Linksanteriorer Hemiblock

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Klassifikation nach ICD-10
I44.4 Linksanteriorer Faszikelblock
Linksanteriorer Hemiblock
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Ein Linksanteriorer Hemiblock (Abk. LAH, LAHB) ist eine Störung der Erregungsleitung im Herzen. Er ist die häufigste Erregungsleitungsstörung auf Herzkammerebene und kann auch bei herzgesunden Menschen und Tieren auftreten.

Häufigkeit[Bearbeiten]

In der Mehrheit der Fälle ist er aber durch eine koronare Herzkrankheit mit Beteiligung der vorderen absteigenden Herzkranzarterie (Ramus interventricularis anterior oder RIVA) verursacht. Ein LAH verursacht selbst keine Beschwerden. Die Diagnose wird anhand des Elektrokardiogramms (EKG) gestellt.[1]

Pathophysiologie[Bearbeiten]

Beim linksanteriorem Hemiblock ist der linke, vordere Faszikel des linken Tawara-Schenkel blockiert. Durch die Blockierung der schnellen Erregungsleitung durch den Tawara-Schenkel wird die Vorderwand des Herzmuskels über die langsameren Verbindungen der gewöhnlichen Herzmuskelzellen erregt. Im zeitlichen Verlauf depolarisiert die Vorderwand des Herzens später als beim Gesunden. Die elektrische Herzachse wird nach links gedreht.[2]

Diagnose[Bearbeiten]

Im EKG zeigt sich ein überdrehter Linkstyp sowie eine S-Zacke von V6. Der QRS-Komplex ist nicht signifikant verbreitert und liegt damit unter 120 ms.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gerd Herold und Mitarbeiter : Innere Medizin, Köln, 2011, S.275f
  2. a b Uwe Gantschow : EKG-Kurs, Marburg, 2001 S.119-121