Linux-Einsatzbereiche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Linux wurde ursprünglich als Betriebssystemkern für Computer mit einem 386-Prozessor geschrieben. Mit dem wachsenden Erfolg des Programms (Systems) wurden die Einsatzmöglichkeiten erweitert, indem unzählige freie Programme hinzugefügt wurden. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die technischen Einsatzmöglichkeiten von Linux. Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen und Öffentliche Einrichtungen können Linux nutzen.

Desktop[Bearbeiten]

Eine anspruchsvolle Computerinstallation ist der PC als Schreibtischgerät. Der Benutzer soll mit ihm arbeiten können, ohne sich des technischen Hintergrunds des Systems bewusst sein zu müssen. Eine typische Installation einer Linux-Distribution enthält einen X11-Grafikserver sowie eine Arbeitsumgebung und wichtige Anwenderprogramme. Dazu gehören sowohl Office-Programme wie OpenOffice.org, als auch Programme zur Bildbearbeitung (häufig GIMP), Browser und E-Mail-Programme. Bei Installationen für Firmen und Büros kommen noch andere Programme wie zum Beispiel zur Unternehmensplanung hinzu. Für Entwickler gibt es Entwicklerwerkzeuge wie Eclipse oder KDevelop.

Marktanteile[Bearbeiten]

Gnome-Desktop (Ubuntu)

In der Praxis wird Linux eher zögerlich im Desktop-Bereich eingesetzt. Die Verbreitung kann wegen der kostenlosen und dezentralen Verfügbarkeit nur schwer abgeschätzt werden. 2002 lief Linux auf 2,8 % aller in diesem Jahr verkauften Rechner (Schätzwert)[1]. Im Jahr 2011 lag der Wert ungefähr im 1%-Bereich, die Quelle nutzt zur Bestimmung des Marktanteils die „user agent information“ des Webbrowsers.[2][3][4] Bei den Netbook-Betriebssystemen, einer ursprünglich reinen Linux-Domäne, hat sich der Anteil bei Verkäufen mit vorinstallierten Linux-Betriebssystem mit dem verfügbar werden von Windows XP als Option bis 2009 auf unter 10% verringert.[5] Von Sommer 2011 bis Anfangs 2012 konnte ein starker Anstieg (ca. 40%) der Zugriffszahlen auf Webseiten durch Linux-Desktop-Systeme verzeichnet werden. Somit belief sich der Marktanteil im Dezember 2011 auf 1,4%.[6] Ob der Anstieg mit den Chromebooks oder dem 20-jährigen Jubiläum von Linux im Zusammenhang steht ist unklar.[7]

Die Gründe für die geringe Verbreitung werden kontrovers diskutiert. So wird häufig das faktische Monopol des Betriebssystems Windows und die daher notwendige Umgewöhnung der Benutzer auf ein neues System genannt. Als Grund wird häufig genannt, dass das Installieren von Software aus Dritt-Quellen oft schwerer zu handhaben sei als beispielsweise unter Windows.[8][9] Allerdings trifft diese Kritik auf eine Vielzahl von Nutzungsszenarien gar nicht zu, da die gängigen Distributionen für Desktop-Anwendung alle dafür benötigte Software bereits enthalten.

Grafische Oberflächen[Bearbeiten]

Nicht zwingend aber üblich werden die grafischen Oberflächen auf einem der verfügbaren Fenstersystemen eingesetzt. Als Alternative zum allgemein üblichen X Window System zeichnet sich Wayland ab. Auf dem bekanntesten Linux-Abkömmling Android kommt wiederum eine eigene, nicht X-Window-basierte GUI zum Einsatz.

Heutzutage sind viele übliche Funktionen des Systems über intuitive Benutzeroberflächen erreichbar. Weiterhin wird bei der Weiterentwicklung der direkten Schnittstelle mit dem Nutzer, der Arbeitsumgebung, immer mehr Wert auf eine benutzer- und einsteigerfreundliche Gestaltung gelegt.

Die beiden größten Arbeitsumgebungen für Linux, Gnome und KDE, haben dafür Richtlinien erstellt, die von jedem Programm und jeder Funktion eingehalten werden sollten, um dem Benutzer ein einheitliches Erscheinungsbild und Bedienkonzept (Look & Feel) zu bieten.

Da die Richtlinien beider Desktops voneinander abweichen, erscheinen Programme der einen Umgebung in der anderen Umgebung uneinheitlich. Diesem Problem soll durch Standardisierung und Zusammenarbeit der Projekte begegnet werden. Am bekanntesten ist hier die Initiative freedesktop.org. Auch die Linux Standard Base hat eine eigene Projektgruppe in den späten 1990ern, die LSB Workgroup, ins Leben gerufen.[10] Ziel ist Schaffung verlässlicher Standards für Entwickler von Anwendungsprogrammen und Linux-Distributionen, um eine weitreichendere Kompatibilität zwischen diesen zu erreichen, ein Ziel das noch nicht erreicht ist. Andere Projekte kümmern sich auch um Einzelbereiche, dazu gehört z. B. das Tango!-Projekt, das ein einheitliches Aussehen durch Gestaltungsrichtlinien und die Verwendung einheitlicher Icons (Schaltflächen) zu erreichen versucht.

Projekte wie Xgl oder AIGLX waren experimentelle Versuche X11 zu erweitern um mit Hilfe von Composition Managern hardwarebeschleunigte 3D-Effekte auf den Desktop zu bringen.

Um die Entwicklung und auch die Verbreitung von Linux auf dem Desktop voranzubringen, hat sich in der Linux Foundation die The Desktop Linux Working Group gebildet, die alle Kräfte bündeln und koordinieren soll, die sich mit der Thematik beschäftigen.

Multimedia[Bearbeiten]

Ein Programm zum Abspielen von Audiodateien: amaroK

Die Multimediaunterstützung wird je nach Nutzerbedarf und -verhalten unterschiedlich bewertet. Der Umgang mit gängigen Musik-Formaten ist kein Problem. Allerdings bieten einige Distributionen aus lizenzrechtlichen Gründen von Haus aus keine Möglichkeit, Multimedia-Formate wie MP3 abzuspielen. Die entsprechenden Dekodierverfahren müssen vom Endbenutzer erst nachinstalliert werden.[11] Zur Wiedergabe stehen eine Reihe leistungsstarker Abspielprogramme wie Amarok oder Rhythmbox bereit.

Das Abspielen und Umkodieren von Videodateien und Videostreams für eine Vielzahl von verbreiteten aber auch ungewöhnlichen Formaten ist unter Linux beispielsweise mit den Programmen MPlayer, Xine und VLC möglich. Diese Programme können auch DVDs abspielen, für das Abspielen mit CSS verschlüsselter Medien ist allerdings die Programmbibliothek libdvdcss nötig, die wegen unklarer Rechtslage in vielen Ländern vom Benutzer selbst nachinstalliert werden muss. Kommerzielle DVD-Abspielsoftware wie PowerDVD existiert, hat aber nie große Bedeutung erlangt. Einzig der Fluendo DVD Player ist direkt durch Endkunden käuflich erwerbbar.

Ebenso gibt es auch keine Linux-Version der beiden weit verbreiteten Multimediaprogramme QuickTime Player und Windows Media Player, deren eigene Videoformate aber inzwischen durch Reverse Engineering verstanden und die Unterstützung dafür in die freien Abspielprogramme und teilweise auch in die freie Umkodiersoftware eingeflossen ist. Ähnlich sieht es mit proprietären Audioformaten wie AC3 aus. Auf x86-basierten Systemen können zudem die für MS-Windows geschaffenen originalen Codec-Bibliotheken der Hersteller verwendet werden, sofern kein nativer Codec existiert.

Das Abspielen von DRM-geschützten Audio- und Videodateien ist unter Linux nur in Ausnahmefällen möglich, da diese zumeist an nicht portierte anbieterspezifische Playeranwendungen gekoppelt sind.

Eine deutlich andere Situation zeigt sich im Bereich professioneller Multimedia-Bearbeitung. Mit dem JACK Audio Connection Kit steht unter Linux eine spezielle Sound-Architektur zur Verfügung, die besonders niedrige Latenzzeiten bietet. Sie wird von Programmen wie Ardour genutzt. In der Filmbranche erfreut sich Linux besonderer Beliebtheit: die Spezialeffekte vieler Filme wurden mit Hilfe von Linux-Rechnerverbünden gerendert. So hat beispielsweise das häufig unter Linux eingesetzte Programm CinePaint bei der Erstellung von Filmen wie den Harry Potter-Verfilmungen geholfen.

Zwischen diesen verschiedenen Situationen ist der Übergang aber fließend. Mit der zunehmenden Entwicklung proprietärer Lösungen auch für Linux ist aber davon auszugehen, dass die vorhandenen Lücken in naher Zukunft geschlossen werden. Ein Beispiel ist der Bereich des Videoschnitts, bei dem es sowohl proprietäre Lösungen wie das Programm MainActor der Firma MainConcept gibt, als auch Lösungen der Freie-Software-Bewegung wie z. B. die Software Kino oder Cinelerra, das für professionelle Hardware ausgelegt ist.

Computer-Spiele[Bearbeiten]

Der freie Ego-Shooter Cube 2: Sauerbraten
Das freie Spiel 0 A.D.

Als Programmierschnittstelle für hardwarebeschleunigtes Rendering ist OpenGL verfügbar und auch geeignet. Obwohl der Hauptaugenmerk bei der Entwicklung von OpenGL eher CAD-Anwendungen waren, als Computerspiele. Aufgrund dieser Prioritätensetzung galt und gilt OpenGL in einigen Kreisen als den neusten Versionen von Direct3D nicht ganz ebenbürtig. Die proprietären Linux-Treiber der Hersteller implementieren jeweils die neueste Version und sind bezüglich ihrer Leistung mit ihren Windows Pendants vergleichbar. Die verfügbaren freien Implementationen sowohl von Gerätetreibern als auch der OpenGL sowie weiterer APIs werden im Mesa 3D-Projekt entwickelt und hinken, mit einigen Ausnahmen, sowohl bezüglich Leistung als auch bezüglich der Unterstützten API Versionen teils stark hinterher. Es fehlen zu OpenGL ähnliche APIs für die Ausgabe von Klang sowie eine API für Eingabegeräte, ähnlich zu XAudio2, sowie verfügbare Softwareimplementationen davon. Der Linux Kernel ist sehr Leistungsfähig, wie seine ubiquitärer Einsatz auf Supercomputern, Servern oder Mobilen Geräten eindrucksvoll untermauert, und der Umstand, dass er frei verfügbar ist, ist grundsätzlich als Vorteil anzusehen. Die geringe Verbreitung von Linux auf Heimcomputer sowie die geschilderten Probleme, die sich allesamt lösen ließen, insbesondere vom zahlungskräftigen Spielmarkt, sind als Hauptgrund für die stiefmütterliche Behandlung seitens der Spieleindustrie zu nennen. Trotz allem sind durchaus kommerzielle Spiele für Linux verfügbar und es gibt außerdem eine Reihe von freien Spielen, siehe Liste quelloffener Computerspiele.

