Betreibers mit techn. Daten
  2. Informationen der RATP zur Verlängerung der T3
  3. Pressemitteilung der RATP (frz.) abgerufen 21. November 2013 (PDF; 108 kB)
  4. Ligne 5 de tramway bientôt sur les rails der STIF, PDF. Abgerufen am 30. September 2011.
  5. Mitteilung der STIF (PDF; 295 kB)
  6. Mitteilung des STIF vom April 2014 (frz.) abgerufen am 16. April 2014
  7. challenges, Ausgabe vom 17. April 2014 (frz.) abgerufen am 17. April 2104

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pariser Tramlinie T3a – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Pariser Tramlinie T3b – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien