Linz AG

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LINZ AG für Energie, Telekommunikation, Verkehr und Kommunale Dienste
Logo der Linz AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2000 durch Fusion[1]
Sitz Linz

Leitung

Mitarbeiter 2693 [2]
Umsatz Gruppe: 694 Mio. € (2012) [1]
Branche Kommunalholding für Versorgungsbetriebe
Website www.linzag.at

Die LINZ AG ist eine stadteigene Linzer Holding, die Energieversorgung, kommunale Dienste und öffentlichen Nahverkehr in Linz und weiteren 115 Gemeinden in Oberösterreich anbietet. Sie ging im Oktober 2000 aus den ehemaligen Einzelbetrieben Elektrizitäts-, Fernwärme und Verkehrsbetriebe AG (ESG) und Stadtbetriebe Linz (SBL) hervor.

2012 erwirtschaftete die LINZ AG einen Umsatz von rund 694 Millionen Euro.

GmbHs innerhalb der LINZ AG[Bearbeiten]

Die LINZ AG ist in drei Gesellschaften aufgeteilt, die sich mit der Strom- und Fernwärmeversorgung sowie dem öffentlichen Nahverkehr beschäftigen. Diese sind die LINZ STROM GmbH, die LINZ GAS/WÄRME GmbH und die LINZ LINIEN GmbH. Die vierte GmbH - LINZ SERVICE GmbH - beschäftigt sich mit allen weiteren Dienstleistungen und Infrastrukturangelegenheiten, die in die Zuständigkeit der LINZ AG fallen. Die fünfte GmbH ist die MANAGEMENTSERVICE LINZ GmbH, welche sich mit den internen Dienstleistungen des Unternehmens befasst.

LINZ STROM GmbH[Bearbeiten]

LINZ STROM GmbH-Gasheizkraftwerk im Linzer Industriegebiet

Die LINZ AG betreibt ein 8.021 km langes Energieübertragungsnetz, 27 Umspannwerke und mehr als 3.000 Trafostationen, um die Stromversorgung von etwa 242.000 Kunden in Linz und 82 Gemeinden zu gewährleisten. Darüber hinaus werden drei Fernheizkraftwerke, ein Biomassekraftwerk und vier kleinere Wasserkraftwerke (bis zu 9 MW) zur eigenen Stromerzeugung genutzt.

Über das Stromnetz wird auch der Telekommunikationsdienst Speed-Web angeboten, ein Breitband-Internetzugang „aus der Steckdose“.

Innerhalb der LINZ STROM GmbH gibt es folgende Geschäftsbereiche: Asset Service (Elektrizitätsverteilung), Energieerzeugung (mit den Fernheizkraftwerken Linz-Mitte und Linz-Süd und dem Biomassekraftwerk), Energiemanagement und Telekom. Der Strom-Verkauf erfolgt über die Tochtergesellschaft ENAMO.

GB Telekom[Bearbeiten]

Die LINZ AG TELEKOM, als Informations- und Kommunikationsprovider, ist ein eigenständiger Geschäftsbereich der LINZ STROM GmbH. Mit rund 90 Mitarbeiter/innen und einem seit 1986 ausgebauten Lichtwellenleiter-Netz von insgesamt 2.000 Kilometern Länge, ist sie einer der größten heimischen Glasfasernetzbetreiber.

Das Kernversorgungsgebiet erstreckt sich auf die Region Oberösterreich. Mittels nationaler und internationaler Partner-Vernetzungen sind Gesamtlösungen der LINZ AG TELEKOM auch österreichweit und international umsetzbar. Das Leistungsspektrum umfasst Business-IT-Lösungen aus den Bereichen Vernetzung & Internet, Telefonie & Video, Security & Monitoring sowie Housing & Hosting für mittelständische und große Unternehmen. Das Unternehmen verfügt über Zertifizierungen in den Bereichen Informationssicherheits-Managementsystem (ISO/IEC 27001:2005), Qualitätsmanagement-System (ISO 9001:2008) und Sicherheitsmanagement-System (OHSAS 18001:2007).

