Linksschenkelblock

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Klassifikation nach ICD-10
I44.7 Linksschenkelblock, nicht näher bezeichnet
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Ein Linksschenkelblock (LSB) ist eine Störung des Erregungsleitungssystems des Herzens. Kennzeichnend für die Störung ist eine Leitungsverzögerung im linken Tawara-Schenkel. Die Diagnose wird mittels EKG gestellt.

QRS-Komplex und Punkt der endgültigen Negativitätsbewegung (GNB) in V 6 des rechts abgebildeten EKGs

Definition[Bearbeiten]

Linksschenkelblock im EKG, Einthoven- und Goldberger-Ableitungen
Linksschenkelblock im EKG, Brustwandableitungen

Ein Linksschenkelblock ist definiert als eine Verlängerung des Intervalls vom Beginn des QRS-Komplexes bis zum Punkt der endgültigen Negativitätsbewegung (GNB) (größte Negativitätsbewegung, auch als Oberer Umschlagspunkt (OUP) bezeichnet) in V 5 oder V 6 (die linken Brustwandableitungen) auf mindestens 0,06 Sekunden. Ist das Kriterium eines Linksschenkelblocks erfüllt (Verlängerung der GNB auf mindestens 0,06 Sekunden in V 5 oder V 6) definiert die QRS-Breite den Unterschied zwischen einem inkompletten Linksschenkelblock (QRS-Breite bis einschließlich 0,12 Sekunden) und einem kompletten Linksschenkelblock (QRS-Dauer > 0,12 sec).

Pathophysiologie[Bearbeiten]

Hämodynamisch führt der Linksschenkelblock zu einem Pendelphänomen des Blutes bei der Kontraktion. Ein kompletter Linksschenkelblock stellt einen pathologischen (krankheitsbedingten) Befund dar. Als Ursache findet sich häufig eine koronare Herzkrankheit, eine arterielle Hypertonie oder eine Kardiomyopathie.

Interpretation[Bearbeiten]

Der Linksschenkelblock ist im Gegensatz zum Rechtsschenkelblock als schwerwiegender zu betrachten, da die linke Herzkammer den Hauptanteil an der Pumparbeit des Herzens leistet.

Das EKG ist bei Vorliegen eines Linksschenkelblockes für die Herzinfarktdiagnostik nicht mehr sicher verwertbar, da konsekutiv eine Repolarisationsstörung auftritt. Die ST-Strecke ist dabei stark modifiziert, wodurch eine Interpretation im Sinne eines Ischämiehinweises nicht einfach ist. Mit den Sgarbossa-Kriterien kann die Wahrscheinlichkeit einer akuten myokardialen Ischämie abgeschätzt werden. Bei normaler EKG-Voruntersuchung kann ein frisch aufgetretener LSB hinweisend auf eine akute Myokardischämie, also z. B. einen akuten Herzinfarkt, sein. Zusammen mit entsprechender klinischer Symptomatik (Brustschmerz, Luftnot) oder Erhöhung der herzspezifischen Labormarker (Troponin, Kreatinkinase) besteht die Indikation zur zeitnahen invasiven Diagnostik im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung.

Formen[Bearbeiten]

Folgende Formen werden unterschieden:


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