Linobambaki

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Die Linobambaki (griechisch λινό = Leinen, βαμβάκι = Baumwolle) waren angeblich eine Sekte auf Zypern, die sowohl christliche wie muslimische Sitten praktizierte. Kinder wurden getauft und die Knaben beschnitten, sie erhielten jeweils einen christlichen und einen muslimischen Namen. Nach Sayar[1] waren sie Nachfahren lateinischer Christen, die sich nach der osmanischen Eroberung als Muslime ausgaben. Sie kleideten sich als Muslime, trugen aber christliche Namen.

Der Orientalist Charles F. Beckingham bezweifelt jedoch den Wahrheitsgehalt dieser Überlieferungen und interpretiert diese Sitten als einen Versuch der Bauern, sich hier, wie auch in anderen Teilen des osmanischen Reiches, vor Steuereintreibern und Zwangsrekrutierung zu den Janitscharen zu schützen.

Literatur[Bearbeiten]

  • J. Hackett: A History of the Orthodox Church in Cyprus. London 1901.
  • R. L. N. Michel: Muslim-Christian Sect in Cyprus. In: The Nineteenth Century Journal. 63/1908, S. 751-762.
  • C. F. Beckingham: The Turks of Cyprus. In: Journal of the Royal Anthropological Institute of Great Britain and Ireland. 87/2, 1957, S. 165 ff.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Notes and Queries 185/4, 1943, S. 115

Weblinks[Bearbeiten]