Manche Befürworter von Linux als Spieleplattform sind der Ansicht, klassische Spiele wie Quake III Arena oder Unreal Tournament wären nur der Beginn des Umdenkens der Spielehersteller. Spiele wie DOOM³, Wolfenstein: Enemy Territory und andere gibt es von Anfang an auch als Linux-Version, ebenso das Werbespiel America’s Army der US-Armee. Ankündigungen diverser Hersteller lassen auf viele weitere Portierungen hoffen. Einige Entwickler der Linux-Distribution Gentoo haben sich besonders auf den Spielesektor spezialisiert und ein Unternehmen gegründet, das die Portierung von Computer-Spielen anbietet. OpenGL-basierende Spiele, wie z. B. Half-Life, sind mithilfe der Windows-Laufzeitumgebung Wine oft auch unter Linux lauffähig. Spiele, die auf den aktuellen DirectX-Versionen basieren, laufen häufig nicht, weil DirectX unter Linux nicht verfügbar ist. Das Unternehmen Transgaming hat sich des Problems angenommen und mit seinem Wine-Fork Cedega (ehemals WineX), das Ziel gesetzt, weitestgehende Kompatibilität auch zu der jeweils neuesten DirectX-Version herzustellen, womit sich schon heute sehr viele neue Spiele unter Linux spielen lassen. Ein großer Nachteil ist, dass das Programm nicht vollständig Open Source ist, die CVS-Version ist immer deutlich älter als die Closed-Source-Variante und enthält keine Unterstützung für den Kopierschutz der Spieleinstaller und nicht den Installationsmanager „Point2Play“.

Neuerdings setzt auch Valve mit seiner Vertriebsplattform Steam auf Linux.[12] Seit Februar 2013 ist Steam offiziell für die Linux Distribution Ubuntu erhältlich,[13] und auch auf zahlreichen weiteren Distributionen lauffähig. In diesem Rahmen sind nicht nur etliche independent Games für Linux verfügbar geworden,[14] sondern es werden Blockbuster-Spiele (wie z. B. Left4Dead 2) von Valve auf Linux portiert. Valve hat auch die Weiterentwicklung von SDL auf Version 2 und gleichzeitig den Lizenzwechsel von der LGPL auf die zlib-Lizenz bewirkt. Des weiteren umfasst das Engagement von Valve auch eine Zusammenarbeit mit Gerätetreiber Entwicklern von nVidia[15] und Intel um deren Linux Grafikkartentreiber für aufwändige 3D-Spiele zu optimieren. Valve plant zudem eigene Spielehardware auf Basis handesüblicher i686-Komponenten, in Zusammenarbeit mit diversen Hardwareherstellern, auf den Markt zu bringen.[16] Das Betriebssystem für diese „Steamboxen“ soll bevorzugt Ubuntu Linux werden.

Valve hat im September 2013[17] SteamOS, ein Linux-basiertes Betriebssystem für Spiele, angekündigt.

Mit Linux Game Publishing gibt es nach wie vor zumindest ein aktives Unternehmen, welches Spiele auf Linux portiert.

Vorhandene Ressourcen für Computer-Spiele[Bearbeiten]

Desktop-Migration[Bearbeiten]

Weltweit erfolgte innerhalb zahlreicher Verwaltungen und Unternehmen die Migration von Microsoft Windows auf das Linux Betriebssystem. Das bedeutet, es kommt eine der zahlreichen Linux-Distributionen samt Fenstersystem und Arbeitsumgebung oder ein eigener Fork zum Einsatz. Weitere Verwaltungen und Unternehmen erwägen die Umstellung ihrer Arbeitsplatzrechner auf das Linux Betriebssystem.

Zwei der bekannteren erfolgreichen Beispiele für einen Fork, sind die Stadtverwaltung von München, die viele ihrer Arbeitsplatz-Computer auf LiMux-Projekts[19], sowie die Gendarmerie nationale, die 72.000 Arbeitsplätze auf GendBuntu umgestellt haben.

Ein Beispiel aus dem Industriebereich ist der Auto-Hersteller Citroën, der Anfang des Jahres 2007 20.000 Desktops auf Linux umgestellt hat.[20]

Bekannte Schwierigkeiten sind einer mangelhaften Koordination sowie Kommunikation geschuldet, und münden häufig in einer verzögerten Akzeptanz der neuen und fremden Arbeitsoberfläche durch entweder technisch weniger versierten oder unwilligen Mitarbeitern. Die fast grenzenlos mögliche Anpassung des gesamten Betriebssystems und insbesondere der Arbeitsoberfläche an die Wünsche der Mitarbeiter kann sich so unnötig in die Länge ziehen, unnötige Kosten verursachen und sogar zum Scheitern der Migration führen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn nicht nur das Betriebssystem, sondern auch die zum Einsatz kommende Software gewechselt wird. Die Software wird in der Regel aus dem gleichen Grund gewechselt, aus welchem das Betriebssystem gewechselt wird, also hauptsächlich die Einsparung der Lizenzkosten sowie die Einstellung des Supports für die alte Version. Es kann jedoch auch sein, dass die alte Software vom Hersteller nicht auf Linux portiert wird, und man somit gezwungen ist, mit dem Betriebssystem auch die Software zu wechseln.

So kann die technische Umstellung der Zusatzsoftware teuer werden, andererseits müssen sich viele Benutzer auch erst an die neue Arbeitsumgebung gewöhnen, was eventuell zeit- und kostenintensiv werden könnte. Ein lohnender Zeitpunkt für eine Umstellung der Firmendesktops ist daher, wenn ohnehin auf ein neues Betriebssystem mit all seinen Neuerungen in der Ablauflogik umgestellt werden muss, da der Hersteller seine alte Version oder den Support dafür aufgekündigt hat. Die Umgewöhnung eines Sachbearbeiters von Windows XP auf Windows 8 ist etwa vergleichbar mit der Umgewöhnung von Windows XP auf den KDE- oder Gnome-Desktop unter Linux.

Da eine Umrüstung auf eine aktuelle Windows-Version sehr oft auch den Kauf neuer Hardware erfordert, setzen viele Institutionen verstärkt auf eine Thin-Client-Lösung mit Linux, bei der die rechenintensiven Aufgaben nicht mehr von den Arbeitsplätzen, sondern von zentralen Servern erledigt werden. Auf diese Weise erspart man sich große Teile eines sonst fälligen Hardware-Aufrüstungen. Wenn die vorhandene Netzwerk-Infrastruktur es außerdem erlaubt die Installation übers Netzwerk vorzunehmen, so verringert dieser Umstand den personellen Aufwand für die Installation von Linux auf sämtlichen Arbeitsrechnern erheblich.

Falls große Teile der Software sowieso bereits über ein Web Interface bereitgestellt werden, die Interaktion also über einen Web browser stattfindet, wie zum Beispiel, bei den Arbeitsagenturen, sind die Hürden für eine Migration besonders gering.

Schulen und Lernen[Bearbeiten]

Es gibt zahlreiche Distributionen, die gezielt für den Einsatz in Schulen bzw. zur Lernunterstützung entwickelt worden sind. Dabei reicht das Spektrum der enthaltenen Anwendungen von schultypischen Verwaltungsaufgaben über Lernsoftware bis hin zu altersgerechten Internetfiltern. Die Filter sollen Kindern den Zugang zum Internet zu ermöglichen, ohne sie dabei jugendgefährdenden Inhalten auszusetzen. Ein Augenmerk vieler Entwickler gilt der einfachen Bedienbarkeit. Distributionen mit dem Schwerpunkt Schule und Lernen sind z. B Open School Server, Arktur-Schulserver, KmLinux, Skolelinux, paedML und Seminarix.

Unterstützung von Windows-Anwendungen[Bearbeiten]

Da sich Linux in der Betriebssystemarchitektur stark von Microsoft Windows unterscheidet, ist es nicht direkt möglich, Windows-Programme unter Linux zu betreiben. In diesen Fällen bieten sich verschiedene Alternativen an:

  • Viele Programme aus der Freie-Software-Szene sind für mehr als nur eine Plattform verfügbar. So gibt es z. B. von den populären Programmen OpenOffice.org, Mozilla Firefox oder auch GIMP Versionen sowohl für Linux als auch für Windows.
  • Eine Reihe proprietärer Programme steht unter Linux zur Verfügung. Gerade im Bereich der wissenschaftlichen Software gibt es viele Programme für diese Plattform. Beispiele dafür sind Programme wie MATLAB, Mathematica oder Maple.
  • Bestehende Windows-Programme können auf die Linux-Plattform portiert werden. Dies ist üblicherweise nur ein geringer Programmieraufwand, da lediglich Eigenheiten des Betriebssystems angepasst werden müssen. Trotzdem ist diese Lösung oft sehr teuer, und die Möglichkeit einer Portierung hängt auch von der Firmenpolitik des jeweiligen Softwareherstellers ab. Eine Portierung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn es sich um speziell für den Unternehmens- oder Verwaltungszweck entwickelte Software handelt oder wenn es auch andere Firmen gibt, die an einer Portierung interessiert sind. Mittlerweile gibt es auch schon Werkzeuge des Wine-Projekts, die eine automatisierte Softwareportierung ohne großen Programmieraufwand ermöglicht, wodurch man auch in den Genuss einer nativen Lösung für Linux kommt.
  • Wine stellt eine auf Linux übersetzte Variante der Windows-API zur Verfügung. Damit können einige Programme direkt unter Linux laufen. Obwohl diese Varianten kein gesamtes Windows-System emulieren, ist diese Lösung manchmal langsamer (manchmal aber auch schneller) und weniger erfolgversprechend als eine Portierung. Mit kommerziellen Softwarepaketen, die auf Wine aufbauen, lassen sich aus der Windows-Welt bekannte Programme fast problemlos nutzen. Dabei bietet CrossOver Unterstützung für zahlreiche Bürosoftware wie Microsoft Office und Adobe Photoshop an, während sich Cedega auf Windows-Spiele spezialisiert hat.
  • Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz einer virtuellen Maschine wie VMware, Bochs oder QEMU, die einen gesamten PC emuliert und es möglich macht, Microsoft Windows darin zu installieren. Dabei leidet allerdings die Geschwindigkeit deutlich. Auch wird einer der entscheidenden Vorteile einer Migration, die Herstellerunabhängigkeit, so wieder ausgehebelt.
  • Linux und Windows können parallel auf einem Rechner installiert werden. Über einen Bootmanager wie zum Beispiel Grub oder Lilo kann ein Nutzer beim Systemstart oder Neustart entscheiden, welches System er starten will.
  • Weiterhin besteht die Möglichkeit, Windows-Programme auf einem Windows-Server zu starten und deren grafische Ausgabe mit Hilfe von Remote-Desktop-Software wie z. B. NX oder rdesktop (für RDP) auf Linux Clients ausgeben zu lassen. Dieses Verfahren erfordert eine ständig bestehende Netzwerkverbindung zwischen beiden Rechnern, ermöglicht aber auch die Weiternutzung betagter Hardware als Thin Clients.
  • Mit Hilfe der .NET-Implementierung Mono ist es möglich, Programme, die mit Microsofts neuester Programmplattform .NET entwickelt wurden, ohne Portierarbeit direkt unter Linux zu starten.
Die DOSBox als eine Möglichkeit alte DOS-Spiele unter Linux zu starten
  • Bauen die Programme noch auf der DOS-Ebene auf, so lassen sich viele mit dem Programm Dosemu betreiben. Für DOS-Spiele bietet sich dabei auch DOSBox an. Auch für andere Spielkonsolen und Betriebssysteme gibt es unter Linux Emulatoren.
  • Für viele Funktionen gibt es unter Linux eigene Programme. Wenn also ein Programm nicht unter Linux verfügbar ist, so ist meist aber die Funktion in einem anderen Programm verfügbar. Beispiele dafür sind Programme wie Kontact, Novell Evolution und Konqueror.
  • Zumindest theoretisch besteht die Möglichkeit, selbst als Programmierer ein Programm zu schreiben, das die benötigten Funktionen enthält. Da viele freie Oberflächenbibliotheken zur Verfügung stehen, die ohne Lizenzgebühren genutzt werden können, und in den meisten Linux-Distributionen viele Softwareentwicklungswerkzeuge beigefügt sind, bietet sich einem Programmierer eine sehr programmierfreundliche Umgebung. Die meisten der hier aufgeführten Lösungen sind auf diesem Weg entstanden oder angestoßen worden.

