Linke Sozialrevolutionäre

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Die Linken Sozialrevolutionäre (russisch Партия левых социалистов-революционеров, deutsche Transkription: Partija lewych sozijalistow-rewoljuzionerow) waren eine russische revolutionäre Partei in den Jahren 1917 bis 1921, die sich von den Sozialrevolutionären abgespalten hatte.

Geschichte[Bearbeiten]

1917 spaltete sich in Russland die Partei der Sozialrevolutionäre in diejenigen, welche die nach der Februar-Revolution gegründete provisorische Regierung unter Führung Kerenskis unterstützten, und diejenigen, welche die einen kommunistischen Aufstand favorisierenden Bolschewiki unterstützten.

Maria Spiridonowa war eine prominente Führungspersönlichkeit dieser Gruppe.

Nach der Oktoberrevolution ging die Partei der Linken Sozialrevolutionäre eine Koalitionsregierung mit den Bolschewiki unter Lenin ein. Der Frieden von Brest-Litowsk im Ersten Weltkrieg zwischen Sowjetrussland und den Mittelmächten vom 3. März 1918 entzweite die beiden Koalitionspartner.

Seit 1918 wurden die Bolschewiki von den Linken Sozialrevolutionären offen bekämpft. Im Juni 1918 organisierten diese einen bewaffneten Aufstand,[1] an dessen Auftakt die Ermordung des deutschen Diplomaten Graf Wilhelm von Mirbach-Harff am 6. Juli 1918 in Moskau stand,[2] wodurch eine Offensive der Deutschen provoziert werden sollte, welche dann ihrerseits den „revolutionären Krieg“ hervorrufen sollte. Die Partei wurde militärisch zerschlagen und ihre Führer 1918 verurteilt. 1921 folgte ihre Auflösung.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kronstadt und Machno Bewegung. Internationale Sozialisten. S. 9 (PDF; 252 kB).
  2. vgl. Lutz Häfner: The Assassination of Count Mirbach and the "July Uprising" of the Left Socialist Revolutionaries in Moscow, 1918. In: Russian Review. 50, Juli 1991, S. 324–344.
  3. Michail Schatrow: Der Frieden von Brest-Litowsk. Kiepenheuer und Witsch, Köln 1991 , S. 367 (Glossar von Friedrich Hitzer; historischer Roman; aus dem Russischen von Friedrich Hitzer).