Lipiany

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Lipiany
POL Lipiany COA alt 1.svg
Lipiany (Polen)
Lipiany
Lipiany
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Landkreis: Pyrzyce
Fläche: 5,54 km²
Geographische Lage: 53° 0′ N, 14° 58′ O53.00305555555614.969444444444Koordinaten: 53° 0′ 11″ N, 14° 58′ 10″ O
Einwohner: 4097
(30. Jun. 2013)[1]
Postleitzahl: 74-240
Kfz-Kennzeichen: ZPY
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK3: Stargard SzczecińskiGorzów Wielkopolski
Woiwodschaftsstraße 156: Barlinek → Lipiany
Schienenweg: Bahnstrecke Pyrzyce–Głazów (nur Güterverkehr)
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 26 Ortschaften
10 Schulzenämter
Fläche: 94,62 km²
Einwohner: 6121
(30. Jun. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 65 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3212033
Verwaltung (Stand: 2009)
Bürgermeister: Krzysztof Ireneusz Boguszewski
Adresse: pl. Wolności 1
74-240 Lipiany
Webpräsenz: www.lipiany.pl

Lipiany (deutsch Lippehne) ist eine Kleinstadt in der polnischen Woiwodschaft Westpommern und Sitz einer Stadt- und Landgemeinde.

Geschichte[Bearbeiten]

Lippehne wird erstmals im Jahre 1269 als Hauptort des pommerschen Landes Lippehne („terra Lipene“) genannt.[3] Bereits 1276 verkaufte der pommersche Bischof Hermann von Gleichen in Cammin das Land Lippehne für 3000 Mark Silber an die Markgrafen von Brandenburg Otto IV., Johann II. und Konrad I. aus dem Geschlecht der Askanier. Eine pommersche Burg als Zentrum des Landes Lippehne ist archäologisch nicht nachgewiesen; es spricht aber einiges dafür, dass in Lippehne eine voraskanische Burg gestanden hat.[4] 1276 wurde der Ort als Lyppen bezeichnet. 1302 bekam Lippehne das Stadtrecht. Eine Burg ist in Lippehne mit Sicherheit erst für 1373 bezeugt.[5] 1402 bis 1455 war Lippehne im Eigentum des Deutschen Ordens, der die Neumark erwarb. Ab 1455 war die Neumark, wie auch Lippehne wieder zurück in brandenburgischer Herrschaft. Verwüstungen in Stadt und Land richteten 1433 die Hussiten und 1467 pommerschen Herzögen Erich II. und Wartislaw X. an. Am 24. April 1616 brannte die Stadt völlig nieder und 1623 wurde die Stadt wiederholt ein Opfer des Feuers.

Im Jahre 1881/82 erhielt Lippehne einen Eisenbahnanschluß an der Bahnstrecke von Stargard in Pommern nach Küstrin. Der Personenverkehr auf dieser Strecke wurde am 3. April 2000 aus Rentabilitätsgründen geschlossen, später auch der Güterverkehr. Dieser jedoch konnte am 1. Juni 2005 wieder eröffnet werden.

Ab dem Jahre 1900 wurden Wasserleitung und Kanalisation verlegt. Ab 1920 gab es auch Elektrizität in der Stadt.[6]

So lebten 1939 4374 Einwohner in der Stadt. Lippehne ist während des Zweiten Weltkrieges nur gering zerstört worden.[7] Bis 1945 gehörte die Stadt zum Landkreis Soldin in der preußischen Provinz Brandenburg. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt durch das Potsdamer Abkommen in polnische Verwaltung übernommen und die komplette deutsche Bevölkerung vertrieben. Seitdem trägt der Ort den Namen Lipiany.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1750 1801 1846 1919 1925 1939
Einwohnerzahl[8] 1263 1617 2849 4160 4313 4531


Gemeinde[Bearbeiten]

Neben Lipiany gehören folgende Ortschaften zur Stadt- und Landgemeinde (deutsche Namen[9] bis 1945) mit Schulzenamt (solectwo):

  • Derczewko (Karolinsburg)
  • Dębiec (Eichhorst)
  • Jedlice (Augusthof)
  • Krasne (Krasenfier)
  • Miedzyn (Meinhof)
  • Mielęcinek (Neu Mellentin)
  • Nowice (Neukrügerskampe)
  • Osetna (Johannisberg)
  • Skrzynka (Grüneberg)
  • Wołczyn (Kinderfreude)

Weitere Ortschaften der Gemeinde ohne Schulzenamt sind:

  • Batowo (Batow)
  • Będzin (Louisenhöhe)
  • Brzostowo (Freiheitsfelde)
  • Czajczyn
  • Dołżyn
  • Dzieżno (Emmashof)
  • Głębokie (Ferdinandsthal)
  • Jarzębnik (Tanger)
  • Józefin
  • Łasiczyn (Splinter Krug)
  • Łosiniec (Karlsruhe)
  • Małcz (Malzmühle)
  • Mielnik (Sieferts Mühle)
  • Mierzawy (Karlsfelde)
  • Mironów (Wilhelmshöhe)
  • Mokronos (Justinenwalde)
  • Piaśnik
  • Połczyno (Gustava)
  • Przywodzie (Brügge)
  • Sokolniki (Friedberg)
  • Sulino (Ebenau)
  • Świerszczyki
  • Wądół (Wilhelmsfreude)
  • Wielice (Ferdinandshof)
  • Wojnowice (Ohnewitz)
  • Żarnowo (Altsarnow)

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Biens, Heimatkreis Soldin (Hrsg.): Lippehne - Heimatkreis Soldin/Nm., Soltau, 1981.
  • Paul Biens: Chronik der Stadt Lippehne und der umliegenden Dörfer, 1908.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lipiany – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 15. Dezember 2013.
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 15. Dezember 2013.
  3. Wolfgang Podehl: Burg und Herrschaft in der Mark Brandenburg. Böhlau Verlag, Köln Wien 1975, S. 326, 354.
  4. Wolfgang Podehl: Burg und Herrschaft in der Mark Brandenburg. Böhlau Verlag, Köln Wien 1975, S. 354.
  5. Wolfgang Podehl: Burg und Herrschaft in der Mark Brandenburg. Böhlau Verlag, Köln Wien 1975, S. 327, Fn. 280.
  6. GenWiki: Lippehne
  7. Der Brandenburger Landstreicher: Der Landkreis Soldin - Lippehne
  8. GenWiki: Lippehne
  9. Das Genealogische Orts-Verzeichnis