Unterstützung von OSX-Anwendungen[Bearbeiten]

Apple Mac OS X ist GNU/Linux in vielen Belangen sehr ähnlich. Beide haben große Teile des Systems von BSD übernommen oder basieren direkt auf BSD-Quellcode. Beide Systeme sind weitgehend POSIX-kompatibel, weshalb sie zu einem großen Teil die gleichen Systemwerkzeuge und Systemdienste verwenden. Dazu gehören: rsync, NFS, Samba, Bash, vi, grep, CUPS, syslog oder cron.[21][22] Da native OS-X-Anwendungen eine von der Firma Apple speziell für OS X entwickelte Programmierschnittstelle verwenden, sind viele OS X-Anwendungen nicht direkt für Linux kompilierbar. Das Projekt GNUstep entwickelt eine zu Apples Cocoa-Schnittstelle kompatible Programmierschnittstelle. Damit ist es möglich, OS X-Anwendungen unter Linux auszuführen.

Unterstützung von Anwendungen weiterer Betriebssysteme[Bearbeiten]

Das Projekt OS2Linux stellt Bibliotheken zur Verfügung um OS/2- oder eComStation-Anwendungen einfach auf Linux zu migrieren.[23]

Unterstützung von Menschen mit Behinderungen[Bearbeiten]

Um unter Linux Barrierefreiheit zu gewährleisten, arbeiten mehrere Projekte an der Thematik. Während die beiden großen Desktops, Gnome und KDE, jeweils eigene Projektgruppen haben, die sich mit der Thematik beschäftigen, gibt es auch Arbeitsgruppen innerhalb der Distributoren oder Gruppen, die Projekt- und Firmenübergreifend arbeiten. Am bekanntesten ist hierbei die FSG Accessibility Workgroup.

Die Arbeit dieser Projekte ermöglicht es unter anderem, unter Linux Braillezeilen zu nutzen, sich aus vielen Programmen Dokumente und Geschriebenes vorlesen zu lassen oder auf dem Bildschirm nur mit Maus oder nur mit speziellen Tasten zu navigieren.

Linux als Spieleplattform[Bearbeiten]

Linux-Kernel basierte Betriebssysteme eignen sich als Plattform für Computerspiele. Entweder kann ein typisches Linux auf dem Desktop durch den Einsatz von entsprechender Software dermaßen erweitert werden, dass es sich zusätzlich für die Entwicklung und das Spielen von Videospielen eignet, oder aber, es kann auch eigen eigene Plattform konzipiert werden, die ausdrücklich diesem Zweck dient. Beispiele sind das Betriebssystem SteamOS oder die Betriebssysteme der Handheld-Konsolen Pandora (Konsole), GP2X, Nintendo 3DS und Neo Geo X. Auf dem Nvidia Shield läuft Android.

Server-Systeme[Bearbeiten]

Das LAMP-Software-Bündel (hier zusätzlich mit Squid). Eine Hochleistungs- und Hochverfügbarkeits-Lösung für die feindselige Internet-Umgebung

Aufgrund der Verwandtschaft von Linux mit UNIX hat sich Linux auf dem Servermarkt besonders schnell etabliert. Da für Linux schon früh viel häufig verwendete und benötigte Serversoftware wie Webserver, Datenbankserver und Groupware kostenlos und weitgehend uneingeschränkt zur Verfügung stand, wuchs dort der Marktanteil stetig.

Da Linux als stabil, sicher und einfach zu warten gilt, erfüllt es auch die besonderen Bedingungen, die an ein Server-Betriebssystem gestellt werden. Der modulare Aufbau des Linux-Systems ermöglicht zusätzlich das Betreiben kompakter, dedizierter Server. Außerdem hat die Portierung von Linux auf verschiedenste Hardware-Komponenten dazu geführt, dass Linux alle bekannten Serverarchitekturen unterstützt.

Marktanteile[Bearbeiten]

Gemessen am Umsatz wurde der Marktanteil von Linux 2005 bei mit Betriebssystem verkauften Servern je nach Studie und Zählweise auf etwa 12 % geschätzt. Das jährliche Wachstum betrug dabei etwa 35 %. Nach Stückzahlen gemessen lag das Wachstum bei 20,5 %.

Dieses Wachstum geht teilweise auch auf Kosten traditioneller UNIX-Systeme, die durch Linux abgelöst werden. Die Firmen, die früher ein eigenes UNIX entwickelt und verkauft haben, verkaufen zunehmend Rechner mit Linux und beteiligen sich immer stärker an der Entwicklung von Linux. Der größte Konkurrent für Linux auf dem Servermarkt ist Microsoft Windows, das Studien zufolge 2005 einen Anteil von etwa einem Drittel am Gesamtmarkt hatte.[24]

Die Zählungen der Studien sind aber nur bedingt repräsentativ, da viele Linux-Distributionen auf beliebig vielen Geräten installiert werden können, ohne dass dafür Lizenzgebühren entrichtet werden müssen. So entsteht eine unbekannte Dunkelziffer an Linux-Servern, die von den Studien nicht erfasst werden.