Die LINZ AG TELEKOM leistet auch einen Beitrag hinsichtlich ihrer sozialen Verantwortung. Im Rahmen eines EU-weiten Projekts zum Thema „energiesparendes Verhalten als Beitrag zum Klimaschutz“ nimmt die LINZ AG TELEKOM eine wichtige Rolle ein. Durch das Projekt „eSESH – Saving Energy in Social Housing with ICT“ soll das Energiebewusstsein von Wohnungsmietern erhöht und damit langfristig Energie gespart werden.

LINZ GAS/WÄRME GmbH[Bearbeiten]

Das Erdgas-Netz der LINZ AG versorgt Linz und 29 weitere Gemeinden mit Erdgas. Die LINZ GAS Vertrieb GmbH & Co KG ist der Erdgas-Lieferant der LINZ AG und versorgt Kunden in diesen Gemeinden, sowie Kunden die vom liberalisierten Erdgasmarkt Gebrauch machen aus ganz Österreich.

Mit Fernwärme aus den drei Fernheizkraftwerken und dem Biomassekraftwerk werden Linz und 26 weitere Gemeinden versorgt. Die Erzeugung von Fernwärme wurde am 1. Oktober 1970 erstmals vom Fernheizkraftwerk Linz-Mitte aufgenommen.

LINZ LINIEN GmbH[Bearbeiten]

Busse der LINZ AG LINIEN beim Volksgarten
Ein Linzer Erdgasbus an der Haltestelle Karlhof
Der Cityrunner: die neue Straßenbahn-Generation in Linz

Die Tochtergesellschaft LINZ LINIEN GmbH betreibt die Straßenbahn Linz, die Pöstlingbergbahn, die Oberleitungsbusse Linz und die städtischen Omnibus-Linien. Auf den insgesamt 33 Linien (drei Straßenbahnlinien, Pöstlingbergbahn, vier Oberleitungsbuslinien, 25 Autobuslinien) verkehren zusammen 169 Fahrzeuge. Jährlich werden mit ihnen über 101 Millionen Fahrgäste befördert. Seit März 2009 bedienen vor Wochenend- und Feiertagen auch vier Nachtlinien (eine Straßenbahnlinie und drei Buslinien) das Linzer Stadtgebiet.

Zu den LINZ AG LINIEN gehört ebenso die Linzer Grottenbahn am Pöstlingberg.

Im Sommer 2009 wurden anlässlich des Kulturhauptstadtjahres erstmals die Haltestelleninformationen der Linie 3 in Mundart angesagt. Auch wurden neue künstlerisch gestaltete Tickets aufgelegt und es sind neue Uniformen zum Einsatz gekommen.

Das Unternehmen erhielt im August 2010 den 30.000. Bus der Citaro-Baureihe.[3]

LINZ SERVICE GmbH[Bearbeiten]

Die LINZ SERVICE GmbH ist für kommunale Dienstleistungen und Infrastruktur zuständig. Die LINZ SERVICE GmbH beinhaltet die kommunalen Geschäftsbereiche Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Abfallentsorgung, Hafen, Bäder, Bestattung & Friedhöfe und IWA. Eng verbunden mit dem Linzer Hafen ist die Österreichische Donaulager GmbH, eine 100 % Tochtergesellschaft der LINZ SERVICE GmbH.

GB Wasserversorgung[Bearbeiten]

Aus sechs Wasserwerken (Scharlinz, Goldwörth, Plesching, Fischdorf, Heilham und Haid) wird über ein etwa 1.1420 km langes Wassernetz die Wasserversorgung von Linz und 21 Vertragsgemeinden betreut. Die Wasserförderung im Geschäftsjahr 20011/12 betrug etwa 20,3 Mio m³. Neben der Wassergewinnung, zu der u. a. die Wasserwerke gehören, gibt es noch die Abteilungen Wasserverteilung Linz, Wasserverteilung Umlandgemeinden und die Abteilung Planung und Dokumentation.

GB Abwasserentsorgung[Bearbeiten]

Über ein 1.108 km langes Kanalnetz (davon 572 km in Linz) wird das Abwasser zur Regionalkläranlage Asten geleitet; das Abwasser der nördlich der Donau liegenden Regionen wird dabei durch den Donaudüker gepumpt. Insgesamt 41 Gemeinden sind an das Abwassernetz angeschlossen. Weitere Abteilungen dieses Geschäftsbereiches sind neben der Regionalkläranlage Asten die Grundstücksentwässerung, der Kanalbauhof der Stadt Linz und die Abteilung Kanalbau und -planung.

