Linsenluxation

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Klassifikation nach ICD-10
H27.1 Luxation der Linse
ICD-10 online (WHO-Version 2013)
Linsenluxation bei einer Katze. Die Linse ist als weißliches Gebilde im unteren Drittel des Auges erkennbar.

Die Linsenluxation oder Linsenektopie ist eine Verlagerung (Ektopie) der Augenlinse in die vordere Augenkammer oder in den Glaskörperraum. Dies kann teilweise (Subluxatio lentis) oder vollständig geschehen.

Entstehung[Bearbeiten]

Bei einer traumatischen Linsenluxation verlässt die Linse auf Grund von Gewalteinwirkung ihren angestammten Platz. Sie kann bei Einriss der Lederhaut unter die Konjunktiva rutschen. Nach solch einem Trauma findet sich meist Blut im Auge.

Bei großen Augen mit hoher Kurzsichtigkeit, einem fortgeschrittenen grauen Star oder einem Tumor im Ziliarkörper kann eine Linsenluxation auch später im Leben auftreten.

Angeborene Linsenluxation (lat.: Ektopia lentis congenita) treten in der Regel beidseitig auf. Sie entstehen, weil die Zonulafasern zu schwach sind, um die Linse in Position zu halten. Das ist unter anderem der Fall beim Marfan-Syndrom und beim Ehlers-Danlos-Syndrom, sowie bei einigen erblichen Knochenfehlbildungen (chondrodysplasia-punctata syndrome[1]). Auch beim Marchesani-Syndrom und der Homocystinurie tritt eine Linsenluxation sehr früh auf.

Symptome[Bearbeiten]

Eine leichte, unvollständige Luxation kann beschwerdefrei bleiben. Bei größeren Verschiebungen bemerkt der Patient monookulare Doppelbilder, die auch nicht verschwinden, wenn das andere Auge geschlossen ist.

Diagnose[Bearbeiten]

Durch die Spaltlampe erscheint eventuell der blinde Fleck doppelt. Die Linse ist durch den fehlenden Zug der Zonulafasern verkleinert und abgerundet. Wegen der fehlenden Aufhängung zeigt sie Zitterbewegungen. Wenn die Linse vollständig luxiert ist, findet man sie häufig am Grund des Glaskörpers. Es besteht eine Übersichtigkeit.[2]

Therapie[Bearbeiten]

Bei Komplikationen oder bei unbefriedigender Korrekturmöglichkeit durch Brillen oder Kontaktlinsen wird die Linse entfernt und durch eine künstliche ersetzt.

Komplikationen[Bearbeiten]

Häufigere Komplikationen sind die Verschlechterung der Sehkraft und Glaukom.

Linsenluxation bei Tieren[Bearbeiten]

Bei einigen Hunderassen tritt eine Linsenluxation vermehrt auf. Das betrifft vor allem Terrier.[3][4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. A. Burk, R. Burk.: Checkliste Augenheilkunde. 4. Auflage. Syndrome, S. 521.
  2. M. Sachsenweger: Duale Reihe: Augenheilkunde. Lageveränderungen der Linse, S. 169.
  3. Kirk N. Gelatt (Hrsg.): Veterinary Ophthalmology. 3. Auflage. Lippincott, Williams & Wilkins, 1999, ISBN 0-683-30076-8.
  4. Simon M. Petersen-Jones: Conditions of the Lens. In: Proceedings of the 28th World Congress of the World Small Animal Veterinary Association. 2003. (online auf: vin.com)
Gesundheitshinweis Dieser Artikel bietet einen allgemeinen Überblick zu einem Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!