Im Oktober 2012 wurden mindestens 32%[25] aller Webseiten auf einem Linux-Server gehostet. Da nicht alle Linux-Server sich auch als solche zu erkennen geben, könnte der tatsächliche Anteil um bis zu 24% höher liegen. Damit wäre ein tatsächlicher Marktanteil von bis zu 55% nicht auszuschliessen.[25]

Einsatzbeispiele[Bearbeiten]

Die Server der Wikimedia Foundation sind ein Cluster-LAMP-System

Eines der wohl bekanntesten Beispiele für eine Linux-Server-Konfiguration ist LAMP. LAMP steht dabei als Abkürzung für den kombinierten Einsatz der Softwareprodukte Linux, Apache, MySQL und PHP (manchmal auch Perl oder Python). Diese Kombination ermöglicht es, auf einem Computer einen Webserver zu betreiben, der beim Aufruf der Seiten mit dem Webbrowser dynamische Inhalte aus Datenbanken zu generieren, und auch Inhalte wieder in diese Datenbank zu schreiben. Ein bekanntes Beispiel für einen solchen Einsatz ist die Software MediaWiki, die auf einem LAMP-System läuft.

Ein anderer häufiger Einsatzbereich von Linux ist die Nutzung von Samba, oft auch in Verbindung mit einem LDAP-Verzeichnisdienst. Während der Verzeichnisdienst eine zentrale Anmeldung von Windows- und Linux-Clients ermöglicht, ermöglichen die Fähigkeiten von Samba den Dateiaustausch zwischen Computern mit Linux-Betriebssystemen und Computern mit Windows-Betriebssystemen. So ermöglicht Samba, in gemischten Netzwerken einen Linux-Rechner als zentralen Datei- und Drucker-Server einzusetzen. Dabei werden alle wichtigen Dateien an einem zentralen Punkt gespeichert, und so mehreren Nutzern gleichzeitig zur Verfügung gestellt. Da Samba ebenso wie Linux von seinen Nutzern für seine Stabilität, Performance und Skalierbarkeit gelobt wird, eignet sich die Kombination sehr gut für zentrale und wichtige Knotenpunkte von großen Netzwerken, bei denen eine heterogene Umgebung vorliegt.

Als Beispiel kann das Projekt MigOS des Deutschen Bundestags gelten. Hierbei wurden insgesamt über 100 Server von Windows NT auf Linux umgestellt. Die etwa 5000 Arbeitsplatzrechner (mit Windows) der Abgeordneten und Verwaltungsangestellten wurden über Samba und OpenLDAP eingebunden.

Neben diesen weit verbreiteten Einsatzbereichen gibt es noch eine Reihe weiterer Server-Software, die unter Linux betrieben wird. So wird die Software-Telefonanlage Asterisk häufig als zentrale Schnittstelle in Firmennetzen genutzt. Ebenso werden viele für Netzwerke elementare Dienste auf Linux-Rechnern betrieben. Dazu gehören sowohl DNS-Server als auch Mailserver und Datenbankserver.

Viele Server von Online-Spielen, so genannte Spieleserver, werden unter Linux betrieben, selbst dann, wenn das eigentliche Spiel nicht unter Linux zur Verfügung steht.

Hardware[Bearbeiten]

Die Hardware, auf der Linux als Server betrieben werden kann, ist vielfältig. Da Linux auf eine Vielzahl von Plattformen portiert wurde, kann ein Linux Server ebenso auf handelsüblicher i686-Hardware wie auch auf klassischen Serverarchitekturen, wie Alpha oder SPARC betrieben werden.

Ein Beispiel für die Linux-Unterstützung auch modernster Server-Hardware ist der IBM eServer p5. Diese Familie von 64-Bit-Servern basiert auf IBM Power-CPUs, und gehört zu den Schwergewichten der verfügbaren Server-Hardware. Auf dieser Hardware können bis zu 256 Linux-Installationen parallel betrieben werden.

Linux für eingebettete Systeme[Bearbeiten]

Embedded Linux fehlen folgende wichtige Informationen: Die ganzen Entwicklung um Android (Linux ist Marktführer im Smartphone-Bericht! Siehe: Linux-Distribution#Smartphone-Systeme) fehlt. Die Infos zu Nokia sind überholt.

Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst, aber kopiere bitte keine fremden Texte in diesen Artikel.

Der Begriff Embedded Linux bezieht sich auf den Einsatz von Linux in kleineren Endgeräten für den Massenmarkt wie in Mobiltelefonen, Tablet-Computern oder PDAs. Vorteil ist dabei, dass jeder Hersteller Linux auf der einen Seite nach eigenen Bedürfnissen verändern kann, auf der anderen Seite aber auch eine sehr aktive Entwickler-Community vorherrscht, auf deren Ressourcen (z. B. umfangreiche Entwickler-Programmen, bereits bestehender Code wie die Benutzeroberflächen, Erfahrung, etc.) die Hersteller dabei zurückgreifen können.

Die meisten Hersteller haben sich für die Entwicklung in verschiedenen Gruppen oder Projekten zusammengeschlossen, die sich meist über die verwendete Hardware oder den Einsatzzweck der Systeme definiert. So existiert auf dem Markt für Mobilfunksysteme die von Google maßgeblich entwickelte Linux-Distribution[26] Android, das im Weihnachtsgeschäft 2010 die meisten verkauften Geräte verzeichnete.[27] Im gleichen Markt ist auch das von Intel und Nokia vorangetriebene System MeeGo positioniert, das neben ARM-Systemen auch auf Intel-typische Hardware ausgelegt ist.

Technisch gesehen werden diese Geräte meist mit spezialisierten stromsparenden Prozessoren und einem Flash-Speicher ausgestattet. Dort wird dann ein angepasstes und kompaktes Linux betrieben. Beispiele für Hardware, auf der heutzutage Linux eingesetzt wird, sind die Motorola Mobiltelefone A728, A760, A768, A780, A910, E680, E895, das Nokia 770 Internet Tablet und der Sharp Zaurus PDA, im Bereich SOHO einige Router von Linksys und WLAN-Geräte wie das 4G Access Cube. Auch in vielen Festplattenrekordern , Satellitenreceivern und DVD-Abspiel- und Aufnahmegeräten findet sich häufig eine angepasste Linux-Variante.