GB Abfallentsorgung[Bearbeiten]

Die Mülldeponie Asten (HMD Fisching) wird ebenfalls von der LINZ AG - LINZ SERVICE GmbH betrieben. Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden 38.717 t Restabfälle entsorgt, 12.232 t Biomüll und 17.130 t Altpapier. Zu diesem Geschäftsbereich gehören zusätzlich vier Altstoffsammelzentren (ASZ Wiener Straße, ASZ Mostnystraße, ASZ Nebingerknoten und ASZ Dallingerstraße), eine Mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage (MBA), die 2012 eröffnete Reststoff-Aufbereitungsanlage (RABA) und eine Bioabfall-Kompostieranlage.

GB Bäder[Bearbeiten]

Ebenfalls in den Bereich von der LINZ SERVICE GmbH fällt die Betreuung von vier Hallenbädern mit Sauna (Fitnessoase Parkbad, Wellnessoase Hummelhofbad, Erlebnisoase Schörgenhubbad, familienoase Biesenfeldbad) - drei davon mit angeschlossenem Freibad, und einer reinen Saunaanlage (Saunaoase Ebelsberg). Weiters werden sieben kleinere Kinderfreibäder und drei Badeseen (Pichlinger See, Pleschinger See, kleiner Weikerlsee) betreut.

Des Weiteren betreibt die LINZ SERVICE GmbH zwei Eishallen, drei Kunsteisbahnen sowie den Camping- und Zeltplatz am Pleschingersee.

GB Bestattung und Friedhöfe[Bearbeiten]

Urnenhain zu Allerseelen

Die vier im Eigentum der Stadt Linz befindlichen Friedhöfe Stadtfriedhof Linz/St. Martin, Urnenhain Urfahr, Urnenhain Kleinmünchen und Bergfriedhof Pöstlingberg stehen unter der Verwaltung der LINZ AG. Die Gesamtfläche der Friedhöfe beträgt rund 675.000 m².

Am Urnenhain Urfahr betreibt die LINZ AG ein Krematorium mit 2 Öfen, 38 Kühlkammern und 8 Aufbahrungsräume mit nachfolgendem Verabschiedungsraum. Pro Jahr werden rund 3.000 Kremierungen durchgeführt, die Kapazitäten reichen für 3.600 Fälle pro Jahr.

GB Hafen[Bearbeiten]

Der Handelshafen

Im Linzer Handelshafen werden jährlich etwa 3,1 Mio. t Güter umgeschlagen (Stand GJ 2011/12). Die Lagerfläche der LINZ AG beträgt 48.000 m² gedeckter Fläche und 7.500 m² Freilagerfläche. Es werden jährlich an die 210.000 Container (TEU) umgeschlagen. Eine Attraktion des Hafens ist der MS Eduard, ein Eisbrecherschiff, welches auch für Hafenrundfahrten gemietet werden kann.

GB IWA[Bearbeiten]

Zusätzlich - als kleinster Geschäftsbereich der LINZ SERVICE GmbH - wird noch das Institut für Wasseraufbereitung, Abwasserreinigung und -forschung (kurz: IWA) betrieben, welches Trinkwasser- und Abwasseruntersuchungen, Emissionsmessungen, Bodenuntersuchungen u. v. m. auftrags der LINZ AG, aber auch für Privatpersonen und Gewerbe- und Industriebetriebe tätigt.

MANGEMENTSERVICE LINZ GmbH[Bearbeiten]

Diese GmbH nimmt interne Aufgaben wahr. Auch Bauprojekte der LINZ AG, wie zum Beispiel die Errichtung der neuen Hauptbibliothek, fallen als Tochtergesellschaften in den Bereich der MANAGEMENTSERVICE LINZ GmbH. Folgende Servicebereiche sind in der MANAGEMENTSERVICE LINZ GmbH angesiedelt: Informationsmanagement, Beschaffung, Facility Management, Kundenservice und Baumanagement.

LINZ AG Holding[Bearbeiten]

Über diesen fünf GmbHs steht die LINZ AG Holding. Diese nimmt - wie die MANAGEMENTSERVICE LINZ GmbH - ebenfalls interne Aufgaben wahr und umfasst die Kernbereiche Konzernentwicklung, Marketing, Finanzen, Personal, Recht, Revision und Public Relations.