Elektronik[Bearbeiten]

Der Begriff Eingebettetes System ist ausgesprochen weitläufig und umfasst sehr viele Arten von äußerst unterschiedlichen Geräten. Neben der Nutzung von Linux in verbreiteten Kommunikationsgeräten wird es auch in elektronischen Steuerungen und Geräten der Mess- und Regelungstechnik und im Bereich der µC (Mikrocontroller) eingesetzt.

Im Unterschied zum Embedded Linux wird das System in diesem Fall für technische Spezialanwendungen eingesetzt. Damit entfällt auf der einen Seite der Massenmarkt, auf der anderen Seite besteht zum Beispiel aber auch weniger Bedarf an einer benutzerfreundlichen und einfach gehaltenen Oberfläche.

Smartphone- und Tablet-System[Bearbeiten]

Für Smartphones und Tablets gibt es speziell optimierte Linux-Distributionen. Sie bieten neben den Telefonie- und SMS-Funktionen, diverse PIM-, Navigations- und Multimedia-Funktionen. Die Bedienung erfolgt typischerweise meist über Multi-Touch oder mit einem Stift. Linux-basierte Smartphonesysteme werden meist von einem Firmenkonsortium oder einer einzelnen Firma entwickelt und unterscheiden sich teilweise sehr stark von den sonst klassischen Desktop-, Embedded- und Server-Distributionen. Anders als im Embedded-Bereich sind Linux-basierte Smartphonesysteme aber nicht auf ein bestimmtes Gerät beschränkt, vielmehr dienen sie als Betriebssystem für Geräte ganz unterschiedlicher Modellreihen und werden oft herstellerübergreifend eingesetzt.

Bekannte Smartphone- oder Tablet-Linux-Distributionen sind neben dem sehr weit verbreiten Android auch Firefox OS, Ubuntu for phones,[28] Maemo, Tizen, Mer, Sailfish OS,[29] MeeGo und WebOS

Mobile Linux-Distributionen[30] haben seit Ende 2010 die Marktführerschaft auf dem schnell wachsenden Smartphone-Markt übernommen.[31] Sie wiesen im Juli 2011 einen Marktanteil von mindestens 45 %[32] auf. Vorwiegend Android-Geräte haben Apple iOS, Windows Phone und Symbian OS erfolgreich zurückgedrängt.

Sicherheitsbereiche[Bearbeiten]

Linux gilt innerhalb von Netzwerken als ausgesprochen sicher und an die jeweiligen Gegebenheiten anpassbar. Daher wird es häufig in sicherheitsrelevanten Bereichen verwendet. Beispiele sind die Nutzung von Linux als Gateway, Router oder als Firewall. Vor allen Dingen die Nutzung als Firewall hat sich schon früh verbreitet und führte dazu, dass eine Vielzahl von Linux-Distributionen speziell für die Firewall-Nutzung entwickelt wurden, die zum Beispiel zum Schutz von Bastion-Host-Systemen eingesetzt werden.

Großrechner[Bearbeiten]

Mit der freien Verfügbarkeit des Quellcodes und der daraus resultierenden Möglichkeit, das System bestimmten Zwecken anzupassen, hat sich Linux auch in den Anwendungsbereichen von Rechenzentren ausgebreitet. So macht Linux auf Großrechnern, die auf Zuverlässigkeit und hohen Datendurchsatz optimiert sind und häufig in Banken, Versicherungen und großen Unternehmen gefunden werden können, den dort früher häufig installierten speziellen UNIX-Versionen zunehmend Konkurrenz.

Computercluster[Bearbeiten]

Eine weitere Anwendung ist im Bereich der Computercluster zu finden, bei dem Linux, häufig im Zusammenhang mit Grid-Computing, auf den einzelnen Computern arbeitet, die dann zu großen Netzwerken zusammengeschlossen werden. Dafür stehen neben speziell angepassten Linux-Distributionen auch besondere Dateisysteme wie z. B. das Global File System zur Verfügung. Häufig wird auch ein Linux-Cluster genutzt, um damit die Hochverfügbarkeit unternehmenskritischer Netzwerk-Infrastrukturen sicherzustellen.

Supercomputing[Bearbeiten]

Der wohl prestigeträchtigste Einsatz von Linux ist der in Supercomputern. Diese Computer stellen die Spitze aktueller Hochleistungsrechner dar, und erfahren aus diesem Grund meist besondere Aufmerksamkeit der Presse. Derzeit (Juni 2012) laufen 92% der 500 weltschnellsten Supercomputer unter Linux [33]. Diese Dominanz hat sich beständig von 70% (Juni 2006)[34] über 85% (November 2007) entwickelt.

Einer der 500 weltschnellsten (Linux-)Supercomputer ist der MareNostrum, der unter anderem in der Klima- und Genforschung eingesetzt wird.

Sekundärbetriebssystem[Bearbeiten]

Linux bootet auf einem Dingoo A320

Findigen Tüftlern gelingt es immer wieder, Linux auch für elektronische Geräte anzupassen, die von Hause aus über eine proprietäre Firmware verfügen. Beispiele hierfür sind Linux auf der d-box 2 (digitaler Fernsehreceiver), iPod Linux (MP3-Player) und Xbox-Linux (Spielekonsole). Motivation hierfür sind häufig ihrer Meinung nach vorhandene Unzulänglichkeiten oder nicht notwendige Einschränkungen der Originalsoftware.