Beteiligungen[Bearbeiten]

Die LINZ AG hält zahlreiche Beteiligungen an anderen privaten und öffentlichen Unternehmen. Unter anderem ist die LINZ AG mit 10,31 % an der Energie AG Oberösterreich beteiligt. An der Oberösterreichischen Ferngas Aktiengesellschaft werden im Moment 21 % gehalten. Auch an der LIWEST Kabelmedien GmbH, einem regionalen Kabelfernsehanbieter, hält die LINZ AG in Form von der MANAGEMENTSERVICE LINZ GmbH einen 43 %-Anteil. Die LINZ AG selbst ist eine 100 %-Tochter der Stadt Linz.

Geschichte der Vorläufergesellschaft ESG[Bearbeiten]

TEG und Vorläufer (1880 bis 1923)
Die Betreibergesellschaft der Linzer Pferdetramway (eröffnet 1880) war die Linzer Tramway Gesellschaft, 1885 umbenannt in Tramway Linz–Urfahr, L. Ph. Schmidt & Cie. 1887 kaufte der Linzer Kaufmann Hermann Hofmann die Gesellschaft, die nun unter Tramway Linz–Urfahr, H. Hofmann firmierte. Hofmann verkaufte die Tramway 1896 an das Consortium für die Errichtung elektrischer Anlagen in Linz. 1897 wurde die Tramway- und Elektrizitäts-Gesellschaft Linz–Urfahr (TEG) gegründet, die das Kraftwerk und die elektrische Straßenbahn mit allen Rechten und Pflichten vom Consortium übernahm.

ESG (1923 bis 2000)
Am 5. Juni 1923 wurde die Gesellschaft in Elektrizitäts- und Straßenbahn-Gesellschaft Linz (ESG) umbenannt. 1939 wurde wegen des deutschen Aktiengesetzes die Firma in Linzer Elektrizitäts- und Straßenbahn Aktiengesellschaft geändert. 1975 erfolgte aus steuerlichen Gründen eine Übertragung der Gesellschaft auf die am 12. Dezember 1975 gegründete Linzer Elektrizitäts-, Fernwärme- und Verkehrsbetriebe Aktiengesellschaft. Die alte Gesellschaft war zu einem kleinen Teil (1,8 %) in Privatbesitz, weswegen einige Steuer- und Gebührenbefreiungen nicht ausgenützt werden konnten. Die neue ESG (die Abkürzung wurde beibehalten) gehörte zu 100 % der Stadt Linz.

Vorläufergesellschaft SBL - Stadtbetriebe Linz GmbH[Bearbeiten]

Die zweite Vorläufergesellschaft der LINZ AG waren die SBL-Stadtbetriebe Linz GmbH. Gegründet wurden diese 1970 und gingen aus den ehemaligen Stadtwerken hervor. Die SBL beinhaltete folgende Geschäftsbereiche: Wasser, Abwasser, Abfall, Hafen, Bäder, Bestattung und Friedhöfe, IWA, die heute in der LINZ SERVICE GmbH angesiedelt sind. Zusätzlich gab es noch die Geschäftsbereiche Gas, Installation (beide heute in der LINZ GAS/WÄRME GmbH), Baumanagement und Zentralwerkstätten und Fuhrpark (beide heute in der MANAGEMENTSERVICE LINZ GmbH).

Knapp vor der Fusion mit der ESG zur LINZ AG übernahm die SBL die Betreuung der Friedhöfe (vorher nur Bestattung) im Jahr 1997 und im Jahr 1999 wurde der Geschäftsbereich Abfall (vom Magistrat) eingegliedert.

In den Stadtwerken (Vorläufer der SBL vor 1970) gab es noch die Bereiche städtische Volksküchen und städtischer Schlachthof.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Firma LINZ AG für Energie, Telekommunikation, Verkehr und Kommunale Dienste in Linz. Firmenbuchdaten Creditreform/firmenabc.at
  2. http://www.linzag.at/portal/portal/linzag/metanavigationheader/infomaterial/infomaterialdetails_1_p_40193
  3. http://www.evobus.de/inter-evobus/0-674-399759-49-1323831-1-0-0-0-0-1-6990-0-0-0-0-0-0-0-0.html

48.2806914.309396Koordinaten: 48° 16′ 50″ N, 14° 18′ 34″ O