Anhang[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. Dominic White: Connected comment auf Telegraph.co.uk. 2. April 2004
  2. Apple’s operating systems break the 1 out of 10 visit mark in Europe (englisch) atinternet.com. 29. September 2011. Abgerufen am 16. November 2011.
  3. Operating System Market Share (englisch) marketshare.hitslink.com. 1. Oktober 2011. Abgerufen am 16. November 2011.
  4. Stat Counter GlobalStats; Top 5 Operating System Oct 2011 (englisch) statcounter.com. 1. November 2011. Abgerufen am 16. November 2011.
  5. Stan Beer: Windows crushing Linux in netbook market: Acer (englisch) itwire.com. 17. Dezember 2008. Abgerufen am 19. November 2011: „[...] Acer and other leading vendors have confirmed that Microsoft Windows XP now dominates the emerging sub-notebook market with more than 90% of new sales. Meanwhile, Linux, which had the netbooks market to itself until April this year, has seen its share of the space eroded to less than 10% in a breath-taking decline.
  6. Linux, netmarketshare, zugegriffen: 11. September 2012
  7. Immer mehr Linux auf dem Desktop, heise online, zugegriffen: 11. September 2012
  8. Ian Murdock: Software installation on Linux: Today, it sucks (part 1) in seinem privaten Weblog, 15. Dezember 2006
  9. Tony Mobily: 2009: software installation in GNU/Linux is still broken -- and a path to fixing it. www.freesoftwaremagazine.com. 23. Juni 2009. Abgerufen am 4. August 2011.
  10. Eric Brown: LSB 4.0 certifications aim to heal Linux fragmentation (englisch) linuxfordevices.com. 8. Dezember 2010. Abgerufen am 16. November 2011: „The LSB spec outlines interoperability between applications and the Linux operating system, "allowing application developers to target multiple versions of Linux with just one software package," says the LF. Launched in the late '90s, the LSB working group released its first major LSB 1.1 specification in 2001. [...]
  11. Hinweise zu nicht enthaltenen Multimedia-Formaten in Fedora 9. Abgerufen am 12. September 2008.
  12. http://steamforlinux.com/?q=en/node/8
  13. http://store.steampowered.com/news/9943/
  14. http://store.steampowered.com/browse/linux/
  15. http://www.nvidia.de/object/geforce-R310-drivers-20121106-de.html
  16. http://www.netzwelt.de/news/94907-steam-box-alles-ueber-hardware-preise-release.html
  17. Valve kündigt SteamOS an. heise.de. 23. September 2013. Abgerufen am 23. September 213.
  18. http://0pointer.de/blog/projects/guide-to-sound-apis.html
  19. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMicrosoft kann in München nicht "fensterln". In: heise online. 28. Mai 2003, abgerufen am 30. März 2008.
  20. Andreas Donath: Zweitgrößter europäischer Autohersteller steigt auf Linux um auf golem.de, 31. Januar 2007
  21. Mac OS X: What Are All Those Processes?, Gordon Davisson, 2005, Westwind Computing inc., zugegriffen: 3. August 2010
  22. An A-Z Index of the command line, Bill Joy, zugegriffen: 3. August 2010
  23. OS2Linux Project. Sourceforge, abgerufen am 9. Dezember 2013.
  24. Studie: Windows-Server beim Umsatz vorne auf heise.de. 23. November 2005
  25. a b Usage statistics and market share of Unix for websites, W3Techs, zugegriffen: 26. Oktober 2012
  26. Adrian Kingsley-Hughes: The death of the Linux distro (englisch) In: The death of the Linux distro. CBS Interactive. 14. Februar 2012. Abgerufen am 19. September 2012: „"Take a look at how Android has become the dominant Linux distro on mobile platforms. […] So again, while B2G is essentially a Linux distro, people will come […]
  27. http://www.heise.de/open/meldung/US-Smartphone-Markt-Nutzergleichstand-bei-iPhone-Blackberry-und-Android-1182042.html
  28. Canonical bringt Ubuntu auf Smartphones. Abgerufen am 18. Januar 2013.
  29. Jolla: Erstes Sailfish-Smartphone Ende 2013 für 400€ (german) chip.de. Abgerufen am 29. Mai 2013.
  30. Adrian Kingsley-Hughes: The death of the Linux distro (englisch) In: The death of the Linux distro. CBS Interactive. 14. Februar 2012. Abgerufen am 19. September 2012: „"Take a look at how Android has become the dominant Linux distro on mobile platforms. […] So again, while B2G is essentially a Linux distro, people will come […]
  31. Google’s Android becomes the world’s leading smart phone platform. Canalys, 31. Januar 2011, abgerufen am 8. September 2011 (englisch).
  32. Nokias Krise verschärft sich. NZZ-Online, 11. August 2011, abgerufen am 8. September 2011.
  33. http://www.heise.de/open/meldung/Linux-dominiert-die-Top500-1619712.html
  34. Operating system Family auf der Webseite top500.org. Juni 2006

Literatur[Bearbeiten]

  • T. Brinker, H. Degenhardt, G. Kupris: Embedded Linux – Praktische Umsetzung mit uClinux VDE VERLAG, Berlin 2007, ISBN 3-8007-3006-5
  • Leonhard Dobusch: Windows versus Linux: Markt – Organisation – Pfad, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2008, ISBN 978-3-531-16242-3
  • Rob Flickenger: Linux Server Hacks. 1. Auflage, O´Reilly, Beijing [u. a.] 2003. ISBN 3-89721-361-3
  • Martin Fink: The Business and Economics of Linux and Open Source. Prentice Hall PTR, Upper Saddle River NJ 2003, ISBN 0-13-047677-3
  • Gabor Herr, Stefan Höhn: Open Source: Open for Business. CSC 2004, PDF
  • Michael Kofler: Linux. Installation, Konfiguration, Anwendung. 7. Auflage, Addison-Wesley, München [u. a.] 2004, ISBN 3-8273-2158-1
  • Evi Nemeth, Garth Snyder, Trent Hein: Handbuch zur Linux-Systemverwaltung. Markt+Technik, München 2004, ISBN 3-8272-6442-1
  • Matt Welsh, Lar Kaufman: Linux – Wegweiser zur Installation & Konfiguration. O´Reilly, Beijing [u. a.] 2003, ISBN 3-89721-353-2

Weblinks[Bearbeiten]